The Tasteful Weekend | Barley matters

Whisky ist ein Destillat auf der Grundlage von Gerstenmalz. Aber wie viel Gedanken machen wir uns wirklich über das Ausgangsprodukt, die Gerste? Für die Whiskyindustrie ist vor allem maßgeblich, wie hoch die Alkoholausbeute ist, darauf werden die modernen Sorten gezüchtet. Die interessanten Brennereien achten dagegen zunehmend auf die Herkunft und Sorte der Gerste. Und erkennen, dass traditionelle, ältere Sorten vielleicht etwas weniger Ertrag, dafür aber interessantere Aromen bringen.

Mark Reynier hat den Terroir Gedanken mit seiner Waterford Dsitllery in den Vordergrund gestellt und jeweils die Gerste einer Farm sortenrein verarbeitet. Damit ist er gescheitert. Was vielleicht auch daran lag, dass der Zusammenhang zwischen einer in der Stadt gelegenen Distillery, den verstreuten Farmen und der Lagerung in modernen Warehouses an einem weiteren Ort schwer mit dem Terroir Gedanken zu vereinbaren war. 

100% Islay bei Kilchoman ist da besser verständlich: Gerste von der eigenen Farm, Reifung und Bottling in der Distillery – das ist Terroir. Aber auch Bere Barley von Bruichladdich passt, auch wenn die Gerste aus Orkney kommt, also von dort, wo diese historische Gerste wiederentdeckt und angebaut wurde. Daneben gibt es Bruichladdich aus Islay Barley oder zumindest Scottish Barley. Springbank hat die overhypten Local Barley Abfüllungen, Ballindalloch macht ohnehin Single Estate Abfüllungen. Andre kaufen irgendwo auf dem Weltmarkt, da zählt der Preis, nicht die Herkunft.

Black Isle | © Klaus Bölling, www.boelling.de

Barley matters – das zeigen auch die beiden Abfüllungen für dieses Tasting mit klarer Angabe, welche Gerstensorte verwendet wird und wo diese angebaut wurde. Für Whisky Nerds macht das den Unterschied zu irgendwelchen seelenlosen Massenwhiskys.

The Tasteful Weekend | Barley matters

Das zweite Tasting geht Sonntagabend um 18 Uhr online