The Glen Efze Whisky Bar

10 Whiskys für die Bar, Whiskys, die ich nicht nur als Samples habe, Whiskys, die Spaß machen, weil sie gut trinkbar und trotzdem interessant sind.

Die Whiskys an der Bar werden sich regelmäßig ändern, vielleicht ist ein Flasche leer, vielleicht rückt ein Whisky nach, für den ein anderer Platz machen muss.

Unnamed Orkney | 14 Jahre | Signatory Vintage

Whisky Bar ohne Highland Park? Geht eigentlich nicht, klar! Die Core Range ist manchmal etwas fragwürdig, der gute 18jährige überteuert, der 12jährige schön trinkbar, mit 40%vol. aber arg dünn.

Zum Glück gibt es immer mal wieder gute Alternativen bei den unabhängigen Abfüllern. Hier ein 14jähriger von Sinatory Vintage, un-chillfiltered, uncoloured und lecker für unter 50 €. diesen gibt es Ende 2021 nicht mehr – Nachfolgeflaschen sind für den gleichen Preis erhältlich. Guter Whisky, gutes PLV. Slainte!

Caol Ila | 11 Jahre | Pat Hock Whisky | 2009 - 2020

Natürlich muss an der Bar auch Islay vertreten sein. Caol Ila ist dabei immer eine gute Wahl. Aber auch hier ist die Core Range schwierig. Liebloser, gefärbter Diageo Massenstoff. Oder halt überteuerte Special Releases. Braucht man nicht an der Bar.

Auch hier bieten Unabhängige besseren Stoff. Diese Abfüllung ist von Pat Hock, bekannt als Blogger und Abfüller.  Diese Abfüllung hat sich gut entwickelt und gefällt mir immer besser, ist aber leider nicht mehr erhältlich, klar. Alternativen gibt es auch von Signatory. Slainte!

Clynelish | aged 14 years | Distillery Bottling

Ein leckerer, bezahlbarer Whisky mit ordentlichem Alter und erhöhter Trinkstärke und das von Diageo, die selbst ihren wunderbaren Lagvulin kaputt kriegen? Ok, der Clynelish ist natürlich unnatürlich gefärbt und chillfiltered, das lässt sich der Großkonzern nun wirklich nicht nehmen.

Ein Whisky, der sich wunderbar sippen lässt, an dem man auch eine Zeit lang schnuppern kann, ausreichend komplex und eigensinnig – so muss ein Highland-Whisky sein. Slainte!

Glendronach | Revival | aged 15 years

Klar muss der Glendronach Revival an der Bar stehen. Aber wie lange noch? Das ist bereits die Abfüllung von Rachel Barrie, die gerade hart daran arbeitet, Glendronach zu einem glattgebügelten Industriewhisky zu machen. Wahrscheinlich sieht man Macallen als Vorbild – aber da hat ja auch kein wirklicher Nerd die aktuellen Abfüllungen an der Bar, oder?

Wahrscheinlich muss der wunderbare Glendronach irgendwann von der Bar verschwinden, weil er zu glatt wird, vielleicht doch chillfiltered und viel zu teuer. Noch ist er zum Glück da. Slainte!

Glenallachie | aged 15 years

Während ich bei Glendronach überlege, ob er an der Bar bleiben soll, ist das hier keine Überlegung. Ist ja auch eigentlich der Nachfolger. Nachdem Glendronach in die Fänge der bösen Industrie geraten ist, hat der legendäre Masterblender Billy Walker eine neue Spielwiese: Glenallachie. Und dort setzt er seine Arbeit konsequent fort: Die vorgefundenen Bestände kommen in gute Fässer und werden fertig gereift.

Heraus kommen tolle Whiskys, wie dieser sherrygereifte 15er. Slainte!

Glen Scotia | 10 Jahre | Campbeltown Malts Festival 2021

Eigentlich sollte Campbeltown an der Bar ja durch Springbank vertreten sein. Aber das ist ja gerade rum: Overhyped, overpriced, nicht zu bekommen. Aber Glen Scotia holt auf, steigert die Qualität und das Renommee.

Die jährlichen Festivalabfüllungen sind ein Muss an der Bar. Besondere Reifungen, mal getorft oder wie hier ohne Torf, gute Fassauswahl und trotzdem (noch …) zu einem fairen Preis erhältlich. Und auch tatsächlich erhältlich: Die 2021er Abfüllung ist auch Ende des Jahres in den Shops vorhanden und nächstes Jahr folgt die Nachfolgerin. Slainte!

Glen Garioch | aged 12 years | 48,0%vol.

Auf jeden Fall braucht man an der eigenen Whisky Bar auch einen easy sipping Whisky, den man gut mit Menschen trinken kann, die keine Nerds sind, denen man aber trotzdem etwas Gutes anbieten will.

Und gut ist der Glen Garioch. Sicherlich ist der 15er nochmal besser – aber auch der 12er bietet mit 48%vol ordentliche Kraft für gute Sherry-Aromen. Age-Statement, erhöhte Trinkstärke sind das Plus – Färbung und Kühlfilterung das Minus. Und das PLV ist super: unter 40 € für den Liter Ende 2021! Aber vor allem ist der Whisky lecker. Slainte!

Scarabus | 10 Jahre | Undisclosed Islay

Peat, Whisky and the Sea ist das Motto dieser Seite, klar, das einige Islay-Whiskys an der Bar stehen. Das Angebot ist groß, neue Destillen entstehen und auch unabhängig gibt es einiges auf dem Markt.

Scarabus ist die Islay-Serie von Hunter Laing und bietet gute Whsikys. Dieser ist 10 Jahre alt, ungefärbt und ungefiltert und hat 46%vol. Was will man mehr? Natürlich Geschmack – aber auch hier macht der Scarabus alles richtig. Wahrscheinlich ist es ein Caol Ila. Und er ist auf jeden Fall besser als der 12jährige aus der Caol Ila Core Range. Slainte!

Kilchoman | Loch Gorm | 2019 Edition

Wie gesagt, das Motto der Seite verlangt nach Islay-Whiskys … Kilchoman war für einige Jahre die neueste Brennerei auf der Insel – dann kam der Boom. Aber Kilchoman hat einen eigenen Stil entwickelt – kräftig rauchige Whiskysdie handwerklich in der Farmbrennerei  auf der Landzunge The Rhinns hergestellt werden.

Der Loch Gorm ist die Sherry Variante, hier in der 2019er Abfüllung. Nachfolgende Jahrgänge sind dann noch etwas älter und dunkler. Slainte!

Blair Athol | 18 Jahre | Douglas Laing | 1998 – 2017

Ein edler Whisky für besondere Tage muss auch an der Bar stehen. Eigentlich ist das der Glendronach 21 Parliament. Leider ist der im Preis so abgehoben, dass ein Nachkauf ausgeschlossen ist.

Auch dieser Blair Athol ist natürlich nicht mehr erhältlich. Es ist ein schöner, sherry-gereifter Whisky, der nichts gemein hat mit den dunklen Monstern, die unverständlicherweise oft gehypt werden. Schade, dass es heute Whiskys wie diesen kaum mehr gibt – zumindest nicht zu einem fairen Preis. Slainte!

The Glen Efze Whisky of the Year

Der Whisky of the Year wird jeweils am 1. Januar um 18 Uhr nominiert, ist ein Whisky, der einen gut das Jahr über begleiten kann. Damit gehört er natürlich auch in die Whisky Bar.