The Glen Efze Whisky Bar

10 Whiskys für die Bar, Whiskys, die ich nicht nur als Samples habe, Whiskys, die Spaß machen, weil sie gut trinkbar und trotzdem interessant sind.

Die Whiskys an der Bar werden sich regelmäßig ändern, vielleicht ist ein Flasche leer, vielleicht rückt ein Whisky nach, für den ein anderer Platz machen muss.

Unnamed Orkney | 14 Jahre | Signatory Vintage

Whisky Bar ohne Highland Park? Geht eigentlich nicht, klar! Die Core Range ist manchmal etwas fragwürdig, der gute 18jährige überteuert, der 12jährige schön trinkbar, mit 40%vol. aber arg dünn.

Zum Glück gibt es immer mal wieder gute Alternativen bei den unabhängigen Abfüllern. Hier ein 14jähriger von Sinatory Vintage, un-chillfiltered, uncoloured und lecker für unter 50 €. diesen gibt es Ende 2021 nicht mehr – Nachfolgeflaschen sind für den gleichen Preis erhältlich. Guter Whisky, gutes PLV. Slainte!

Staoisha | 2014 - 2021 | Best Dram

Nach einem netten Caol Ila von Pat Hock rückt der Staoisha von Michel Reick auf diesen Platz in der Bar. Es gibt inzwischen einige Staoisha-Abfüllungen in der Best Dram Serie – neben vielen weiteren unabhängigen Abfüllungen dieser rauchigen Expression der Bunnahabhain Distillery.

Staoishas sind fast immer eine Bank, bieten soliden, kräftig rauchigen Islay Style. Die Best Dram Staoishas erreichen inzwischen die 80 € Marke – daher ist dieser Platz an der Bar nach dieser Flasche wieder frei.

Clynelish | aged 14 years | Distillery Bottling

Ein leckerer, bezahlbarer Whisky mit ordentlichem Alter und erhöhter Trinkstärke und das von Diageo, die selbst ihren wunderbaren Lagvulin kaputt kriegen? Ok, der Clynelish ist natürlich unnatürlich gefärbt und chillfiltered, das lässt sich der Großkonzern nun wirklich nicht nehmen.

Ein Whisky, der sich wunderbar sippen lässt, an dem man auch eine Zeit lang schnuppern kann, ausreichend komplex und eigensinnig – so muss ein Highland-Whisky sein. Slainte!

Glendronach | Revival | aged 15 years

Klar muss der Glendronach Revival an der Bar stehen. Aber wie lange noch? Das ist bereits die Abfüllung von Rachel Barrie, die gerade hart daran arbeitet, Glendronach zu einem glattgebügelten Industriewhisky zu machen. Wahrscheinlich sieht man Macallen als Vorbild – aber da hat ja auch kein wirklicher Nerd die aktuellen Abfüllungen an der Bar, oder?

Wahrscheinlich muss der wunderbare Glendronach irgendwann von der Bar verschwinden, weil er zu glatt wird, vielleicht doch chillfiltered und viel zu teuer. Noch ist er zum Glück da. Slainte!

Glenallachie | aged 15 years

Während ich bei Glendronach überlege, ob er an der Bar bleiben soll, ist das hier keine Überlegung. Ist ja auch eigentlich der Nachfolger. Nachdem Glendronach in die Fänge der bösen Industrie geraten ist, hat der legendäre Masterblender Billy Walker eine neue Spielwiese: Glenallachie. Und dort setzt er seine Arbeit konsequent fort: Die vorgefundenen Bestände kommen in gute Fässer und werden fertig gereift.

Heraus kommen tolle Whiskys, wie dieser sherrygereifte 15er. Slainte!

Glen Scotia | 8 Jahre | Campbeltown Malts Festival 2022

Nach der 2021er Festival-Abfüllung folgt die 2022er Abfüllung an der Bar.

Es ist wunderbar, dass Glen Scotia in jedem Jahr eine Abfüllung zum Campbeltown Malts Festival herausbringt, die in ausreichender Stückzahl aufgelegt wird, um nicht sofort vom Markt zu verschwinden oder zu unverschämten Preisen gehandelt zu werden. Hoffentlich bleibt dies auch in den nächsten Jahren so – denn dies ist ein Whisky, der auf jeden Fall in eine gute Whisky Bar gehört. Slainte!

Aberlour | Casg Annamh | Batch 0007

Der easy sipping Sherry-Whisky, den man an der Whisky Bar braucht, um Spaß zu haben, schöne Aromen zu genießen und trotzdem nicht mit zu viel Komplexität überfordert zu sein.

Hier stand vorher ein Glen Garioch 12. Der hatte eine Altersangabe, aber ansonsten ähneln sich die Whiskys. Der Aberlour hat ebenfalls 48%vol., was ihn ihn zu einem kräftigen, vollen Whisky macht. Diese Flasche stammt aus dem Travel Retail von der Schottland-Fähre, wo er fast 20 € günster war als in den Shops. Slainte!

Scarabus | 10 Jahre | Undisclosed Islay

Peat, Whisky and the Sea ist das Motto dieser Seite, klar, das einige Islay-Whiskys an der Bar stehen. Das Angebot ist groß, neue Destillen entstehen und auch unabhängig gibt es einiges auf dem Markt.

Scarabus ist die Islay-Serie von Hunter Laing und bietet gute Whsikys. Dieser ist 10 Jahre alt, ungefärbt und ungefiltert und hat 46%vol. Was will man mehr? Natürlich Geschmack – aber auch hier macht der Scarabus alles richtig. Wahrscheinlich ist es ein Caol Ila. Und er ist auf jeden Fall besser als der 12jährige aus der Caol Ila Core Range. Slainte!

Kilchoman | Loch Gorm | 2019 Edition

Wie gesagt, das Motto der Seite verlangt nach Islay-Whiskys … Kilchoman war für einige Jahre die neueste Brennerei auf der Insel – dann kam der Boom. Aber Kilchoman hat einen eigenen Stil entwickelt – kräftig rauchige Whiskysdie handwerklich in der Farmbrennerei  auf der Landzunge The Rhinns hergestellt werden.

Der Loch Gorm ist die Sherry Variante, hier in der 2019er Abfüllung. Nachfolgende Jahrgänge sind dann noch etwas älter und dunkler. Slainte!

Blair Athol | 18 Jahre | Douglas Laing | 1998 – 2017

Ein edler Whisky für besondere Tage muss auch an der Bar stehen. Eigentlich ist das der Glendronach 21 Parliament. Leider ist der im Preis so abgehoben, dass ein Nachkauf ausgeschlossen ist.

Auch dieser Blair Athol ist natürlich nicht mehr erhältlich. Es ist ein schöner, sherry-gereifter Whisky, der nichts gemein hat mit den dunklen Monstern, die unverständlicherweise oft gehypt werden. Schade, dass es heute Whiskys wie diesen kaum mehr gibt – zumindest nicht zu einem fairen Preis. Slainte!

The Glen Efze Whisky of the Year

Der Whisky of the Year wird jeweils am 1. Januar um 18 Uhr nominiert, ist ein Whisky, der einen gut das Jahr über begleiten kann. Damit gehört er natürlich auch in die Whisky Bar.