Whisky Week | I'm Eighteen

Achtzehn Jahre ist ein wichtiges Alter. Man wird volljährig und darf damit ganz legal in die Whiskywelt einsteigen. Achtzehn Jahre markiert aber auch ein wichtiges Alter für Whiskys: Viele sehen es als ideales Alter für die Reife eines Whiskys. Achtzehnjährige Whiskys sind etwas besonderes. Leider sind sie aktuell etwas besonderes, das man sich oftmals nicht mehr wirklich leisten kann (oder will). Mein Paradebeispiel: 2019 habe ich mir meinen letzten Glendronach 18 Allardice beim Holländer für 72,50 € gekauft. Und zwar Allardice von Billy Walker und keine Konzernlurke von Rachel Barrie. Aktuell kostet das, was Brown Forman als 18jährigen Glendronach verkauft, mindestens das Doppelte.

Alle sind momentan verwundert, warum die Verkäufe von Whisky zurückgehen, warum das Interesse an dieser Spirituose zurückgeht. klar, es gibt noch genug Menschen mit gut gefülltem Geldbeutel, die gerade die teuren Abfüllungen kaufen. Daher kommen haufenweise sehr alte Abfüllungen auf den Markt und auch die 18jährigen sind massiv teurer geworden. Mein Interesse an Whisky ist vor etwa 10 Jahren weiter gewachsen. Es ist auch deshalb gewachsen, weil neben den gut bepreisten 10 – 15jährigen Whiskys auch ältere Whiskys zu einem Preis zu bekommen waren, der nicht zu hoch war. Guter, reifer Whisky war also nicht nur etwas für die wohlhabenderen Menschen, auch Normalverdiener konnten einen bezahlbaren 18jährigen finden und ohne schlechtes Gewissen zum Trinken öffnen.

Weiteres Beispiel? In meiner Liste habe ich einen 18jährigen Arran, den ich im Juni 2018 für 64,90 € gekauft habe. Bei Whiskyzone, also ganz normal im Handel. Die aktuelle Abfüllung kostet dort gerade 138,90 €. Sorry, aber für mich ist das bereits ein Luxuspreis, den ich so einfach nicht mehr bezahlen wollte. Da muss ein Sample reichen. Und während die Botschaft für mich vor nicht einmal 10 Jahren war, okay, du kannst dir als normaler Whiskytrinker auch mal einen 18jährigen leisten, lautet sie für mich heute: Sorry, aber die 18jährigen sind doch eher für die etwas besser Verdienenden vorbehalten. Keine Ahnung, ob ich mit dieser Botschaft heute noch den tieferen Einstieg in die Whiskynerderei finden würde oder ob sie mich abschrecken würde.

Ratagan Pass Viewpoint, Loch Duich | © Klaus Bölling, www.boelling.de

In meinen Samples haben sich ein paar 18jährige angefunden. Unter den offenen Flaschen habe och neben dem sparsam getrunkenen und daher noch immer vorhandenen Arran noch einen 18jährigen Deanston, den ich 2022 für 81,50 € gekauft habe. Aktuell kostet er beim gleichen Händler 121,90 €. Der Markt für die 18jährigen Whiskys macht also keinen Spaß – die Whiskys hoffentlich schon.

Whisky Week | I'm Eighteen

Die Einzeltastings werden hier im Laufe der Woche nach und nach online gehen.