Bunnahabhain | 12 Years old | 2025 Cask Strength Edition

Islay ist die Insel der schwer rauchigen Whiskys - mit zwei Ausnahmen: Bruichladdich füllt unter dem Brennereinamen unpeated Whisky ab und Bunnahabhain ist eigentlich für die nicht rauchigen Sherry-Whiskys bekannt. Obwohl in den letzten Jahren auch zunehmend rauchige Abfüllungen hinzukommen, insbesondere die unabhängigen Staoisha Whiskys. Aber zum Open Day von Bunnahabhain geht es nicht um Rauch, es geht um Sherry. Bunnahabhain 12 Cask Strength ist ein Whisky, wie ihn sich die Nerds wünschen: Altersangabe, Fassstärke, ungefärbt und nicht kühlgefiltert. Gereift in guten Fässern und in regelmäßigen Batches abgefüllt. Ok, der Whisky ist nicht günstig. Dieses aktuelle 2025er Batch bekommt man im Frühjahr 2026 beim größten deutschen Online-Shop für 98,90 €. Ein anderer renommierter Shop bietet ihn aber gleichzeitig für 82,90 € an. Das ist ein realistischer Preis. In der Auktion bekommt man vorhergehende Batches auch für etwas über 70 €.

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Kilchoman | aged 11 years | 100% Islay

Sechster Tag Fèis Ìle, Kilchoman hat Open Day. Es ist die einzige Distillery, die nicht direkt am Wasser liegt, es ist die einige Farm Distillery. Nicht alles Malz ist aus eigenem Getreide, es wird zugekuaft. Früher kam das zugekaufte Malt von Port Ellen Maltings, heute kommt es vom Mainland, ist aber mit eigenem Islay-Torf gedarrt und schottische Gerste. Aber diese 10% Islay Abfüllung ist tatsächlich 100% Islay. Ein 11 Jahre alter Kilchoman aus der 100% Islay Serie. Für diese Abfüllung wird die eigene auf Islay geerntete Gerste verwendet. Verwendet wurde Publican Barley aus den Ernten 2011,12 und 13. Die Gerste wird in der Brennerei germälzt und mit Torf von der Insel gedarrt. Der Phenolgehalt ist in der Regel geringer als beim zugekauften Malz. Kilchoman plant den Bau weiterer Malting Floors, um mehr eigenes Malz produzieren zu können. Der Whisky reifte in 16 ex-Oloroso Sherry Butts, die ein schöne dunkel-goldene Farbe hinterlassen haben.

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Bowmore | 2016 – 2025 | Old Particular

Fünfter Tag und doch erst Halbzeit beim Fèis Ìle. Heute ist Open Day bei Ardnahoe und Bowmore. Eigentlich ist ja Ardnahoe die interessantere Brennerei. Die totgefärbten originalen Abfüllungen von Bowmore mit ihren Luxusmarken-Kooperationen interessieren mich schon lange nicht mehr. Aber Ardnahoe hatte ich im letzten Jahr und von Bowmore gibt es - oder gab es - eine unabhängige Abfüllung von Douglas Laing für DeinWhisky.de. Es ist ein 9 Jahre alter Bowmore, der von Douglas Laing in der Old Particular Serie für DeinWhisky abgefüllt wurde. Er reifte im Refill Barrel, hat dafür aber noch eine schön hellgelbe Farbe.

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Williamson | 2014 – 2025 | Whic – Malts & Magic

Es geht wieder an die Südküste zu einer der ikonischsten Islay Distileries. Laphroaig - das steht für Rauch. Da kann Octomore noch so sehr mit ppm-Zahlen prahlen - Islay Rauch kommt von der Südküste und von Laphroaig. Dieser kommt vom deutschen Online-Shop Whic und heißt Williamson, so wie die legendäre Bessie Williamson, die Laphroaig von 1954 - 1972 teilweise besaß und leitete. Das ist halt auch wieder so eine Flasche mit einem Etikett voll düsterem Kampfgedönse mit Hornhelm, Doppelaxt-Kämpferin und blondem Spitzohrelfen, wo du den Verantwortlichen lebenslang die KI sperren möchtest. Was soll der Quatsch auf einem ordentlichen 11jährigen Laphroaig aus dem 1st Fill PX Sherry Hogshead? Da ist es gut, nur ein Sample zu haben. Unabhängiger Laphroaig taucht recht häufig auf, in letzter Zeit sogar unter Brennereinamen. Diese Abfüllung läuft unter dem Pseudonym Williamson, ist aber ein echter Single Malt und nicht teaspooned. Die Farbe ist ein schönes, nicht zu dunkles Gold. Das alles ist jedenfalls wesentlich vielversprechender als das dämliche Etikett. Der Whisky hatte 99,99 € gekostet und ist vergriffen.

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Caol Ila | 2014 – 2025 | James Eadie

Am dritten Tag des Fèis Ìle geht es zum Open Day von Caol Ila. Das ist und bleibt die größte Distillery auf der Insel mit einem gewaltigen Output von 6,8 Mio. LPA - wenn sie auf vollen Touren läuft. Aber ob sie das wirklich tut? Ein Caol Ila von James Eadie, der in der Base irgendwie unter dem Radar läuft. Obwohl es über 300 Flaschen gibt, taucht er in keiner Sammlung auf und hat nur drei Bewertungen. Es gibt ihn auch nur in wenigen deutschen Shops - und das zu einem unattraktiven Preis von über 90 € im Frühjahr 2026. Das ist alles seltsam - aber da ich ihn aus einer James Eadie Teilung habe, kann ich mir ja selbst ein Bild von der Abfüllung machen. Denn sie hört sich nicht uninteressant an. Der Whisky ist 11 Jahre alt und wurde 11 Monate in einem Refill Amontillado Sherry Hogshead aus europäischer Eiche gefinisht. Die Farbe ist golden und nicht zu kräftig.

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Bruichladdich | The Classic Laddie | aged 10 years

Am zweiten Tag des Fèis Ìle geht es von der South Coast rund um Loch Indaal nach Bruichladdich. Auch der zweite Whiky meiner Fèis ÌIe Tastings ist ein klassischer Whisky - diesmal aber nicht allgemein klassisch Islay, sondern konkret Classic Laddie. Krisenzeiten sind manchmal auch gute Zeiten für die Nerds. Die Distilleries haben wohl ihre Warehouses voll und können daher auch älteren Stoff abfüllen. Und während man uns vor noch gar nicht so langer Zeit erzählen wollte, dass das Alter völlig nebensächlich sei, gibt es nun zum Glück wieder Whiskys wie diesen. Der Classic Laddie war genau einer dieser NAS Whiskys, der in gewisser Weise den Laddie Ten ersetzte. Und nun gibt es ihn mit einem Alter von 10 Jahren. Der Classic Laddie hat mir schon gut gefallen - mit Altersangabe wird es ein Whisky, der wirklich interessant ist.

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Crisis on Islay? | Fèis Ìle 2026

Das sind keine guten Zeiten für Whisky - und das trifft natürlich auch die Whisky-Insel unserer Träume, Islay. Bereits im letzten Jahr reduzierten etliche Distilleries ihre Produktionskapazität und verlängerten die Wartungspausen. Ausreichend war das wohl eher nicht. Anfang 2026 kam dann die Schocknachricht: Zwei der renommiertesten Islay Distilleries legen ihre Produktionsteams zusammen. Und das auf der Insel, wo zwei weitere Brennereien kurz vor der Eröffnung stehen und mindestens zwei weitere geplant sind.

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Classic of Islay | Cask No. 301719 | bottled 2024

Das Fèis Ìle beginnt traditionell mit dem Open Day der Brennerei Lagavulin - und damit ist das Problem benannt: Ich habe keinen Whisky von Lagavulin. Irgendwo habe ich noch einen verschlossenen 8jährigen, weiß aber nicht, warum ich den öffnen sollte. Die ADOS-Abfüllung, die ich hier eigentlich nehmen sollte, habe ich schon veröffentlicht. Also bleibt der offene Classic of Islay - egal ob Lagavulin oder was auch immer. Classic of Islay - ist das nun wirklich Lagavulin, ist das manchmal Lagavulin oder ist es doch eher Caol Ila, weil das eben die größte Destille auf Islay ist? Genau weiß man es nicht. Aber irgendwie ist es ja schwierig, unabhängigen Lagavulin zu bekommen. Das Brühler Whiskyhaus bringt immer mal wieder gute Abfüllungen, die recht klar Lagavulin sind. Warum gibt es eigentlich keine integren Abfüllungen von Lagavulin selbst? Laphroaig hat gerade einen 12jährigen mit guter Trinkstärke, nicht kühlgefiltert, ungefärbt. Bruichladdich bringt den Classic Laddie mit 10 Jahren, Ardbeg einen Ten in Cask Strength. Und Lagavulin? Teuren Kram, gefärbten Kram, Special Releases zu Preisen, dass man mit dieser Brennerei gar nichts mehr zu tun haben möchte. Die Erklärung für diesen Crap hat sechs Buchstaben: Diageo. Also hoffe ich mal, dass dieser Classic of Islay vielleicht tatsächlich Lagavulin ist. Und wenn nicht, ist er auf jeden Fall integrer als jeder originale Lagavulin. Dies ist eine Abfüllung aus dem April 2024, kräftig im Alkohol mit 57,5%vol. und mit einer Farbe, die auf Sherry hindeutet. Er sollte ungefärbt und nicht kühlgefiltert sein - auf dem Label steht das nicht. Aber er ist eindeutig fur den deutschen Markt - da sollte die Farbe angegeben sein.

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Bruichladdich | The Classic Laddie

The Classic Laddie - das ist ja irgendwie ein Versprechen. Bruichladdich ist eine Distillery mit einer besonderen Geschichte. Stillgelegt in der Whiskykrise am Ende des 20. Jahrhunderts, wiederbelebt ab dem Jahr 2000 durch mutige unabhängige Investoren und zurückgefallen in die Hände der bösen Luxusmarken nach dem Kauf durch Rémy Cointreau 2012. Aber irgendwie konnte die Distillery ihre Reputation bewahren. Und wie sollte man dies besser spüren als in einer Abfüllung die als 'Classic' definiert wird? Diese Abfüllung aus dem Jahr 2024 trägt keine Altersangabe und es gibt keine Angabe zu den Fässern. Immerhin gibt es die Angabe 'Scottish Barley'. Das garantiert zumindest etwas Terroir. Die Farbe des Whiskys ist hellgolden - die der Flasche vollständig türkis, wie Loch Indaal an einem sonnigen Morgen. Inzwischen gibt es auch einen 10jährigen Classic Laddie. Ob er diese Abfüllung langfristig ersetzen wird oder ob es sich um ein zeitlich begrenztes Batch handelt, werden wir sehen ...

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Octomore | aged 10 years | A Dream of Scotland

Ein weiterer der 3 Angels for Marco, diesmal ein Octomore. Octomore ist der am stärksten getorfte Whisky der Bruichladdich Distillery - und es ist der teuerste Whisky der Bruichladdich Distillery. Da er nur in kleinen Mengen hergestellt wird, findet sich Octomore eher selten unabhängig abgefüllt. Im Brühler Whiskyhaus findet sich immer mal wieder eine solche Abfüllung. Dieser erhielt ein Pauillac Red Wine finish.

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