Classic of Islay | Cask No. 301719 | bottled 2024

Das Fèis Ìle beginnt traditionell mit dem Open Day der Brennerei Lagavulin - und damit ist das Problem benannt: Ich habe keinen Whisky von Lagavulin. Irgendwo habe ich noch einen verschlossenen 8jährigen, weiß aber nicht, warum ich den öffnen sollte. Die ADOS-Abfüllung, die ich hier eigentlich nehmen sollte, habe ich schon veröffentlicht. Also bleibt der offene Classic of Islay - egal ob Lagavulin oder was auch immer. Classic of Islay - ist das nun wirklich Lagavulin, ist das manchmal Lagavulin oder ist es doch eher Caol Ila, weil das eben die größte Destille auf Islay ist? Genau weiß man es nicht. Aber irgendwie ist es ja schwierig, unabhängigen Lagavulin zu bekommen. Das Brühler Whiskyhaus bringt immer mal wieder gute Abfüllungen, die recht klar Lagavulin sind. Warum gibt es eigentlich keine integren Abfüllungen von Lagavulin selbst? Laphroaig hat gerade einen 12jährigen mit guter Trinkstärke, nicht kühlgefiltert, ungefärbt. Bruichladdich bringt den Classic Laddie mit 10 Jahren, Ardbeg einen Ten in Cask Strength. Und Lagavulin? Teuren Kram, gefärbten Kram, Special Releases zu Preisen, dass man mit dieser Brennerei gar nichts mehr zu tun haben möchte. Die Erklärung für diesen Crap hat sechs Buchstaben: Diageo. Also hoffe ich mal, dass dieser Classic of Islay vielleicht tatsächlich Lagavulin ist. Und wenn nicht, ist er auf jeden Fall integrer als jeder originale Lagavulin. Dies ist eine Abfüllung aus dem April 2024, kräftig im Alkohol mit 57,5%vol. und mit einer Farbe, die auf Sherry hindeutet. Er sollte ungefärbt und nicht kühlgefiltert sein - auf dem Label steht das nicht. Aber er ist eindeutig fur den deutschen Markt - da sollte die Farbe angegeben sein.

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Bruichladdich | The Classic Laddie

The Classic Laddie - das ist ja irgendwie ein Versprechen. Bruichladdich ist eine Distillery mit einer besonderen Geschichte. Stillgelegt in der Whiskykrise am Ende des 20. Jahrhunderts, wiederbelebt ab dem Jahr 2000 durch mutige unabhängige Investoren und zurückgefallen in die Hände der bösen Luxusmarken nach dem Kauf durch Rémy Cointreau 2012. Aber irgendwie konnte die Distillery ihre Reputation bewahren. Und wie sollte man dies besser spüren als in einer Abfüllung die als 'Classic' definiert wird? Diese Abfüllung aus dem Jahr 2024 trägt keine Altersangabe und es gibt keine Angabe zu den Fässern. Immerhin gibt es die Angabe 'Scottish Barley'. Das garantiert zumindest etwas Terroir. Die Farbe des Whiskys ist hellgolden - die der Flasche vollständig türkis, wie Loch Indaal an einem sonnigen Morgen. Inzwischen gibt es auch einen 10jährigen Classic Laddie. Ob er diese Abfüllung langfristig ersetzen wird oder ob es sich um ein zeitlich begrenztes Batch handelt, werden wir sehen ...

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Edradour | aged 10 years | The Distillery Edition

Edradour 10 war einer meiner ersten Whiskys. Ich fand die kleine Distillery interessant, es war die erste Distillery, die ich 1999 besucht habe, das war noch vor der Übernahme durch Andrew Symington und ich hatte keine Ahnung von Whisky. Später wurde der Erdadour 10 für mich uninteressant, der Whisky hatte nur 40%vol. und war damit natürlich auch kühlgefiltert. Interessanter waren die von Andrew Symington unter dem Signatory Label abgefüllten 10jährigen Einzelfassabfüllungen, meist dunkle Sherrybomben, aber trotzdem interessant. Und nun hat Edradour zum 200jährigen Brennerei-Jubiläum endlich auch bei diesem Whisky die Zeichen der Zeit erkannt: Endlich gibt es den 10jährigen Einstiegswhisky in die Core Range mit 46%vol., ungefärbt und nicht kühlgefiltert.

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Glen Scotia | Victoriana | 2024 Bottling

Es ist einige Zeit her, seit ich den Victoriana das letzte Mal verkostet habe. Seitdem hat sich das Design geändert. Was geblieben ist: Der Whisky ist ungefärbt und nicht kühlgefiltert und wurde in Cask Strength abgefüllt. Aber egal aus welchem Jahr er stammt - Cask Strength sind immer 54,2%vol.. Da könnte man jetzt drüber philosophieren. Vielleicht mischen sie Batches, die für etliche Jahre reichen, auch wenn zwischendurch das Design geändert wird? Vielleicht wird er aber auch vor einfüllen in die Fässer zum Finish bereits verdünnt, denn 54,2%vol. sind für einen NAS Cask Strength Whisky nicht viel. Egal. Es ist ein NAS Whisky und zu den Fässern gibt es auf der Website des Importeurs Hawe die Angabe, dass der Whisky zunächst in 1st Fill ex-Bourbon reift und danach 30% des Batches in 1st Fill PX Sherry Butts und 70% in heavy Char Barrels gefinisht wird. Das führt einer kräftig goldenen Farbe. Preislich geht es im Winter 2025 von knapp 60 bis 78 €.

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Laphroaig | aged 10 years | Sherry Oak Cask Finish

Einer der ersten Whiskys, die ich in diesem kleinen Blog verkostet habe, war der Laphroaig 10 Sherry Oak. Es ist ein Whisky, der sich etwas aus der Range von Laphroaig abhebt. Er hat eine ordentliche Altersangabe, es ist angegeben, dass er in Sherry-Fässern aus europäischer Eiche gefinisht wurde. Es heißt, er sei nicht kühlgefiltert und nicht gefärbt. Aber stimmt das wirklich? Auf der Flasche findet sich keine Angabe, obwohl sie für den europäischen Markt ist. Könnte also tatsächlich ungefärbt sein. Allerdings geben manche Shops Farbstoff an, vielleicht aus Vorsicht. Wie auch immer: Bei wirklich integrem Whisky steht non chillfiltered and natural colour auf dem Etikett, das muss Laphroaig hier noch lernen. Aber ich will nicht meckern - der Whisky macht auf den ersten Blick viel richtig und man bekommt ihn im Angebot im Spätherbst 2025 bei einem normalen deutschen Shop für 49 €. Das ist ok. Also höchste Zeit, den Whisky erneut zu probieren.

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Royal Brackla | aged 12 years | Distillery Bottling

Royal Brackla hat bereits vor ein paar Jahren die Core Range überarbeitet. Seitdem sind die Whiskys auch für Nerds interessant geworden. Dieser 12jährige Whisky wurde im Oloroso Sherry Cask gefinisht. Aber der Whisky hat nicht nur eine Altersangabe - er ist ungefärbt, nicht kühlgefiltert (beides steht deutlich auf dem Etikett) und wurde mit 46,0% abgefüllt. Die Farbe ist dunkel und zeigt den Sherryeinfluss. Richtig günstig ist die Abfüllung nicht, die 0,7l Flasche kostet im Spätsommer 2025 in den Shops zwischen 50 und 60 €. Meine 1 Liter Flasche habe ich auf der Schottlandfähre im Travel Retail für knapp 60 € bekommen. Das ist ok …

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Benromach | Cask Strength | Vintage 2014

Der Benromach Cask Strength kommt immer mit Vintageabfüllungen und einem Alter von ca. 10 Jahren. Abgefüllt wurden in diesem Batch 30 Fässer aus dem Jahrgang 2014. Der Whisky reifte in Bourbon und 1st fill Sherry Casks, ist weder kühlgefiltert noch gefärbt, dafür aber getorft. Im Sommer 2025 ist diese Abfüllung für 65 - 70 € in den Shops erhältlich. Auch wenn es Vintage-Abfüllungen sind, ist dies sicherlich ein Core Range Whisky von Benromach, der den Grundcharakter der Distillery gut abbildet und als ungefärbter, nicht kühlgefilterter Whisky in Cask Strength die Whisky Geeks erfreut.

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Ardbeg | Uigeadail

Uigeadail ist neben Corryvreckan der zweite relevante Ardbeg ohne Age Statement in der Core Range. Hier ist es eine Reifung in ex-Bourbon und Sherry Casks, die den Whisky interessant macht. Anfang 2025 bekommt man ihn ab ca. 60 €. Das ist nicht günstig für einen Whisky ohne Altersangabe, es ist aber vielleicht halbwegs ok für einen Ardbeg in erhöhter Trinkstärke, der ungefärbt und nicht kühlgefiltert ist. Und der vor allem nicht mit irgendeiner absurden Geschichte veröffentlicht wird, wie all die Sonderabfüllungen mit ebenso absurden Preisen. Die Sherryfässer haben jedenfalls einen schönen, golden Bernsteinton hinterlassen. Der ist echt, was Ardbeg positiv von Brennereien wie Laphroaig, Bowmore, Lagavulin oder Caol Ila abhebt.

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Kilchoman | Sanaig | 2022 Edition

Neben der eher unübersichtlichen Menge an Einzelabfüllungen hat Kilchoman eine Core Range, die vornehmlich aus den drei Abfüllungen Machir Bay, Sanaig und Loch Gorm besteht. Ist der Machir Bay eher puristisch mit hauptsächlich ex-Bourbon und der Loch Gorm ein opulent dunkles Sherrymonster, erfüllt der Sanaig eher die Erwartungen an einen klassischen Islay-Whisky: Stark rauchig mit einem ordentlichen Anteil Sherryfrucht. Preislich liegt der Sanaig unter 50 €, was sicherlich akzeptabel ist.

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Ardbeg | Corryvreckan

Am letzten Tag des Fèis Ìle zurück an die Südküste, die leider zu oft mit dazu beigetragen hat, dass einige Menschen den Spaß am Whisky verlieren. Auch bei Ardbeg ging es in der Vergangenheit zu oft um Whisky mit großartigen Stories und Preisen, statt um Whisky mit großartigem Geschmack. Ardbeg ist ja durchaus eine kontroverse Marke. Im Grunde ist es ein satter, dreckig-maritimer Islay Whisky mit kräftigem Rauch. Trotzdem ist man bei LVMH versucht, ihn zu einem Luxus-Whisky zu stilisieren und ihn vor allem entsprechend preislich zu positionieren. Besonders die Sonderabfüllungen oder die Age Statements (außer dem Ten) sind in einer Preisliga, die keinen Spaß macht.  Der Corryvreckan ist eine der Abfüllungen aus der Core Range, die ohne Age Statement kommen. Inzwischen werden auch hier oftmals Preise über 80 € aufgerufen. Das ist viel für einen Whisky ohne Alter, der einen Teil seiner Aromen und Farbe aus frischen French Oak Casks bezieht.

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