Loch Lomond | aged 18 years

Single Malt Scotch Whiskey

46,0%vol. | bottled 2023 | American Oak

un-chillfiltered

chillfiltered

natural colour

coloured

un-peated

lightly peated

cask strength

Single Cask

Loch Lomond ist eine Distillery, die sich erst in den letzten Jahren wieder etwas Reputation bei den Fans erarbeiten konnte. Trotzdem finde ich die Distillery schwierig, da man sie nicht mit einem einzelnen Style verbinden kann. Man kann dort sehr vielfältige Produkte herstellen, es gibt klassische Potstills, es gibt die Lomond Still, eine Pot Still mit Straigth Neck und es gibt auch eine Coffey Still. Es gibt rauchige Whiskys, nicht-rauchige – wie soll man da den Überblick bewahren?

Dies jedenfalls ist eine 18jährige Abfüllung, die in American Oak reifte. Das kann viel sein, nervt den Nerd also bereits. Der Claim der Abfüllung lautet ‚Caramelised Apple and Wood Smoke‘. Natürlich sind weder Apfel, noch Karamell oder gar Holzrauch drin. Aber ist vielleicht etwas Peat mit dabei? Laut Etikett ist der Whisky nicht kühlgefiltert – Angaben zur Farbe gibt es nicht, also dürfte etwas Farbe im Spiel sein.

Nosing

In der Nase ist Rauch eher nicht spürbar – oder vielleicht doch ein Hauch? Es sind klassische ex-Bourbonnoten mit einer herb-bitteren Würze. Vanille bleibt im Hintergrund und vor den karamellisierten Apfel schieben sich die herben Holznoten. Mit der Zeit ist da aber durchaus Apfelkompott, vielleicht auch etwas angebranntes Karamell. Dazu kommt dann noch etwas Kakao. Rauch ist zumindest nicht direkt greifbar – beim Verreiben auf dem Handrücken ist er aber durchaus vorhanden.

Taste

Der karamellisierte Apfel ist im Aroma präsent – im Geschmack bleibt er eher verborgen. Da dominieren leicht bittere Holznoten. Der Whisky ist mehr auf der herb würzigen Seite. Das Karamell ist vorhanden aber angebrannt, der Apfel fehlt.

Finish

Der Whisky endet trocken werdend, da ist etwas staubiger Kakao, vielleicht es tatsächlich auch Rauch.

Conclusion

Der Whisky ist schon ok, er hat auch keine jungen Töne. Das heißt aber nicht, dass er als älterer Whisky besonders herausragt. Ich finde ihn nicht besonders aufregend und eindrucksvoll, er ist aber gut trinkbar. Vielleicht ist er etwas zu bitter und hat zu wenig Fruchtaromen, die das ein wenig kontern könnten. Anfang 2026 kostet er zwischen 73 und knapp 90 €. Dafür gibt es interessantere Whiskys.
Old Military Road to Glenelg | © Klaus Bölling, www.boelling.de

Loch Lomond Distillery

founded: 1965 | Region:  Highlands
Owner: Loch Lomond Group (Hillhouse Capital)
Capacity: 5.000.000 LPA

LPA: Litres of Pure Alcohol

Quelle: Ingvar Ronde, Malt Whisky Yearbook 2026

Loch Lomond ist eine große Brennerei mit vielfältigen Möglichkeiten, die sich aus der Vielfalt der in der Brennerei verfügbaren Stills ergibt. Neben den traditionellen Pot Stills mit Swan Necks gibt es Straight Neck Pot Stills (die Lomond Stills) mit einem zylindrischen Aufbau, in dem Kupferböden eingebaut sind, die für größeren Kupferkontakt und fruchtige Destillate sorgt. Zudem verfügt die Brennerei über Column Stills, auf denen Grain Whisky in großen Mengen gebrannt werden kann.

Aber vielleicht ist das auch ein Problem der Distillery, die vielfältigen Abfüllungen mit wechselnden Namen nach Inseln im Loch Lomond oder dann doch wieder nur als Loch Lomond bezeichnet, sind schwer einzuordnen. Hier wird unter anderem auch gemälzte Gerste über Coffey Stills destilliert, was laut SWA aber keinen Single Malt sondern nur Single Grain ergibt. Und es gibt auch getorfte Varianten.

Loch Lomond kann also so ziemlich alles herstellen – aber das ist dann manchmal doch zu viel.