Five in a Row | Scotland's Unvisitible Gem

Eine meiner Lieblingsbrennereien in Schottland ist Edradour. Es war die erste Brennerei, die ich besucht habe. Das war bevor Andrew Symington sie gekauft hat – und es war bevor ich wirklich an Whisky interessiert war. Seitdem war ich immer mal wieder dort und habe Scotland’s Little Gem besucht. Denn Edradour ist wirklich eine besondere Distillery und auch eine besonders hübsche Distillery, die immer gute Touren hatte. Umso trauriger ist es, dass sie nach der Pandemie nicht mehr für Besucher geöffnet wurde und das wohl auch in der Zukunft so bleiben soll.

Die Brennerei hat eine recht bewegte Geschichte. Edradour ist eine Farm Distillery, die 1825 von einem Konsortium verschiedener Farmer gegründet wurde. Die beteiligten Farmer hatten aber auch vorher schon gebrannt und die Region war auch bekannt für ihre illicit Distilleries. 1933 wurde die kleine Brennerei an das Blending House William Whiteley verkauft. Die hatten Kontakte zum amerikanischen Mafiaboss Frank Castello, der ihren King’s Ransom Blend während der Prohibition in den USA vertrieb. Dessen Verbündeter Irving Haim übernahm dann auch die Edradour Distillery und behielt sie bis zu seinem Tod 1976.

1982 wurden Campbell Distillers, die schottische Whisky Company von Pernod Ricard, Eigentümer von Edradour. Die Distillery war in einem schlechten Zustand. Der Konzern investierte, eröffnete ein Besucherzenztrum und brachte 1986 Edradour als Single Malt auf den Markt. Besonders gut war der Ruf des Whiskys nicht, manche Batches galten als seifig und schlecht gebrannt.

Edradour Distillery, Highlands | © Klaus Bölling, www.boelling.de

Besser wurde es für Edradour ab 2002. Da übernahm Signatory Vintage, der 1988 von Andrew Symington gegründete Independent Bottler, die Distillery. In der Folge wurde die klereinr Brennerei oberhalb von Pitlochry zum Firmensitz von Signatory und zum Lebensmittelpunkt der Familie Symington.

Edradour ist nicht nur besonders idyllisch gelegen, die Distillery unterscheidet sich auch sonst von vielen anderen Brennereinen. Edradour nutzt noch immer eine weit über 100 Jahre alte gusseiserne, offene Mashtun, den ebenfalls offenen altertümlichen Morton Refrigerator zum Herabkühlen des Wort, hölzerne Washbacks und kleine, gedrungene Pot Stills. Zudem sind Worm Tubs zur Kondensation im Einsatz – alles in allem also viel Technik, die sich seit Gründung der Distillery kaum verändert hat. Das gesamte Equipment wurde original kopiert, um 2018 auf der anderen Seite des Edradour Burn Edradour 2 zu eröffnen

Five in a Row | Yes, 100 Proof

Die fünf Einzeltastings werden hier in den nächsten Tagen jeweils um 18 Uhr online gehen.