Bruichladdich | The Classic Laddie | aged 10 years

Am zweiten Tag des Fèis Ìle geht es von der South Coast rund um Loch Indaal nach Bruichladdich. Auch der zweite Whiky meiner Fèis ÌIe Tastings ist ein klassischer Whisky - diesmal aber nicht allgemein klassisch Islay, sondern konkret Classic Laddie. Krisenzeiten sind manchmal auch gute Zeiten für die Nerds. Die Distilleries haben wohl ihre Warehouses voll und können daher auch älteren Stoff abfüllen. Und während man uns vor noch gar nicht so langer Zeit erzählen wollte, dass das Alter völlig nebensächlich sei, gibt es nun zum Glück wieder Whiskys wie diesen. Der Classic Laddie war genau einer dieser NAS Whiskys, der in gewisser Weise den Laddie Ten ersetzte. Und nun gibt es ihn mit einem Alter von 10 Jahren. Der Classic Laddie hat mir schon gut gefallen - mit Altersangabe wird es ein Whisky, der wirklich interessant ist.

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Crisis on Islay? | Fèis Ìle 2026

Das sind keine guten Zeiten für Whisky - und das trifft natürlich auch die Whisky-Insel unserer Träume, Islay. Bereits im letzten Jahr reduzierten etliche Distilleries ihre Produktionskapazität und verlängerten die Wartungspausen. Ausreichend war das wohl eher nicht. Anfang 2026 kam dann die Schocknachricht: Zwei der renommiertesten Islay Distilleries legen ihre Produktionsteams zusammen. Und das auf der Insel, wo zwei weitere Brennereien kurz vor der Eröffnung stehen und mindestens zwei weitere geplant sind.

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Classic of Islay | Cask No. 301719 | bottled 2024

Das Fèis Ìle beginnt traditionell mit dem Open Day der Brennerei Lagavulin - und damit ist das Problem benannt: Ich habe keinen Whisky von Lagavulin. Irgendwo habe ich noch einen verschlossenen 8jährigen, weiß aber nicht, warum ich den öffnen sollte. Die ADOS-Abfüllung, die ich hier eigentlich nehmen sollte, habe ich schon veröffentlicht. Also bleibt der offene Classic of Islay - egal ob Lagavulin oder was auch immer. Classic of Islay - ist das nun wirklich Lagavulin, ist das manchmal Lagavulin oder ist es doch eher Caol Ila, weil das eben die größte Destille auf Islay ist? Genau weiß man es nicht. Aber irgendwie ist es ja schwierig, unabhängigen Lagavulin zu bekommen. Das Brühler Whiskyhaus bringt immer mal wieder gute Abfüllungen, die recht klar Lagavulin sind. Warum gibt es eigentlich keine integren Abfüllungen von Lagavulin selbst? Laphroaig hat gerade einen 12jährigen mit guter Trinkstärke, nicht kühlgefiltert, ungefärbt. Bruichladdich bringt den Classic Laddie mit 10 Jahren, Ardbeg einen Ten in Cask Strength. Und Lagavulin? Teuren Kram, gefärbten Kram, Special Releases zu Preisen, dass man mit dieser Brennerei gar nichts mehr zu tun haben möchte. Die Erklärung für diesen Crap hat sechs Buchstaben: Diageo. Also hoffe ich mal, dass dieser Classic of Islay vielleicht tatsächlich Lagavulin ist. Und wenn nicht, ist er auf jeden Fall integrer als jeder originale Lagavulin. Dies ist eine Abfüllung aus dem April 2024, kräftig im Alkohol mit 57,5%vol. und mit einer Farbe, die auf Sherry hindeutet. Er sollte ungefärbt und nicht kühlgefiltert sein - auf dem Label steht das nicht. Aber er ist eindeutig fur den deutschen Markt - da sollte die Farbe angegeben sein.

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Glen Scotia | 2011 – 2025 | Campbeltown Saga Release No. 1

Fünfter Tag Campbeltown Malts Festival 2026, morgen geht es hinüber zur Isle of Islay. Also endet das Festival mit einem weiteren medium peated Glen Scotia. Glen Scotia brennt nur sechs Wochen im Jahr peated Spirit, dabei passt der Rauch doch sehr gut zum Glen Scotia Charakter. Die Campbeltown Saga ist eine neue Serie von Glen Scotia, die sich irgendwie auf die Geschichte der alten Whiskymetropole bezieht, auf der Packung aber auch Motive zeigt, die eher Steampunk sind. Es ist aber eine interessante Abfüllung, ca. 14 Jahre alt, medium peated aus 1st Fill Bourbon Barrels, die eine schöne goldene Farbe hinterlassen haben. Im Frühjahr 2026 ist der Whisky für etwa 70 - 75 € erhältlich, was ein ganz interessanter Preis ist.

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Glen Scotia | aged 7 years | Campbeltown Malts Festival 2026

Vierter Tag Campbeltown Malts Festival 2026, es geht hinüber auf die andere Seite der Stadt zur Glen Scotia Distillery, die in jedem Jahr eine gut verfügbare Festivalabfüllung auf den Markt bringt. In diesem Jahr ist das ein 7jähriger medium peated Whisky mit sechsmonatigem Ruby Port Finish. Das ist die bisher jüngste Ausgabe der jährlichen Festival-Abfüllungen. Immerhin, der Preis liegt unter 70 €. Andererseits: 2020 gab es für den gleichen Preis einen doppelt so alten Glen Scotia mit Tawny Port Finish. In den letzten Jahren hatte ich die Abfüllungen blind gekauft und das eigentlich auch nicht bereut. In diesem Jahr muss zunächst ein Sample reichen. Die Farbe hat einen schönen rötlichen Einschlag.

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Springbank | 2015 – 2025 | Local Barley – 2025 Edition

Dritter Tag Campbeltown Malts Festival 2026, dritter Springbank, der schwer oder nicht erhältlich ist. Noch wesentlich schwieriger als den 12er CS bekommt man eine Abfüllung des Springbank Local Barley, der aus Gerste produziert wird, die rund um Campbeltown auf der Kintyre Pensinsula reift. Für das 2015 destillierte 2025er Batch wurde eine spezielle Gerste verwendet: Bere Barley. Diese alte, schwierige und wenig ertragreiche Sorte war fast verschwunden und wurde dann in Orkney wiederentdeckt und zuerst kultiviert. Es gibt nur wenig Whisky aus Bere Barley. Bruichladdich hat eine regelmäßige Abfüllung. Nach einigen Versuchen, diese Gerste auf Islay anzubauen, verwendet man dort wieder Bere Barley aus Orkney. Arran hatte zwei Abfüllungen. Und nun auch Springbank mit Bere Barley von der Clochkiel Farm auf der Kintyre Peninsula, gereift in 60% Bourbon und 40% Sherry Casks.

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Springbank | aged 12 years | Cask Strength – Batch 28

Zweiter Tag Campbeltown Malts Festival 2026, zweiter Springbank, der schwer oder nicht erhältlich ist. Springbank 12 Cask Strength - ein Whisky, der auch jetzt, wo viele behaupten, der Whisky Hype sei vorbei, nicht zu bekommen ist. Zumindest nicht zu einem anständigen Preis. Vielleicht gelingt es, wenn man einen anständigen Local Dealer hat. Online ist er, wenn ich endlich mitbekommen habe, es könnte ihn gerade geben, jedenfalls nicht mehr zu bekommen. Also muss auch diesmal ein Sample reichen. Batch 28 ist im Herbst 2025 erschienen und eine reine ex-Bourbon Reifung mit hellgoldener Farbe.

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What’s on in Campbeltown? | Campbeltown Malts Festival 2026

Das sind keine guten Zeiten für Whisky. Der Boom ist vorbei, die Euphorie ist vorbei. Kriege, Krisen - eigentlich ein Garant für Bedarf an Alkohol - trotzdem halten sich jüngere Generationen fern vom Alkohol. Und Whisky zählt ja eher zum Luxussegment, auf das verzichtet wird, wenn das Geld knapper wird. Das ist also auch nicht die beste Zeit für ein Whiskyfestival - oder vielleicht gerade deshalb?

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Springbank | aged 15 years | 2024 Edition

Es ist Campbeltown Malts Festival und ich habe in diesem Jahr keine ausgewogene Mischung von Abfüllungen. Also beginne ich einfach mit einem Whisky, den ich sehr mag und leider nur schwer bekommen kann. Der 15jährige Springbank ist einer meiner Lieblingswhiskys und ich bedauere es immer sehr, dass er praktisch niemals zum annähernden UVP erhältlich ist, wenn man nicht Beziehungen zu einem Händler hat. Dies ist ein 2024er Bottling mit Bottling Code vom 15.08.2024. Die Abfüllung reifte wohl vollständig in Sherryfässern und hat eine entsprechend dunkelrotgoldene Farbe. Ein blended Malt aus Whiskys der zwei ältesten aktiven Distilleries in Campbeltown - also Springbank und Glen Scotia. Es ist das 100ste Fass, das der in Campbeltown ansässige unabhängige Abfüller Watt Whisky bottled. Der Whisky ist 7 Jahre - aber auf der Website des Abfüllers erhält man die Information, dass er mit etwas 28 Jahre altem Springbank aufgepimpt wurde (more than teaspooned, less than vatted!). Ok, schmeckt man das raus? Es macht den Whisky auf alle Fälle interessant. Ein guter Einstieg ins Festival.

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Aberargie | Inaugural

Eine neue Distillery tritt auf den Plan - Aberargie. Die Brennerei liegt an der Grenze von den Lowlands zu den Highlands, pocht aber auf einen eigenen Stil. Die Distillery gehört Morrison Distillers und ist eine Farm Distillery, die ihre verwendete Gerste komplett selbst anbaut. Dabei setzt sie auf Golden Promise und Laureate Barley, die beide auch in diesem Inaugural Release verwendet werden (52% Golden Promise, 48% Laureate, beide getrennt verarbeitet und destilliert). Der Whisky hat keine Altersangabe, da die Brennerei bereits seit 2017 produziert, ist der Whisky aber nicht mehr ganz so jung. Die Reifung erfolgte je zur Hälfte in 1st Fill Bourbon und Sherry Casks.

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