All Good Things Come in Threes | A Trip to Orkney

Orkney ist ein ganz besonderes Ziel oben im norden vor der Küste des schottischen Festlands. Die Inselgruppe unterscheidet sich von den Highlands. Das spiegelt sich auch bei dem Whisky wider, der klar mit Orkney verbunden werden kann - Highland Park. Während es Scapa nicht schafft, die wunderbare Lage in so etwas ähnliches wie Terroir zu transformieren, gelingt das Highland Park hervorragend. Der Whisky ist wiedererkennbar, der Heidetorf, der im Hobbister Moor auf Mainland Orkney verortet werden kann, sorgt für einen ziemlich einzigartigen Geschmack in der schottischen Whisky Range.

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Highland Park | aged 14 years | Land of Orkney – Travel Edition

Highland Park hat 2024 das Design grundlegend geändert. Die Wikinger wurden entlassen - nun steht Orkney selbst im Mittelpunkt. Das helle, schlichte Design soll die Flaschen aufwerten. Wikinger passen nicht so recht zur Premiumisierung, die sich die Edrington Group auf die Fahne geschrieben hat. Am Whisky selbst wurde wenig geändert, da ist es dann auch vorbei mit der Premiumisierung. Denn was soll ein ABV von 42,3%vol.? Wie kommt man auf solchen Quatsch? Die Abfüllung hieß früher Loyality of the Wolf. Nun wurde daraus Land of Orkney. Okay. Die Abfüllung ist eigentlich für den Travel Retail, es gibt ihn aber auch normal im Whiskyhandel für knapp unter 50 €.

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Tomatin | 2008 – 2026 | Connoisseurs Choice

Tomatin gehört nicht zu meinen favorisierten Whiskys und taucht eher selten auf. Die Core Range hat mich bisher nicht nachhaltig interessiert und unabhängig gibt es Tomatin nicht so oft. Deshalb ist diese recht dunkle Abfüllung aus der Connoisseurs Choice Serie von Gordon & MacPhail aus dem Refill Hogshead interessant.

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Laphroaig | aged 15 years​

Irgendwie sind die Zeiten anstrengend für die Distilleries. Da kommen permanent neue Brennereien auf den Markt, der eher schrumpft. Da gibt es Generationen, die angeblich keinen Alkohol trinken. Das trifft natürlich auch unser aller Lieblingsinsel Islay. Die beiden Brown Forman Distilleries Laphroaig und Bowmore haben ihre Produktionsteam zusammengelegt und damit sicherlich die Produktionsmenge gesenkt. Und dann hauen sie erst eine neue 12jährige Abfüllung heraus, ungefärbt und nicht kühlgefiltert. Bei Laphroaig, die aus Trotz auch das Trinkwasser gefärbt hatten (Scherz). Und nun einen 15jährigen, ungefärbt, nicht kühlgefiltert. Selbst zum 200jährigen Jubiläum 2015 hatten sie die Fans ihre volle Verachtung spüren lassen und ihnen den 15jährigen als gefärbte und kühlgefilterte Schorle mit 43%vol, vorgesetzt. Zum Jubiläum! Und nun kommt er einfach so genau so, wie ihn die Nerds schon immer wollten. Der Industrie geht es also wirklich schlecht, wenn sie sich herablässt, die Wünsche der Kunden zu erfüllen. Aber genug Hohn und Spott: Ich freue mich genau auf diesen Whisky, der nach dem 12er der nächste Laphroaig ist, der genau so in die Flasche kommt, wie ich es mir wünsche: integer und ohne Bullshit.

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Edradour No. 2 | 2018 – 2025​ | Inaugural Release

Edradour ist eine kleine Farmbrennerei, die mit kleinen, gedrungenen Brennblasen in alten Farmgebäuden einen besonderen Charme hat und einen besonderen Whisky macht, der durch das Setting mit den Brennblasen, der offenen, gusseisernen Mash Tun und den Worm Tubs einen roughen, etwas unreinen - aber damit einzigartigen - Charakter hat. 2018 hat Andrew Symington in einer Halle auf der anderen Seite des kleinen Edradour Burn eine exakte Kopie der Brennerei errichtet. Edradour No. 2 soll die Kapazität erhöhen und der gestiegenen Nachfrage Rechnung tragen. Hier werden zukünftig wohl die nicht torfigen Edradour Whiskys entstehen, während im alten Gebäude der torfige Ballechin gebrannt wird. Zum 200jährigen Jubiläum von Edradour ist nun ein Inaugural Release von Edradour No. 2 erschienen. Nicht als Originalabfüllung, sondern als Veröffentlichung von Signatory Vintage, sieben Jahre alt und - typisch für Signatory - in 1st Fill Oloroso Sherry Butts gereift. Der Whisky ist mit 100 Proof abgefüllt und im Sommer 2026 für unter 50 € in vielen Shops noch erhältlich.

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Bothy by Ralfy | aged 10 years​ | North Star Spirits

Ralfy Mitchell hat in einer Live-Session in seiner Whisky Bothy einen Blended Malt zum 10. Geburtstag des unabhängigen Abfüllers North Star Spirits kreiert, dessen Verkaufserlöse für einen guten Zweck gespendet wurden. Nun gut, Youtuber kippen immer mal wieder etwas zusammen - und seien es die Reste aus ihren Samples. Aber Ralfy traue ich zu, dass er weiß, was er macht und er hat auch genau erläutert, was er macht. Am Ende ist ein Blend herausgekommen, der 29% 2013er Teaninich aus Sherry Octaves, 28% 2013er Secret Campbeltown Blended Malt aus dem Refill Barrel, 14% 2015er Caol Ila aus dem Refill Hogshead, 10% 2010er Secret Speyside aus dem 1st Fill Sherry Hogshead und 19% 2007er Auchroisk aus dem Refill Sherry Hogshead enthält.

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Burnside | aged 36 years | The Caskhound

Die Trendwenden in der Whiskywelt sind krass. Es ist noch nicht lange her, da gab es keine alten Whiskys, jedenfalls nicht ohne Verpfändung mindestens einer Niere. Und für die unabhängigen Bottler war die Frage, ob sie überhaupt Fässer bekommen. Und wenn dann nicht von den renommierten Distilleries. Und hier füllt der Caskhound einen 36 Jahre alten Balvenie ab, klar, da ist auf jeden Fall ein Teelöffel Glenfiddich drin, was das Ganze zum Blended Malt macht. Und klar der Preis lag jenseits meiner Schallmauer - er war aber nicht abgehoben oder übertrieben. Auf der Whisky Fair in Limburg war der Whisky sicherlich eines der Highlights. Und er reifte vollständig in einem Refill Bourbon Hogshead.´Das ist klassischer Whisky mit einer schönen goldgelben Farbe.

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The Tasteful Weekend | A Weekend Dram from Balvenie

Es gibt Brennereien, die fand ich, als mein Interesse für Whisky geweckt war, toll. Balvenie stand damals für wirklich guten Whisky, das war quasi der bessere Verwandte von Glenfiddich. Aber irgendwann geht die Whiskyreise weiter, ich habe den Spaß an gefärbten und kühlgefilterten Whiskys verloren und Balvenie hatte dann nicht mehr viel zu bieten. Treotzdem hat die Distillery einen guten Ruf - also lohnt es sich, das Wochenende mit unabhängigem Balvenie zu verbringen.

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Side Burn | aged over 35 years | Thompson Brothers

Es gibt mal wieder eine kleine Namensverwirrung bei den Zweitnamen für Abfüllungen, die nicht den Distillery-Namen verwenden dürfen. Diese Abfüllung der Thompson Brothers trägt den Namen Side Burn. Und ist ziemlich sicher ein teaspooned Balvenie. Die hießen früher Burnside, was jetzt nicht mehr geht, da dies eine Trademark von Cadenhead's ist. Das gilt aber nur für Schottland - deshalb erscheinen in Deutschland auch weiterhin Burnside Abfüllungen. Nun gut. Der Whisky ist über 35 Jahre alt und reifte in Refill Casks. Es dürfte sich also nicht um ein Einzelfass handeln und die Angabe Cask Strength finde ich auch nicht. Könnte mit 51%vol. aber durchaus sein.

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Mortlach | aged 11 years | Signatory 100 Proof Edition #73

Mortlach ist eine der gehypten Distilleries in der Speyside, hat eine Ruf für 'fleischige' Whiskys, womit ich als Vegetarier auch nicht viel anfangen kann und irgendwie funktioniert die Premiumisierung, die Diageo so verzweifelt versucht auch nicht so richtig. Oder um es einfacher zu sagen - so richtig habe ich den Zugang zu Mortlach bisher nicht gefunden. Aber trotzdem habe ich natürlich Interesse und bin neugierig, wenn es hier einen bezahlbaren Mortlach aus der 100 Proof Edition gibt. Hier steht der Sherry im Vordergrund, das zeigt allein die Farbe.

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