Tullibardine | 2013 - 2026 | The Murray
Single Malt Scotch Whisky
56,1%vol. | Ex Bourbon Barrels | The Marquess Collection
un-chillfiltered
chillfiltered
natural colour
coloured
un-peated
peated
cask strength
Single Cask
Es ist einige Zeit her, seitdem ich den letzten Tullibardine aus der Marquess Collection im Glas hatte. Deshalb freue ich mich, dass ich hier einen klassisch gereiften Tullibardine aus Ex Bourbon Barrels gefunden habe. Es ist ein wenig schade, dass die The Murray Whiskys inzwischen eher selten erscheinen, da es meist interessante Highland Whiskys in einer wertigen Aufmachung mit guter Qualität waren. Der Whisky ist ca. 13 Jahre alt und im Sommer 2026 für 70 € erhältlich. Die Farbe ist goldgelb und eher hell.
Nosing
In der Nase kommt warme Vanillecreme mit hellen Früchten und Schokoraspeln. Der Whisky ist ist süß, die Früchte sind reif, teilweise ist da Fruchtkompott, Weingummi mit dem leicht wachsigen Aspekt vom Trennmittel. Dazu kommt auch etwas Kokos, Erinnerungen an die Rafaello Kugeln. Die Aromen sind stark, der Alkohol ist nicht auffällig und trägt die Aromen gut nach vorne.
Taste
Im Mund ist der Whisky cremig und ohne Wasser gut zu trinken, auch wenn der Alkohol jetzt kräftiger ist. Die warme Vanillecreme mit Pfirsich ist da, es kommt aber auch rotes Weingummi, dazu Kokos. Das entfaltet sich alles auf einer malzigen Basis. Die Zugabe von Wasser hat bei mit eher den Alkohol geweckt, ich fand ihn ohne Wasser besser. Liegt aber vielleicht auch am sehr warmen Tag.
Finish
Im Nachklang bleibt der Whisky cremig, nicht zu süß – er wird aber auch nicht zu trocken. Die Schokolade ist jetzt etwas herber und bleibt mit malzigen Noten am Gaumen.
Conclusion
Tullibardine Distillery
founded: 1949 | Region: Highlands
Owner: Terroir Distillers (Picard Vins & Spiritueux)
Capacity: 3.000.000 LPA
LPA: Litres of Pure Alcohol
Quelle: Ingvar Ronde, Malt Whisky Yearbook 2026
Tullibardine ist eine 1949 gegründete Distillery, auch wenn man gerne mit der Jahreszahl 1488 operiert. Zu dieser Zeit gab es dort eine Bierbrauerei, bei der King James – derjenige, der 1495 den Mönch John Cor im Kloster Lindores Abbey 1495 mit der Herstellung von aqua vitae beauftragte – nach seiner Krönung in Scone Bier einkaufte. Nun gut, Bier und Whisky, ist ja der gleiche Ausgangsstoff …
Und die 1927 stillgelegte Brauerei, die auf die ursprüngliche Brauerei von 1488 zurückgeht, wurde 1949 aufgekauft und zur Brennerei umgebaut – der damals ersten neueröffneten Brennerei in Schottland seit dem Jahr 1900.
Nach einigem Hin und Her wurde die Destillerie 1994 geschlossen, 2003 von neuen Eigentümern gekauft und mit dem Erlös vom Verkauf eines Teils des Brennereigeländes als Einkaufszentrum wieder in Betrieb genommen. Viele der alten Fassbestände mussten umgefüllt werden, da sie in schlechten Fässern lagen. Inzwischen gehört die Distillery einer französischen Weinhandelsgesellschaft, was zumindest den Nachschub hochwertiger Weinfässer sichert.
Die Marquess Collection, in der besonders gereifte Abfüllungen veröffentlicht werden, ist nach dem Marquess Sir William Murray of Tullibardine, der 1745 zu den Gefolgsleuten gehörte, die Bonny Prince Charlie von Frankreich nach Schottland begleiteten, um mit dem Aufstand der Jacobiten den Thron für die Stewarts zurückzuerobern. Murray wurde gefangen genommen und starb 1746 im Londoner Tower.