Craigellachie | 2007 - 2025 | Whisky Tales

Single Malt Scotch Whisky

57,3%vol. | aged 18 years | 1st Fill Sherry

un-chillfiltered

chillfiltered

natural colour

coloured

un-peated

peated

cask strength

Single Cask

Craigellachie ist eine meiner Lieblingsbrennereien, bei der nicht nur unabhängige Abfüllungen überzeugen, sondern auch die Core Range stark ist. Trotzdem freue ich mich immer wieder über interessante unabhängige Abfüllungen. Diese kommt von einem sehr kleinen Abfüller aus dem Hunsrück und die Besprechungen waren so interessant, dass ich neugierig geworden bin und ein Sample besorgt habe. Whisky Tales sind drei Freunde, die nur wenige Abfüllungen machen. Über das Design will ich hier nicht sprechen – oder nur kurz: Es ist grausam! Aber der Whisky sieht interessant aus. Denn obwohl 1st Fill Sherry angegeben wird, ist er mit 18 Jahren Reife nicht zu dunkel. Das könnte dem eigenständigen Charakter von Craigellachie gut tun.

Nosing

Im Nosing ist er süß und hat deutliche Vanille. Vielleicht war es keine Vollreifung in 1st Fill Sherry. Obwohl die Sherrynoten auch präsent sind. Ein paar gelbe Pflaumen, etwas Kirsche, vor allem aber auch reife Himbeeren und Brombeeren. Und ja, auch die Haribo Himbeer- und Brombeerfakes sind vorhanden. Dazu kommt etwas grünes Holz und strauchige Kräuter, vielleicht auch das Heidekraut – hier aber ohne den Torf. Der Alkohol ist im Nosing nicht auffällig.

Taste

Auch im Mund ist er trotz der 57,3%vol. zwar kräftig aber nicht brennend. Der Alkohol ist gut in die Aromenstruktur eingebunden. Die Basis aus Vanillecreme ist vorhanden, dazu kommen dann die süßen Früchte, vielleicht ist irgendwo noch der leichte Craigellachie Funk. Da sind die süßen Kirschen – aber auch als Füllung einer herben, nicht zu bitteren Schokolade. Rotes Weingummi ist ebenfalls da. Ein kleiner Spritzer Wasser macht den Whisky noch cremiger auf der Zunge.

Finish

Im Nachklang bleibt etwas Holz am Gaumen, die herbe Schokolade mit ein paar Kirschresten. Insgesamt bleibt der Whisky süß mit einer herben Grundkomponente die auf den Craigellachie Charakter hinweist.

Conclusion

Das ist tatsächlich ein schöner Whisky, der nicht von Sherry dominiert wird. Es gibt keine genauen Angaben zur Reifung – das 1st Fill Sherry Fass hat sich aber eher zurückhaltend entfaltet. Ich mag das, es lässt dem Whisky seinen eigenen Geschmack, der nach 18 Jahren zu gut miteinander verwobenen Aromen und gut eingebundenem Alkohol führt. Das verleiht dem Whisky dann auch eine schöne Komplexität und Tiefe, bei der er wunderbar zu trinken und genießen ist. Im Sommer 2026 ist er bei Whisky Tales noch für 95 € erhältlich. Das ist ein fairer Preis für diesen Whisky.
Craigellachie Bridge, River Spey | © Klaus Bölling, www.boelling.de

Craigellachie Distillery

founded: 1891 | Region: Speyside
Owner: John Dewar & Sons (Bacardi)
Capacity: 4.300.000 LPA

LPA: Litres of Pure Alcohol

Quelle: Ingvar Ronde, Malt Whisky Yearbook 2026

Craigellachie ist eine von fünf Destillerien, die zu Dewar’s und damit Bacardi gehören. Die Distillery kühlt das Destillat mit Worm Tubs, Kupferröhren, die durch ein Wasserbad führen. Damit hat der Whisky weniger Kupferkontakt als in den modernen Kondensatoren, was zu einem schwereren, schwefligeren Whisky führt, der ggf. eine längere Reifung erfordert, dafür aber einen eigenständigen Charakter aufweist. Nur noch wenige Destillerien in Schottland nutzen diese traditionelle Technik.