Aultmore | 2010 - 2025 | James Eadie

Single Malt Scotch Whisky

52,4%vol. | aged 14 years | Re-Charred Hogshead #306108 | Distilleries of Great Britain & Ireland

un-chillfiltered

chillfiltered

natural colour

coloured

un-peated

peated

cask strength

Single Cask

In der Reihe der Distilleries of Great Britain bringt James Eadie Abfüllungen von Brennereien, die eher selten bei den unabhängigen Abfüllern auftauchen. Aultmore gibt es ab und zu, viele hatte ich noch nicht. Diese Abfüllung ist 14 Jahre alt, reifte in einem Re-Charred Hogshead und hat eine recht dunkle Farbe. Im Frühjahr 2026 kostet die Abfüllung zwischen 70 und 90 € – eine recht große Spanne.

Nosing

Im Nosing kommen rote Früchte, da sind auch ein paar Kirschen, ein paar staubige Noten, Malz und trockener Kakao. Da ist aber auch etwas weißes Torrone mit kandierten Fruchtstücken, vielleicht Papaya.

Taste

Im Mund recht cremig, auch hier sind es ein paar kandierte Früchte, etwas Marzipan und Blockmalz mit Kirscharoma. Er startet recht süß, dann kommen auch trockenere Noten, etwas herbe Schokolade. Ein paar Tropfen Wasser machen den Whisky etwas cremiger und offener, obwohl der Alkohol auch unverdünnt ok ist.

Finish

Im Finish eher süß mit etwas Holz, das ihn am Gaumen trockener werden lässt. Da sind Noten von Mandeln, vielleicht etwas Ahornsirup – aber nicht süß.

Conclusion

Der Aultmore ist nicht schlecht, ein leckerer Whisky zum Trinken. Die Aromen sind nicht besonders tief und komplex, sie sind aber gut integriert. Im Nosing gefällt er mir mit einer staubigen Kakao- und Vanillenote fast besser als im Geschmack.

Kilbeg, Isle of Skye | © Klaus Bölling, www.boelling.de

Aultmore Distillery

founded: 1896 | Region: Speyside
Owner: John Dewar & Sons (Bacardi)
Capacity: 6.000.000 LPA

LPA: Litres of Pure Alcohol

Quelle: Ingvar Ronde, Malt Whisky Yearbook 2026

Aultmore wurde 1896 gegründet, aber von der alten Distillery ist nicht verblieben, die heutige Brennerei stammt aus dem Beginn der 1970er Jahre. 2024 wurde die Kapazität der Brennerei auf 6 Mio. LPA erweitert.

Zur John Dewar & Sons gehören die Destillerien Aberfeldy, Aultmore, Craigellachie, Macduff und Royal Brackla. Royal Brackla versucht gerade, sich mit neuem Design im Markt zu positionieren. Aberfeldy und Craigellachie sind als Marken halbwegs präsent, Aultmore und Macduff haben hier noch Nachholbedarf.

Die bisher verkosteten Whiskys konnten bei mir leider kein gesteigertes Interesse an Aultmore wecken. Also warten wir, was die Zeit bringt …

James Eadie

Der unabhängige Abfüller wurde von Rupert Patrick, einem Ur-Ur-Enkel des namensgebenden James Eadie, gegründet. Rupert Patrick war zuvor bei etlichen großen Whiskyproduzenten tätig.

James Eadie (1827-1904) war ein in Schottland geborener Bierbrauer, der seine Brauerei allerdings in Burton-upon-Trent im Herzen Englands gründete. Zur Brauerei etablierte er ein System verbundener Pubs und kreierte nebenbei auch einen Blended Whisky, der in den Pubs ausgeschenkt wurde. Auf diese familiengeschichtliche Bande bezieht sich der unabhängige Abfüller, der mit einem eigenen Blend das ursprüngliche Rezept der Familie Eadie nachempfinden will, in dem nur Whiskys verwendet werden, die auch im ursprünglichen Blend enthalten waren.