Craigellachie | A Dream of Scotland | aged 10 years

bottled 2022 | 1st Fill Amarone Barrique | 57,6%vol. | Fairytale Series

un-chillfiltered

chillfiltered

natural colour

coloured

un-peated

peated

cask strength

Single Cask

Craigellachie ist eine Speyside Distillery von John Dewar & Sons, deren Spezialität die Worm Tubs sind. Die sorgen mit dem im Vergleich zu Shell and Tube Condensern mit weniger Kupferkontakt zu ‚fleischigeren‘ Whiskys. Dieser 10jährige Craigellachie wurde im 1st Fill Amarone Barrique gefinisht.

Nosing

Der Grundcharakter von Craigellachie ist eigentlich nicht fleischig, wie oft beschrieben, sondern etwas gemüsig. Diese würzige Komponente zeigt auch dieser A Dream of Scotland. Dazu kommen eingekochte Kirschen und Erdbeer-Konfitüre. Zu der würzigen Grundkomponente gesellt sich dann aber auch ein schwefliges Aroma, das nicht durch die Worm Tubs bedingt ist, sondern durch das Amarone Barrique.

Taste

Der Whisky ist kräftig und braucht Wasser. Die Aromen sind nicht vordergründig fruchtig, sondern eher würzig mit Noten von würziger Brühe. Diese Kraft zeigen auch andere Craigellachies. Hier kommt aber noch eine weitere Komponente hinzu, die aus den Amarone Fässern stammt. Diese Fässer werden immer öfter genutzt – sie haben aber oftmals ein eklatantes Schwefelproblem. Auch dieses Fass steuert einen ordentlichen Schwefelanteil bei, der hier nicht direkt eklig ist, aber auch nicht primär bereichernd.

Trotzdem sind da auch die Kirschnoten, die eine Süße mitbringen, die auch eine Säurekomponente aufweisen. Mit den Kräutern ergibt das eine schöne Grundaromatik, die durch den Schwefel leicht beeinflusst wird.

Finish

Das Finish hat Würze, die nicht nur vom Holz kommt. Der schweflige Charakter ist schwierig und etwas beißend, kann hier aber als Aspekt des Whiskys schöngeredet werden.

Conclusion

Die Nutzung von Amarone Fässern bringt leider ganz oft Probleme. In der Weinindustrie ist der Umgang mit Schwefel verbreitet und bringt geschmacklich wenige Probleme. Bei vielen Whiskys ist es ein Problem, das wahrscheinlich aus dem Schwefeln der Fässer zur Konservierung resultiert. Damit ist der Schwefel zu dominant und ist nur mit viel gutem Willen als Bereicherung für den Whisky definierbar. Für mich ist es ein Fehlaroma, das bei diesem Whisky noch halbwegs kaschiert werden kann. Es bleibt aber problematisch.

© Klaus Bölling, www.boelling.de

Craigellachie Distillery

foundet: 1891 | Region: Speyside
Owner: John Dewar & Sons (Bacardi)
Capacity: 4.100.000 litres

Quelle: Ingvar Ronde, Malt Whisky Yearbook 2022

Craigellachie ist eine von fünf Destillerien, die zu Dewar’s und damit Bacardi gehören. Die Distillery kühlt das Destillat mit Worm Tubs, Kupferröhren, die durch ein Wasserbad führen. Damit hat der Whisky weniger Kupferkontakt als in den modernen Kondensatoren, was zu einem schwereren, schwefligeren Whisky führt, der ggf. eine längere Reifung erfordert, dafür aber einen eigenständigen Charakter aufweist. Nur noch wenige Destillerien in Schottland nutzen diese traditionelle Technik.

Brühler Whiskyhaus

Das Brühler Whiskyhaus ist durchaus ein eigenständiger deutscher unabhängiger Abfüller. Marco Bonn hat eigene Fässer, die in Schottland lagern und die er individuell finisht und reift. Er ist also nicht nur auf Broker angewiesen, sondern kann auf eigenen Stock zurückgreifen. Das führt zu eigenständigen und interessanten Abfüllungen, die über eine verschworene Internet-Community schnell vergriffen sind und – sicherlich auch aufgrund der eigenständigen, manchmal provokativen Label – stark gehypt werden. Gute Abfüllungen!