Edradour | aged 16 years | Côtes de Provence Cask

Single Malt Scotch Whisky

56,5%vol. | 2006 - 2022 | Côtes de Provence Cask #174 | Distillery Bottling

un-chillfiltered

chillfiltered

natural colour

coloured

un-peated

peated

cask strength

Single Cask

Five in a Row, ein Line Up aus fünf Whiskys z. B. einer Brennerei oder mit anderer Gemeinsamkeit, die an fünf aufeinander folgenden Tagen miteinander getastet, verglichen und dann in eine Reihenfolge gebracht werden.

Ein Edradour aus dem Côtes de Provence Cask, 16 Jahre alt, eine der vielen Abfüllungen aus Einzelfässern, die es von Edradour immer wieder gibt. Es wird interessant sein, ob etwas vom Destillerie-Charakter von Edradour übriggeblieben ist. Ich mag die Distillery, manchmal ist mir allerdings der Fasseinfluss zu heftig. Die Farbe ist für das Alter nicht zu dunkel, sondern zeigt einen schönen, rot-goldenen Ton.

Nosing

In der Nase ist der Whisky süß und fruchtig. Es sind reife Früchte, Pfirsich , Mango, Papaya, dahinter kommt dann etwas herbere Milchschokolade, etwas Zimt und Kardamom. Da sind aber auch Weingummis. In der Nase ist der Alkohol nicht auffällig.

Taste

Im Geschmack kann er etwas Wasser vertragen, dann mischen sich die süßen Weingummi-Aromen mit herber Kakao-Creme und etwas Spekulatius. Leider ist aber auch das Weinfass-Problem mit schwefligem Muff unterschwellig präsent.

Finish

Am Ende ist der Aromen-Cocktail nicht nachhaltig und es bleibt ein leicht schwefliger Holzmuff. Der Nachklang ist sehr trocken und adstringierend. Und er hat unschöne, muffige Noten.

Conclusion

Der Whisky hat schöne Aromen, etwas tropische Früchte, Weingummi, dann kommt Kakao mit Gewürzen und dann kommt ein nicht überzeugender Nachklang mit Muff und etwas Schwefel. Und irgendwie harmonieren die Aromen nicht und der Schwefel stört. Das ist nicht richtig schlecht, macht mir aber auch nicht wirklich Spaß.

Es ist ein Problem, dass ich oft bei Weinfässern habe: Die Schwefelnoten. Scheinbar sind sie nicht für alle schmeckbar, viele Nerds feiern sogar die schwefligen Abfüllungen. Für mich ist es eine Fehlnote, die den Genuss stört.

Edradour Burn | © Klaus Bölling, www.boelling.de

Edradour Distillery

founded: 1825 | Region: Highlands
Owner: Signatory Vintage
Capacity: 260.000 litres

Quelle: Ingvar Ronde, Malt Whisky Yearbook 2024

Vor dem Boom neuer Distillerys und kleiner Craft Distillerys firmierte Edradour gern als Scotland’s smallest Distillerys. Heute ist sie einfach Scotland’s Little Gem, was angesichts der pittoresken Farmgebäude mit den roten Türen absolut wahr ist.

2002 kauft Andrew Symington vom unabhängigen Abfüller Signatory Vintage die kleine, oberhalb von Pitlochry gelegene Brennerei. Er entwickelt das Portfolio weiter, mit dem Ballechin kommt eine rauchige Variante dazu. Die Marke entwickelt sich vom Geheimtipp zu einem gefragten Produkt.

2018 eröffnet Symington Edradour 2 auf der anderen Seite des Baches, der durch das Gelände der Brennerei fließt. Die neue Distillery ist eine exakte Kopie der ursprünglichen Brennerei. So wird die Whiskymenge verdoppelt und der Charakter bleibt erhalten.

Leider führt der Boom zu knappen Vorräten und übertriebenen Preisen für die besonderen Abfüllungen. Das – und die Tendenz zu jungen Farbmonstern – zerstört den Charme dieser tollen Brennerei.