Caol Ila | 11 Jahre | Pat Hock Whisky | 2009 - 2020

Sherry Hogshead | 54,5%vol. | Single Cask | Cask Strength

Caol Ila ist die größte Brennerei auf Islay und inzwischen auch bei den unabhängigen Abfüllern verbreitet – und oft auch gehypt und überteuert. Dieser kommt von Pat Hock und war mit 70 € preislich noch ok.

Ein 11jähriger Caol Ila aus dem Sherry Hogshead mit klassisch goldenem Farbton, der auf Refill schließen lässt. Überhaupt kein Sherrymonster, auch vom ersten Geruch her nicht. Ein Whisky von Pat Hock, der noch neu als unabhängiger Abfüller ist und daher sicherlich begrenzten Zugriff auf den Markt hat. Über die Internetcommunity wird der Whisky trotzdem gehypt.

Farblich hebt sich der Whisky nicht von dem 2021 erschienen 9jährigen Signatory Caol Ila (WB-ID: 181482) ab, der aus unbezeichneten Hogsheads kommt. Der hat allerdings nur 46%vol. und präsentiert sich insgesamt etwas schwächer.

Nosing

Die Nase ist deutlich rauchig und aschig mit einer abrundenden Süße. Der Geruch ist angenehm und warm, während beim originalen 12er Noten von Farbschlamm kommen, ist dieser Caol Ila warm und rund und hat einen angenehm aschigen Torfrauch. Hinzu kommt Vanille, Sherrynoten sind eher nicht präsent.

Taste

Der Sherry ist sehr dezent, keine Trockenfrüchte etc, eher Trockenheit und Bitterkeit mit zurückhaltender Süße und Menthol. Vielleicht ein trockener Sherry.

Im Geschmack ebenfalls wenig Sherry, kaum Süße aber deutliche Aschigkeit und Bitterkeit, eher bittere Kräuter (Thymian), leicht angebrannt, pfeffrige Schärfe. Hinter dem Rauch kommt nach mehrmaligem Probieren eine deutliche Vanille-Note, vielleicht auch Fruchtkompott.

Finish

Im Abgang bleiben die Aschigkeit, der Pfeffer. Sehr lang ist der Nachklang nicht, der Whisky ist ordentlich gereift aber nicht alt.

Conclusion

Der Whisky ist wenig komplex, trotzdem runder und besser gereift als der originale 12er. Mir fehlen Fruchtnoten vom Sherry. Im Aroma ist er süßer als im Geschmack. Mehr kalte Asche und bittere Holzigkeit als feuchte, maritime Noten. Wahrscheinlich war das Fass schon mehrfach befüllt.

Nachdem die Flasche einige Zeit offen ist, kommen im Abgang auch maritimere Noten. Einen Punkt mehr bekommt er jetzt auf jeden Fall …

Im Vergleich mit dem oben genannten Signatory Caol Ila kann der Whisky von Pat Hock gewinnen. Er ist 20 € teurer, was aber durch die Fassstärke und die kräftigeren Aromen gerechtfertigt ist.

86 Punkte

Caol Ila Distillery an der Nordküste der Isle of Islay | © Klaus Bölling, www.boelling.de

Natürlich muss an der Bar auch Islay vertreten sein. Caol Ila ist dabei immer eine gute Wahl. Aber auch hier ist die Core Range schwierig. Liebloser, gefärbter Diageo Massenstoff. Oder halt überteuerte Special Releases. Braucht man nicht an der Bar.

Auch hier bieten Unabhängige besseren Stoff. Diese Abfüllung ist von Pat Hock, bekannt als Blogger und Abfüller.  Diese Abfüllung hat sich gut entwickelt und gefällt mir immer besser, ist aber leider nicht mehr erhältlich, klar. Alternativen gibt es auch von Signatory. Slainte!

Caol Ila Distillery

foundet: 1846 | Region: Islay
Owner: Diageo
Capacity: 6.500.000 litres

Quelle: Ingvar Ronde, Malt Whisky Yearbook 2021

Die größte Brennerei der Isle of Islay produziert für die Blend aber auch eine eigene Range und wird zunehmend gehypt.

Inzwischen finden sich viele gute Abfüllungen bei den unabhängigen Abfüllern.

Das Brennhaus wurde Anfang der 1970er Jahre neu gebaut und hat eine große Fensterfront vor den Brennblasen, durch die man über den Sound of Islay zur nahen Nachbarinsel Jura blickt.