Glenlivet | Licensed Dram | aged 12 years

The Original Stories | 48,0%vol. | 1st fill Double Oak

Der zweite Teil der ‚Original Stories‘ nach den Illicit Stills ist der lizensierte Dram, der offizielle Beginn der Destillerie-Geschichte. Wieder 12 Jahre alt, diesmal fehlt die Angabe zur Kühlfilterung ebenso wie die Angabe zur Färbung. Das ist schade. Auch zur Reifung gibt es nur ungenaue Angaben, in dem auf 1st fill Double Oak verwiesen wird. Amerikanische Eiche und europäische Eiche? Bourbon und Sherry?

Nosing

In der Nase fällt er etwas auseinander. Da sind helle Fruchtaromen neben einer deutlichen Holznote – beides kommt aber nicht wirklich zusammen. Dazwischen blitzt dann auch eine florale, etwas parfümige Note hervor, vielleicht auch ein kurzer Stich Buttersäure, der wieder verfliegt.

Taste

Im Geschmack ist es recht süß mit zuckrigen Früchten, die nicht weiter differenziert sind, dann kommt aber eine stärkere Eichenwürze, die leider nur von wenigen Schokoladen- oder Kakao-Aromen begleitet wird. Das ergibt ein interessantes aber nicht gänzlich stimmiges Aromenprofil.

Finish

Auch hier ist das Finish angenehm mit feinem Holz und etwas mehr Süße, ohne gar so lang zu sein.

Conclusion

Die erste Ausgabe von ‚The Original Stories‘ mit dem Illicit Stills war der klassischere Whisky. Im Licensed Dram wird zwar mehr Wert auf das Holz gelegt, die Aromen harmonieren aber nicht gut zusammen, das Gesamtbild stimmt nicht und der Whisky wirkt jünger und weniger reif.

© Klaus Bölling, www.boelling.de

Glenlivet Distillery

foundet: 1824 | Region: Speyside
Owner: Chivas Brothers (Pernod Ricard)
Capacity: 21.000.000 litres

Quelle: Ingvar Ronde, Malt Whisky Yearbook 2022

Glenlivet und Glenfiddich liefern sich inzwischen bei den meistverkauften Single Malts ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Mit 14 Paaren an Wash- und Spirit Stills produziert man 21 Mio. Liter Alkohol im Jahr – eine gigantische Menge. Mit der Erweiterung um ein weiteres Still House im Jahr 2018 hatte man die Produktion weitgehend verdoppelt.

Glenlivet ist seit 2001 unter der Kontrolle von Pernod Ricard, nachdem dieser Konzern zusammen mit Diageo den Vorbesitzer Seagram übernommen hatte.