Wolfburn | Northland

Ex-Islay Quarter Casks | 46,0%vol.

un-chillfiltered

chillfiltered

natural colour

coloured

un-peated

peated

cask strength

Single Cask

Wolfburn, die Distillery in Thurso, hoch oben im Norden von Mainland Scotland. Die Distillery wurde 2013 gegründet, sie ist also neu, aber sie gehört zu den neuen Distilleries, die bereits vor dem großen Boom gestartet sind. Sie könnten also Whiskys anbieten, die schon mehr als die minimalen 3 Jahre als Alter anbieten.
In der Core Range ist der Northland der Einsteiger. Eine Reifung im Bourbon-Fass. Was auf dem Etikett nicht angegeben wird – es handelt sich um Ex-Islay-Quarter-Casks. Es sollte also eine Rauchnote vorhanden sein. Ex-Islay-Quarter-Cask? Da fällt einem Laphroaig ein. Farblich ist er sehr hell.

Die Whiskys wurden in einem Online-Tasting auf dem Kanal von Friendly Mr. Z als Wolfburn Vertical verkostet. Und das Ergebnis war nicht überzeugend, auch mein eigener Eindruck nicht. Daher hatte ich im Tasting kein eigenes Ranking. Und daher reihe ich die Whiskys auch hier entlang der Core Range. Der Northland kam im Tasting auf den letzten Platz. Verdient?

Nosing

Im Nosing ist der Rauch spürbar. Da es kein peated Malt war und die Rauchnoten nur aus dem Fass kommen, sind sie zurückhaltend, können aber nicht übersehen werden. Es sind aber nicht unbedingt schöne, warme Noten. Das Feuer ist erloschen, die Asche kühlt ab und es waren Abfälle und Gummi auf dem Feuer.

Neben dem Rauch sind es vor allem extrem junge Noten, die der Whisky bietet. Die üblichen grünen Äpfel und unreifen Birnen, die gärenden Washbacks, eine Bitterkeit. Im Nosing ist es einfach ein junger, unreifer Whisky mit einem mäßig schönen Rauchaspekt.

 

Taste

Auch im Geschmack bietet der Whisky zu wenig. Er ist jung und er ist mit seinen 46%vol. auch etwas zu schwach. Das spricht nicht für die Fässer, denn die Stärke sollte bei guten Fässern ausreichen. Die Aromen im Geschmack sind etwas zu beliebig, es ist eine Süße vorhanden, die aber leicht künstlich wirkt, Vanille, Würze und andere Fassaromen halten sich sehr im Hintergrund, Frucht erinnert an schwaches Weingummi.

Im zweiten Tasting ist das etwas besser als im ersten Durchlauf, der Rauch gibt ein wenig Struktur – aber alles bleibt zu beliebig und dünn.

Finish

Im Nachklang ist ein Fähnchen Rauch im Mund und viel generische Süße, die noch nicht durchgereift ist.

Conclusion

Wolfburn ist eine interessante Distillery. Allein die Lage und die Story sind gut. Hier müsste ein satter, wilder Whisky entstehen, der dem Norden gerecht wird – so wie es der Name Northland suggeriert. Ok, für die Nordmänner, die Wkinger, war diese Gegend von Scotland Sutherland, das Südland. Egal, der Whisky kann die Erwartungen nicht erfüllen. Er ist zu jung und er kommt aus Fässern, die Rauch bringen, aber ihre sonstigen Aromen bereits auf Islay gelassen haben. Und so können sie dem Whisky außer Rauch und Gummi zu wenig geben. Aber junge Whiskys brauchen aktive Fässer, um bestehen zu können. Diesen Whisky möchte man mögen – aber nicht auf Dauer trinken.

Loch Eribol, Sutherland | © Klaus Bölling, www.boelling.de

Wolfburn Distillery

foundet: 2013 | Region: Highlands
Owner: Aurora Brewing Ltd.
Capacity: 135.000 litres

Quelle: Ingvar Ronde, Malt Whisky Yearbook 2022

Wolfburn ist die nördlichste aktive Brennerei auf dem schottischen Festland. Zumindest noch, denn in John O’Groats soll wohl eine noch nördlichere Distillery entstehen. Nun ja, einige dieser neuen Distilleries werden kämpfen müssen – denn wo soll das besondere Merkmal liegen?

Wolfburn hat es da besser, die Brennerei gehört zumindest zu den älteren der neuen und produziert seit 2013 Whisky. Es ist eine Distillery ohne Schnickschnack in einer simplen, unspektakulären Industriehalle. Aber man beruft sich auf alte Wurzeln, es gab seit 1821 ganz in der Nähe am Wolfburn, einem kleine Bach, die gleichnamige Distillery, die mit 125.000 Litern Alkohol die größte Destille in Caithness war. Aber 1859 war wohl schon wieder Schluss mit Lustig. Und heute sind nur noch restliche Fundamente vorhanden. Und eben die neue Wolfburn Distillery in der schmucklosen Halle.

Dafür legt man aber mehr Wert auf die Qualität des Whisky und lässt ihn lange im Washback gären, um fruchtige Aromen zu erzeugen. Genutzt wird sowohl unpeated (80%) als auch lightly peated Malt.

Wolfburn ist eine Distillery mit Potential und wird sich entwickeln. Da ist es egal, ob sie die Nördlichsten sind oder andere noch nördlicher bauen. Guten Whisky müssen sie machen …