Wolfburn | No. 204 | Small Batch Release

five years Bourbon Barrels, six months fresh Madeira Hogsheads | 46,0%vol. | bottled 2020

un-chillfiltered

chillfiltered

natural colour

coloured

un-peated

peated

cask strength

Single Cask

Die No. 204 ist das fünfte Small Batch Release von Wolfburn. Das Batch umfasst 5.000 Flaschen und ist 2020 erschienen. Der Whisky reifte zunächst fünf Jahre in Bourbon Barrel und wurde anschließen für sechs Monate in frischen Madeira Hogsheads gefinisht. Der Whisky ist hellgolden, mit gutem Willen lässt sich ein rötlicher Einschlag erkennen.

Nosing

Der erste Eindruck beim Nosing: Auch dieser Wolfburn ist jung. Er hat eine junge Bitterkeit, unreife Birne, grasige Aromen. Im Hintergrund ist etwas gärender Wein. Es sind auch die Milchsäurenoten vorhanden, Joghurt mit Aprikose.

Taste

Der hat ’ne gewisse Süße, dann kommt aber nicht mehr viel. Jung, süß und somit auch viel zu starker Alkohol. Schwache Schokolade, ggf. irgendwo Spuren von Madeira. Vor allem aber junge Bitterkeit. Die Kombination aus unreifer Süße und Bitterkeit ist nicht schön. Er ist zu wässrig und flach – und trotzdem brennt der Alkohol.

Finish

Das Finish ist metallisch bitter und alkoholisch.

Conclusion

Nee, der ist nicht gut. Auch dieser Whisky ist zu jung und zu schlecht gereift. Das passt alles nicht, der Alkohol ist schlecht eingebunden und die Aromen sind zu schwach. Die Bourbon Barrels waren nicht gut und haben kaum Vanille beigesteuert. Und die Madeira Hogsheads haben das auch nicht aufwerten können.

Sutherland | © Klaus Bölling, www.boelling.de

Wolfburn Distillery

foundet: 2013 | Region: Highlands
Owner: Aurora Brewing Ltd.
Capacity: 135.000 litres

Quelle: Ingvar Ronde, Malt Whisky Yearbook 2022

Wolfburn ist die nördlichste aktive Brennerei auf dem schottischen Festland. Zumindest noch, denn in John O’Groats soll wohl eine noch nördlichere Distillery entstehen. Nun ja, einige dieser neuen Distilleries werden kämpfen müssen – denn wo soll das besondere Merkmal liegen?

Wolfburn hat es da besser, die Brennerei gehört zumindest zu den älteren der neuen und produziert seit 2013 Whisky. Es ist eine Distillery ohne Schnickschnack in einer simplen, unspektakulären Industriehalle. Aber man beruft sich auf alte Wurzeln, es gab seit 1821 ganz in der Nähe am Wolfburn, einem kleine Bach, die gleichnamige Distillery, die mit 125.000 Litern Alkohol die größte Destille in Caithness war. Aber 1859 war wohl schon wieder Schluss mit Lustig. Und heute sind nur noch restliche Fundamente vorhanden. Und eben die neue Wolfburn Distillery in der schmucklosen Halle.

Dafür legt man aber mehr Wert auf die Qualität des Whisky und lässt ihn lange im Washback gären, um fruchtige Aromen zu erzeugen. Genutzt wird sowohl unpeated (80%) als auch lightly peated Malt.

Wolfburn ist eine Distillery mit Potential und wird sich entwickeln. Da ist es egal, ob sie die Nördlichsten sind oder andere noch nördlicher bauen. Guten Whisky müssen sie machen …