Ardmore | aged 25 years | Thompson Brothers
Single Malt Scotch Whisky
48,9%vol. | 1998/1999 - 2024 | 2 Refill Barrels
un-chillfiltered
chillfiltered
natural colour
coloured
un-peated
peated
cask strength
Single Cask
Es gibt schöne Abfüllungen von Ardmore, die von unabhängigen Abfüllern kommen. Ich weiß halt manchmal nicht, ob der Rauch von ex-Laphroaig-Fässern kommt oder Rauch aus ersten Hand ist. Er gibt dem Ardmore aber die interessante Note. Diese Abfüllung stammt von den Thompson Brothers, die zwei Hogsheads aus den Jahren 1998 und 1999 miteinander vermählt haben. Der Whisky ist also 25 Jahre alt, was ihn nicht günstig macht. Ende 2025 ist er in wenigen Shops für um die 235 € erhältlich. Nicht meine Preisklasse – aber ein Sample habe ich mir besorgt …
Nosing
In der Nase merkt man schon, dass dies kein junger Whisky ist, auch wenn da ein paar Streuobst-Aromen sind. Aber die Früchte liegen schon länger im Gras und der Herbst ist neblig und feucht, riecht auch nach Erde und geackertem Feld. Mit der Zeit kommen tropischere Früchte, nicht zu reife Mango, etwas Ananas und Kräuter, vielleicht auch ein Hauch Thymian und Salbei, etwas Eukalyptus-Bonbon. Das Holz bleibt verhalten, alles deutet auf Refill-Hogsheads hin, was bei diesem Alter sinnvoll ist. Anfangs habe ich an Rauch gedacht, mit der Zeit finde ich ihn aber nicht wieder. Vielleicht gibt er diesen Hauch Roughness. Mit mehr Abstand vom Glas ist er dann wieder deutlicher, da ist eindeutig Rauch im Spiel. Nicht zu präsent, aber als Funk, der gut zum Aroma passt.
Taste
Gut, im Geschmack wird der Rauch präsenter, dazu Früchte mit dunkler Kakao-Creme, dunkle Rotweinsoße mit Salbei, der für leicht adstringierende Töne sorgt. Im Geschmack ist der Rauch weniger funkig als in der Nase, ergibt sogar eine gewisse raue Eleganz, geht dann über in Noten von Holz und Kakao. Da sind alte Noten, etwas staubige Bücher und Leder, dunkle Trüffel-Schokolade mit getrockneter Mango, getrockneten, harten Bergaprikosen.
Finish
Der Whisky endet trocken, leicht adstringierend, danach entfaltet sich aber noch ein schönes Aroma aus Holz, Bitterschokolade und den trockenen Früchten am Gaumen.
Conclusion
Das ist auch wieder eine Abfüllung, die zeigt, wie gut Hogsheads sein können. Das Holz ist nicht dominant oder aufdringlich, zeigt aber das Alter mit den schönen Kakao-Noten, die sich mit dem Rauch verbinden, der immer mal wider durchkommt aber niemals direkt im Vordergrund ist. Ein wunderbarer, komplexer Whisky.
Ardmore Distillery
founded: 1898 | Region: Highlands
Owner: Beam Suntory
Capacity: 4.900.000 LPA
LPA: Litres of Pure Alcohol
Quelle: Ingvar Ronde, Malt Whisky Yearbook 2026
Ardmore ist eine der wenigen Brennereien in den Highlands – lässt man die Islands, die ja auch zur Whisky-Region der Highlands zählen mal außen vor – die hauptsächlich peated Whisky herstellt. Das Torf ist mit 12 – 14 ppm recht leicht getorft, trotzdem ist der Torfaspekt in den Whiskys deutlich präsent.
Ardmore wurde 1898 von Adam Teacher, einem Sohn von William Teacher, gebaut. Leider starb er von der Fertigstellung der Distillery, die die erste Brennerei von William Teacher & Sons war.
William Teacher erwarb 1831 im Alter von 19 Jahren eine Teil-Lizenz für einen kleinen Lebensmittelladen in Glasgow, der der Mutter seiner Freundin gehörte. Nach der Heirat eröffneten sie einen zweiten Laden, einen ‚Dram Shop‘, daraus wurde eine Kette von 20 Dram Shops. 1851 wurde daraus ein Großhandel für Wein und Spirituosen.
Teacher starb 1876, aber das Familienunternehmen expandierte weiter, 1884 registrierte man die Marke Teacher’s Highland Cream, einen Blend, in den noch heute große Teile der Ardmore Produktion eingehen.
Nach vielen Käufen und Verkäufen ist Teacher’s und damit auch Ardmore heute ein Teil des Großkonzerns Beam Suntory.
Thompson Bros.
Die Familie Thompson betreibt das Dornoch Castle Hotel mit einer exquisiten Whiskybar – somit lag den Brüdern Phil und Simon Thompson der Whisky quasi im Blut. 2017 eröffneten sie in der kleinen Feuerwache auf dem Gelände von Dornoch Castle ihre Micro Distillery mit einer Kapazität von ca. 15.000 l. Außerdem betätigen sie sich als unabhängige Abfüller und sorgen mit innovativen Abfüllungen und Ideen für Furore in der Whiskywelt.
Bei den OSWAs 2024 siegten sie in der Kategorie Best Independent Bottler, 2025 kamen sie auf Platz zwei hinter Signatory Vintage, die 2024 nach drei Siegen in den Vorjahren nicht nominiert werden konnten und eine besonderen Preis erhielt.
Inzwischen laufen die Planungen für die wesentlich größere Struie Distillery in Dornoch – die Thompson Bros. werden die Whiskyindustrie also weiter aufmischen.