Dalmore | aged 17 years | A Dream of Scotland
Single Malt Whisky
54,3%vol. | bottled 2025 | Sherry & Port Octave Finish | Brühler Whiskyhaus
un-chillfiltered
chillfiltered
natural colour
coloured
un-peated
peated
cask strength
Single Cask
Dalmore kommt hier äußerst selten vor. Das liegt daran, dass der originale Dalmore ein Prestige-Whisky ist: massiv gefärbt, gefiltert – eher das Zeug, das man sich mit Eiswürfeln in den Tumbler gießt. Kann man machen, ist aber nicht meins. Deshalb freue ich mich eigentlich, hier mal wieder einen unabhängigen Dalmore zu haben. Klar, es gibt Warnsignale. Sherry und Port Octaves zum Finishen, eine rote Teuflin auf dem Etikett. Es ist eine der Halloween Abfüllungen des Brühler Whiskyhauses. Keine Ahnung, warum ich schwach geworden bin und ein Sample besorgt habe. Ich mag keine Octaves mit ihrem Turboholz, ich fürchte die Schwefelverliebtheit des Whiskyhauses, für die die rote Teuflin eigentlich ein Warnsignal ist.
Nosing
Taste
Finish
Conclusion
Ok, nach den ersten Schlucken spare ich mir den ganzen Tastingquatsch: Ich mag diesen Whisky nicht!
Er bestätigt, dass Octaves nicht das bringen, was ich von einer guten Reifung erwarte. Wie schlecht war der Dalmore, dass er mit diesem Alter noch in Octaves verklappt wurde? Und natürlich ist da Schwefel, wahrscheinlich vor allem aus dem Port-Octave. Das ist nicht einfach die Schmutzbuckligkeit, die Marco Bonn geil findet – das ist eine Verunreinigung des Whiskys mit den Resten eines Stoffes zur Fass-Konservierung.
Sorry, ich finde es nicht ok, solche Abfüllung ohne Vorwarnung auf den Markt zu bringen. Es mag Schwefelblinde geben, es mag Schwefelfans geben – es gibt aber auch Schwefelhasser. Schreibt einfach drauf, dass der Whisky verseucht ist, dann halte ich mich fern. Es war nur ein Sample, zum Glück!
Dalmore Distillery
founded: 1839 | Region: Highlands
Owner: Whyte & Mackay Ltd. (Emperador Inc.)
Capacity: 9.000.000 LPA
LPA: Litres of Pure Alcohol
Quelle: Ingvar Ronde, Malt Whisky Yearbook 2026
Auch wenn Dalmore hier in diesem kleinen Blog eher selten im Tasting ist – es ist eine der schnell wachsenden Whiskymarken und der thailänische Eigentümerkonzern von Whyte & Mackay, Emperador Inc., hat massiv investiert und das Produktionsvolumen 2024 auf 9 Mio. LPA verdoppelt.
The Dalmore ist eine Marke, die eng mit dem Master Blender Richard ‚The Nose‘ Paterson verknüpft ist und das Images eines hochwertigen, noblen Luxus-Whisky vermitteln soll. Bei den Nerds ist die Marke vor allem für gefärbte, kühlgefilterte Whiskys mit gerade mal 40%vol. Mindestalkoholstärke bekannt. Es ist halt wie so oft, Luxus und Qualität müssen nicht immer übereinstimmen.
Brühler Whiskyhaus
Das Brühler Whiskyhaus ist durchaus ein eigenständiger deutscher unabhängiger Abfüller. Marco Bonn hat eigene Fässer, die zum Teil in Schottland, vor allem aber irgendwo in der Eifel lagern und die er individuell finisht und reift. Daher werden sie Abfüllungen grundsätzlich als Single Malt Whisky gekennzeichnet, das Wort Scotch taucht nicht auf. Er ist also nicht nur auf Broker angewiesen, sondern kann auf eigenen Stock zurückgreifen. Das führt zu eigenständigen und interessanten Abfüllungen, die über eine verschworene Internet-Community schnell vergriffen sind und – sicherlich auch aufgrund der eigenständigen, manchmal provokativen Label – stark gehypt werden. Oftmals gute Abfüllungen, auch wenn es nur begrenzte Transparenz bezüglich der genauen Reifung gibt!