Highland Park | 13 Jahre | Duncan Taylor Octave Small Batch

Oloroso Sherry Octaves | 54,5%vol. | Small Batch for Kirsch Import

Duncan Taylor ist bekannt für seine Octave Reihe, in der Whisky in extra kleinen Octave-Fässern mit ca. 50 – 60 l Fassungsvermögen nachgereift wird. Das verspricht einen massiven Holzeinfluss auf die Reifung. Hier wurden in einer Small Batch Reihe für Kirsch Import drei Oloroso Sherry Octaves zu einem Batch zusammengeführt. Die Farbe ist kräftig golden, ohne übertrieben dunkel zu sein. Highland Park und Oloroso Sherry – das sollte zu einem guten Ergebnis führen. Oder stört das Holz?

Nosing

An der Nase ist der Sherry gar nicht so mächtig, wie es zu befürchten wäre. Es kommt verhaltenener Rauch, es kommen gelbe Früchte, Aprikose und weißer Pfirsich, aber noch nicht vollreif. Die Grundnote ist Highland Park Heidetorf, dahinter kommen würzige Aromen, getrocknete Kräuter – aber alles sehr gedimmt und zurückhaltend.
Mit Wasser werden die Früchte deutlicher, süß mit Kompott und etwas Fudge. Er ist aber nicht mehr als typischer Highland Park zu erkennen. Es kommen Zitrusnoten hinzu, eher abgeriebene Zitronenschale als Orange.

Taste

Im Mund ist der Whisky cremig und schokoladig, der Alkohol ist stark. Er kann wohl Wasser gebrauchen. Rauch legt sich leicht auf die Zunge, wird stärker und kombiniert sich mit Holz, vielleicht etwas maritimer Einschlag. Es fehlt die Frucht, es fehlt der Heidetorf. Der Rauch ist rußiger als von Highland Park zu erwarten wäre. Mit Wasser und Zeit kommt auch der Fruchtkompott, etwas Kräutertee mit Thymian und Süßholz.

Finish

Im Nachklang ist dann deutliche Eiche spürbar, nicht bitter aber kräftig mit etwas Moos auf der Rinde. Auch hier vermisse ich diese besondere Heidetorfnote, es sind eher die üblichen Inseltorfnoten spürbar.

Conclusion

Das ist ein halbwegs guter Whisky – aber kein guter Highland Park. Mir fehlen die typischen Highland Park Aromen. Hier wurde ein ursprünglich nicht gut gereifter Highland Park in kleine Turbofässer gepackt und hat dann ordentlich Holz auf die Mütze bekommen. Das macht ihn kräftig und interessant – kitzelt aber keinen Destilleriecharakter hervor und nimmt ihm die eigentliche nördliche Eleganz, die Highland Park außergewöhnlich macht. Die ist beim zudem 1 Jahr älteren Unnamed Orkney von Signatory deutlich besser zu spüren. Der kostet aber nur die Hälfte des um die 100 € teuren Small Batches (Oktober 2021). Die Octaves haben mich bisher noch nicht überzeugen können, sie nehmen dem Whisky seinen eigenen Charakter und ersetzen ihn durch Holz. Fazit: Preis zu hoch, Whisky nicht überzeugend.

84 Punkte

Fasslager von Highland Park | © Klaus Bölling, www.boelling.de

Highland Park Distillery

foundet: 1798 | Region: Islands (Highland)
Owner: The Edrington Group
Capacity: 2.500.000 litres

Quelle: Ingvar Ronde, Malt Whisky Yearbook 2021

Highland Park ist die ikonische Distillery auf den Orkney-Inseln. Als Teil der Edrinton Group unterliegt Highland Park leider auch deren Marketing, d. h. es wird viel Gedöns gemacht, das wenig mit dem Whisky zu tun hat (hier geht es um Wikinger, die tatsächlich auf Orkney zu Gange waren – aber eben lange vor der Distillery).

Leider sind die Highland Park Whiskys – sobald sie älter sind – in den Originalabfüllungen massiv überteuert. Aber es gibt gute unabhängige Abfüllungen.

Typisch für Highland Park ist eine leichter, heidebetonter Torfrauch.

Duncan Taylor

Duncan Taylor ist ein unabhängiger Abfüller aus dem Ort Huntly in Aberdeenshire. Neben den Single Malts der Dimensions Reihe veröffentlicht Duncan Taylor in der Octave-Serie Whisky, die in kleinen 50 – 60 l Fässchen nachgereift werden.