Ledaig | aged 15 years | A Dream of Scotland

Single Malt Whisky

59,1%vol. | bottled 2023 | Amontillado Sherry Butt matured | Tobermory Distillery | Brühler Whiskyhaus

un-chillfiltered

chillfiltered

natural colour

coloured

un-peated

peated

cask strength

Single Cask

Ledaig gibt es immer mal wieder vom Brühler Whiskyhaus. Dieser reifte im Amontillado Sherry Butt und ist 15 Jahre alt. Die Farbe ist dunkles Rotgold. Im ersten Versuch ist er wegen Schwefel durchgefallen. Nachdem die Sampleflasche einige Tage halbleer herumstand, war der Schwefel bei einem Probeschluck nicht mehr so deutlich. Also versuche ich einen zweiten Anlauf.

Nosing

In der Nase bleibt der Whisky auch im zweiten Anlauf schwierig. Da ist die maritime Ledaig-Note, sie wird aber von einem stark angebrannten Aroma überlagert. Das Torffeuer hat nicht nur vor sich hingequalmt und vielleicht einen Gummistiefel verschmurgelt – hier hat es aus dem Kamin auf die Sitzgarnitur übergegriffen und Sessel und Sofa verkohlt. Und ein paar Feuerwerkskörper, die unter dem Sofa versteckt waren. Der Whisky hat Frucht und Süße und einen gelb schwelenden qualmigen Rauch. Mit der Zeit wird der Rauch etwas sauberer, die Fruchtnote tendiert klarer Richtung Pfirsich, sowohl natürlich als auch Eistee oder Haribo. Der Rauch ist jetzt holziger und harmoniert besser mit der Süße und der Frucht.

Taste

Im Geschmack ist der verkohlte Rauch präsent, dazu kommt ein weiniges Grundgefühl auf der Zunge, im Geschmack ist es aber eher angebranntes Karamell. Der Schwefel ist etwas weniger aufdringlich als beim ersten Tasting, bleibt aber vorhanden. Für mich entwickeln sich die Aromen nicht wirklich, der Rauch ist schroff und trocken, dann kommt Schärfe, die die Süße verdrängt.

Finish

Die Aromen sind nicht nachhaltig, selbst der Rauch bleibt nicht langeim Mund vorhanden. Und dann verdirbt der Schwefel mit einer seifigen Gemüsenote den Nachklang.

Conclusion

Zum Glück nur ein Sample von einem Whisky aus einem verseuchten Fass, den ich auch beim zweiten Versuch nicht mag. Und ich bin sauer, wenn ein Whisky für 145 € Noten hat, die für mich Fehlnoten sind. Mag sein, andere sehen das anders – aber ich will keine Schwefellurke. Punkt.
© Klaus Bölling, www.boelling.de

Tobermory Distillery

founded: 1798 | Region: Islands (Highlands)
Owner: Distell International Ltd.
Capacity: 1.000.000 litres

Quelle: Ingvar Ronde, Malt Whisky Yearbook 2023

Tobermory Distillery in der gleichnamigen pittoresken Stadt auf der Isle of Mull gehörte zu Burn Stewart Distillers bevor diese zunächst von einem karibischen Finanzinvestor übernommen wurden und 2013 an die südafrikanische Distell Group verkauft wurden. Wie alle ehemaligen Burn Stewart Whiskys werden die Tobermory Standards mit 46,3%vol. abgefüllt.

Die Distillery produziert zwei Marken. Unter dem Brennereinamen Tobermory werden die nichtrauchigen, ungetorften Whiskys abgefüllt. Und unter der Marke Ledaig erscheinen stark rauchige eigenständige Abfüllungen, die bei den Fans sehr beliebt sind. Ledaig ist der Name unter dem John Sinclair die Brennerei 1798 gründete.

2019 wurde die Brennerei nach einer zweijährigen grundlegenden Überarbeitung wiedereröffnet.

Brühler Whiskyhaus

Das Brühler Whiskyhaus ist durchaus ein eigenständiger deutscher unabhängiger Abfüller. Marco Bonn hat eigene Fässer, die in Schottland lagern und die er individuell finisht und reift. Er ist also nicht nur auf Broker angewiesen, sondern kann auf eigenen Stock zurückgreifen. Das führt zu eigenständigen und interessanten Abfüllungen, die über eine verschworene Internet-Community schnell vergriffen sind und – sicherlich auch aufgrund der eigenständigen, manchmal provokativen Label – stark gehypt werden. Gute Abfüllungen!