Mannochmore | The Single Malts of Scotland | Parcel No. 5

2009 - 2021 | 48,0%vol.

un-chillfiltered

chillfiltered

natural colour

coloured

un-peated

peated

cask strength

Auch Mannochmore ist eine Distillery, die man kaum wahrnimmt, obwohl sie riesige Mengen Alkohol produziert. Es gibt Mannochmore in der Flora & Fauna Serie und ab und an bei unabhängigen Abfüllern. Dies ist eine weißweinhelle Abfüllung im Parcel No. 5 der The Single Malts of Scotland von Elixir Distillers. Die Farbe lässt ein nicht allzu aktives Bourbon Barrel erwarten – oder befürchten …

Nosing

Das Nosing gibt dieser erwarteten Befürchtung Recht. Herbe Birne und saurer Apfel, dahinter Bitternoten. Dann kommt zuckrige Süße mit der Anmutung von Süßstoff aber leider nur wenig Vanille. Der Alkohol ist trotz der Trinkstärke von 48%vol. kräftig präsent, kann aber nur wenige Aromen mit sich tragen und sticht daher.

Taste

Auch im Geschmack bleibt es bei typisch birnenbetonter Hellfruchtigkeit. Geschmack und Abgang sind alkoholbetont mit heller Frucht und hellem, zu süßen Sirup. Es fehlen Holznoten, die Vanille ist auch im Mund kaum ausgeprägt und der Alkohol nur schlecht eingebunden.

Finish

Alkoholbetont, brennend, Sirupnoten und wenig Holz.

Conclusion

Ein weiteres Beispiel für die hellen Refill-Bourbon-Reifungen, die in nicht sonderlich frischen Fässern zu kurz reifen. Die 11 Jahre haben nicht ausgereicht, dem Whisky ein gewisses Profil zu geben, er bleibt beliebt jung, scharf und auswechselbar. Nicht nur von der Farbe her könnte dieser Whisky wesentlich jünger als die 11 Jahre sein. Der Whisky ist 2022 noch gut verfügbar und die aufgerufenen 55 € nicht wert. Braucht man nicht.

Highlands near Kinlochleven | © Klaus Bölling, www.boelling.de

Mannochmore Distillery

foundet: 1971 | Region: Speyside
Owner: Diageo
Capacity: 6.000.000 litres

Quelle: Ingvar Ronde, Malt Whisky Yearbook 2022

Mannochmore ist eine der Brennereien, die das Gegenteil dessen sind, was wir Whisky-Nerds suchen. Hier geht es nicht um Romantik und gute Geschichten rund um den Whisky – hier geht es um die Produktion großer Mengen Single Malts für die Blends.

Gebaut wurde die Destille auf dem Gelände der 100 Jahre zuvor gegründeten Glenlossie Distillery 1971 durch die Distillers Company Limited (DCL). DCL war 1877 als Vereinigung von sechs Lowland Grain Distilleries gegründet worden und durch immer weitere Übernahmen und Zukäufe mit den Top-Producern Haig, Buchanan’s, Dewar’s, Walker’s and Mackie’s (White Horse) zum größten Player auf dem schottischen Whiskymarkt geworden.

Trotz dieser Marktmacht geriet DCL durch schlechtes Management in den 1970ern in die Krise und wurde nach Abwehr einer feindlichen Übernahme durch die Guinness-Gruppe übernommen, die zuvor bereits Athur Bell als Whiskymarke übernommen hatten.

Nach weiteren Übernahmen und Käufen wurde daraus der heute weltgrößte Getränkekonzern Diageo.

In der Whiskykrise  war Mannochmore von 1985 – 1989 geschlossen. Die einzige reguläre Abfüllung ist ein 12jähriger Single Malt in der Flora & Fauna Serie. Ansonstenist Mannochmore der Lead-Malt der Haig-Blends.