Ardmore | 2011 - 2023 | Murray McDavid - Benchmark

Single Malt Scotch Whisky

57,2%vol. | aged 11 years | Bourbon/Koval Bourbon Finish | bottled for Kirsch Import

un-chillfiltered

chillfiltered

natural colour

coloured

un-peated

peated

cask strength

Single Cask

Muss getorfter Whisky immer von Islay sein? Natürlich nicht – und trotzdem nehme ich rauchigen Whisky aus den Highlands oder der Speyside manchmal nicht wirklich wahr. Klar, da ist Benromach, der taucht hier ab und an auf. Ardmore eher selten, dabei finde ich die Abfüllungen meistens toll – also die unabhängig abgefüllten. Hier kommt eine Abfüllung von Murry McDavid, die nach initialer ex-Bourbon Reifung bekam diese Abfüllung ein vierjähriges Finish in einem geleertem 110 Liter Fass der amerikanischen Koval Distillery.

Nosing

Im Nosing kommt eine reiche staubige Vanille mit schönen Rauchnoten. Und dann kommt warmer Apple Crumble mit Rosinen. Und natürlich mit Vanille. Die Aromen sind stark genug, den Rauch einzuhegen, im hintergrund ist dann auch zurückhaltendes Holz.

Taste

Im Mund öffnet sich eine volle Aromenfracht mit dem warmen Crumble mit Birnen, Äpfeln und Rosinen. Der Alkohol ist kräftig, aber auch ohne Wasser gut eingebunden. Ein paar Tropfen Wasser machen den Whisky cremiger, die Teigstreusel sind vorhanden, die warmen, süßen Früchte und eine Creme aus Vanille mit einem Hauch Zimt und Kakao. Der Rauch fügt sich hier gut ein, gibt Tiefe und Komplexität, ist aber gut eingebunden in das gesamte Aromenspektrum.

Finish

Der Whisky endet schon trocken, da ist aber genug Süße, um die Aromen am Gaumen und in den Wangen zu halten, wo sich dann auch wieder sahniges Karamell und Erinnerungen an den Rauch entfalten.

Conclusion

Das ist ein schön gereifter Whisky mit einer satten ex-Bourbon Aromatik aus dem Koval Fass. Mir gefällt der Whisky mit seiner wunderbaren Vanille und dem Streusel mit Äpfeln und Rosinen wunderbar. Ohne den Rauch wäre er vielleicht zu süß und überladen – aber der Rauch macht ihn interessant und komplex. Und es ist ein Fehler, Ardmore zu übersehen!

Disclaimer: Das Sample wurde mir von Kirsch Import ohne weitere Verpflichtungen oder Erwartungen kostenfrei zur Verfügung gestellt, worüber ich mich sehr gefreut habe. Herzlichen Dank dafür!

Gairloch, North West Coast | © Klaus Bölling, www.boelling.de

Ardmore Distillery

founded: 1898 | Region: Highlands
Owner: Beam Suntory
Capacity: 4.900.000 LPA

LPA: Litres of Pure Alcohol

Quelle: Ingvar Ronde, Malt Whisky Yearbook 2026

Ardmore ist eine der wenigen Brennereien in den Highlands – lässt man die Islands, die ja auch zur Whisky-Region der Highlands zählen mal außen vor – die hauptsächlich peated Whisky herstellt. Das Torf ist mit 12 – 14 ppm recht leicht getorft, trotzdem ist der Torfaspekt in den Whiskys deutlich präsent.

Ardmore wurde 1898 von Adam Teacher, einem Sohn von William Teacher, gebaut. Leider starb er von der Fertigstellung der Distillery, die die erste Brennerei von William Teacher & Sons war.

William Teacher erwarb 1831 im Alter von 19 Jahren eine Teil-Lizenz für einen kleinen Lebensmittelladen in Glasgow, der der Mutter seiner Freundin gehörte. Nach der Heirat eröffneten sie einen zweiten Laden, einen ‚Dram Shop‘, daraus wurde eine Kette von 20 Dram Shops. 1851 wurde daraus ein Großhandel für Wein und Spirituosen.

Teacher starb 1876, aber das Familienunternehmen expandierte weiter, 1884 registrierte man die Marke Teacher’s Highland Cream, einen Blend, in den noch heute große Teile der Ardmore Produktion eingehen.

Nach vielen Käufen und Verkäufen ist Teacher’s und damit auch Ardmore heute ein Teil des Großkonzerns Beam Suntory.

Murray McDavid

Murray McDavid wurde 1994 von Mark Reynier, Simon Coughlin und Gordon Henry Wright gegründet, die den unabhängigen Abfüller zu einem innovativen Zentrum der Whiskywelt machten, in dem sie die Nachreifung in Weinfässern etablierten. Im Jahr 2000 übernahm Murray McDavid mit weiteren Investoren die stillgelegte Bruichladdich Distillery auf Islay von White & Mackay.

2012 wurde Bruichladdich zusammen mit Murray McDavid  an Remy Cointreau verkauft, 2013 wechselte Murry McDavid dannzu Aceo Ltd., die zuvor vor allem als Zulieferer für die Whiskyindustrie bekannt waren.

Heute versucht sich der unabhängige Abfüller wieder am Markt zu etablieren. Die Fässer lagern in den Warehouses der ehemaligen Coleburn Distillery in der Speyside. Die Farbe Türkis hat man aus den interessanten Zeiten am Loch Indaal beibehalten.