Ardmore | aged 13 years | Thompson Brothers
Single Malt Scotch Whisky
48,5%vol. | 2009/2010 - 2024 | 2 Refill Barrels
un-chillfiltered
chillfiltered
natural colour
coloured
un-peated
peated
cask strength
Single Cask
Ardmore ist auch eine der Brennereien, die eher unter dem Radar laufen. Vor langer Zeit hatte ich mal den Port Wood und habe ihn irgendwie in guter Erinnerung. Und dann gibt es die Legacy, von dem ich eine geschenkte Flasche im Regal habe, die ich irgendwie weiterverschenken muss. Aber es gibt zum Glück immer mal wieder unabhängige Abfüllungen, die oft interessant sind. Diese kommt von den Thompson Brothers, das allein macht den Whisky interessant. Er ist 13 Jahre alt und reifte in zwei Refill Barrels. Eines davon enthielt die rauchige Variante, das andere war unpeated Ardmore – auch Ardlair genannt. Das macht die Abfüllung noch interessanter. Und er ist peated und Ende 2025 für unter 70 € erhältlich. Yes, dieser Whisky ist interessant!
Nosing
In der Nase schöner Rauch, süßer als auf Islay mit vergorenen Früchten, reifen Mirabellen und dazu der Rauch. Und die Grundlage ist eine wunderbare Vanillecreme. Der Rauch ist kräftig, auch wenn nur die Hälfte der Abfüllung rauchiger Ardmore war.
Taste
Im Geschmack ist der Rauch sehr deutlich, er kombiniert aber auch gut mit den süßen Aromen, die geräucherten Mirabellen kommen und liegen auf einer weißen Mousse mit echter Vanille. Und das wäre genau das Konfekt, das dringend kreiert werden muss.
Finish
Im Nachklang bleibt süßer Rauch mit Schokocreme, Vanille und Früchten.
Conclusion
Ardmore ist peated Whisky aus den Highlands – und hier wird er in Perfektion präsentiert. Der Rauch ist anders als auf Islay, milder und runder, vielleicht auch wärmer. Hier ist er trotzdem kräftig und gut eingebunden, passt gut zu den Früchten. Das ist ein toller, gut gemachter Whisky.
Ardmore Distillery
founded: 1898 | Region: Highlands
Owner: Beam Suntory
Capacity: 4.900.000 LPA
LPA: Litres of Pure Alcohol
Quelle: Ingvar Ronde, Malt Whisky Yearbook 2026
Ardmore ist eine der wenigen Brennereien in den Highlands – lässt man die Islands, die ja auch zur Whisky-Region der Highlands zählen mal außen vor – die hauptsächlich peated Whisky herstellt. Das Torf ist mit 12 – 14 ppm recht leicht getorft, trotzdem ist der Torfaspekt in den Whiskys deutlich präsent.
Ardmore wurde 1898 von Adam Teacher, einem Sohn von William Teacher, gebaut. Leider starb er von der Fertigstellung der Distillery, die die erste Brennerei von William Teacher & Sons war.
William Teacher erwarb 1831 im Alter von 19 Jahren eine Teil-Lizenz für einen kleinen Lebensmittelladen in Glasgow, der der Mutter seiner Freundin gehörte. Nach der Heirat eröffneten sie einen zweiten Laden, einen ‚Dram Shop‘, daraus wurde eine Kette von 20 Dram Shops. 1851 wurde daraus ein Großhandel für Wein und Spirituosen.
Teacher starb 1876, aber das Familienunternehmen expandierte weiter, 1884 registrierte man die Marke Teacher’s Highland Cream, einen Blend, in den noch heute große Teile der Ardmore Produktion eingehen.
Nach vielen Käufen und Verkäufen ist Teacher’s und damit auch Ardmore heute ein Teil des Großkonzerns Beam Suntory.
Thompson Bros.
Die Familie Thompson betreibt das Dornoch Castle Hotel mit einer exquisiten Whiskybar – somit lag den Brüdern Phil und Simon Thompson der Whisky quasi im Blut. 2017 eröffneten sie in der kleinen Feuerwache auf dem Gelände von Dornoch Castle ihre Micro Distillery mit einer Kapazität von ca. 15.000 l. Außerdem betätigen sie sich als unabhängige Abfüller und sorgen mit innovativen Abfüllungen und Ideen für Furore in der Whiskywelt.
Bei den OSWAs 2024 siegten sie in der Kategorie Best Independent Bottler, 2025 kamen sie auf Platz zwei hinter Signatory Vintage, die 2024 nach drei Siegen in den Vorjahren nicht nominiert werden konnten und eine besonderen Preis erhielt.
Inzwischen laufen die Planungen für die wesentlich größere Struie Distillery in Dornoch – die Thompson Bros. werden die Whiskyindustrie also weiter aufmischen.