Benriach | aged 15 years | A Dream of Scotland

Single Malt Whiskey

55,6%vol. | bottled 2024 | Sherry & White Port Matured | Brühler Whiskyhaus

un-chillfiltered

chillfiltered

natural colour

coloured

un-peated

peated

cask strength

Single Cask

Well, das ist mal wieder ein schön morbides Etikett, welches das Brühler Whiskyhaus diesem Benriach spendiert hat. Es ist ein lightly peated Benriach. Sherry & White Port matured steht drauf, nehmen wir also an, er kam nach vorhergehender Reifung im Sherry Fass in ein White Fass. Ich würde mir genauere Infos zu den Whiskys wünschen. ADOS kaufen die Geeks – für die könnte man z. B. auf der Website genauer aufführen, welche Geschichte der Whisky hat. Eine interessante Illustration ist das eine – bei Preisen von über 100 € reicht mir das nicht mehr, insbesondere bei einem etablierten, integrem Bottler wie dem Brühler Whiskyhaus.

Nosing

In der Nase ist der Rauch gar nicht unbedingt spürbar. Ja, da ist eine zusätzliche interessante Note, aber es fällt mir schwer, sie unmittelbar als Rauch zu identifizieren. Auf jeden Fall gibt sie Tiefe und macht die das malzsüße Karamell des Whiskys würziger und etwas herber. Da ist Ovomaltine mit einer Note von Bitterschokolade, da sind eingekochte Früchte mit etwas Nelke und Zimt. Und dann wir d auch die Rauchnote deutlicher, ohne den Whisky zu dominieren.

Taste

Im Geschmack ist der Alkohol deutlicher als in der Nase, ein paar Tropfen Wasser füge ich zu. Der Whisky hat eine sehr süße Grundstruktur, da ist deutlicher, süßer Fruchtsaft mit Orange und pinker Grapefruit, vielleicht auch dem Aroma von Pfirsich-Gummis. Das wird aber durch den Rauch gut abgefangen, der aber auch ein paar süße Räucheraspekte hat. Es ist rauchiges Weingummi vorhandenm, es ist auch ein wenig von der süßen Säure der Gummipfirische da.

Finish

Leichte Rauchigkeit mit etwas Schokolade bleibt am Gaumen – aber auch das rauchige Pfirischgummi klebt da noch irgendwo an den Zähnen.

Conclusion

Mir ist der Whisky zu süß. Er hat schöne Aromen, der Rauch wird mit der Zeit kräftiger und präsenter – da ist aber immer ein Aspekt von fruchtiger Konfitüre – oder ist es sogar etwas echte Orangen Marmelade – , der mir zu stark ist. Ich glaube, das ist das Problem – er ist mir zu süß und es fehlen neben dem Rauch ein paar Ecken und Kanten, die ihn interessanter und tiefer machen könnten.
Speyside | © Klaus Bölling, www.boelling.de

Benriach Distillery

founded: 1897 | Region: Speyside
Owner: Benriach Distillery Company (Brown-Forman)
Capacity: 2.800.000 LPA

LPA: Litres of Pure Alcohol

Quelle: Ingvar Ronde, Malt Whisky Yearbook 2025

Benriach ist die Keimzelle der kleinen Whiskygruppe, die kurze Zeit die Träume der Whiskygemeinde beflügelt hat. 2004 übernahmen Investoren zusammen mit dem ehemaligen Burn Stewart Director Billy Walker die 2002 stillgelegte Distillery und erweckten sie zu neuem Leben.

Es erschienen viele verschiedene Bottlings, auch rauchige Whiskys gehörten zur Core Range. Außerdem gab es Walker-typisch jede Menge Einzelabfüllungen und Nachreifungen.

2016 war der Traum dann vorbei, der amerikanische Konzern Brown-Forman (Jack Daniels) übernahm die Benriach Distillery Company für 285 Mio Pfund.

Brühler Whiskyhaus

Das Brühler Whiskyhaus ist durchaus ein eigenständiger deutscher unabhängiger Abfüller. Marco Bonn hat eigene Fässer, die zum Teil in Schottland, vor allem aber irgendwo in der Eifel lagern und die er individuell finisht und reift. Daher werden sie Abfüllungen grundsätzlich als Single Malt Whisky gekennzeichnet, das Wort Scotch taucht nicht auf. Er ist also nicht nur auf Broker angewiesen, sondern kann auf eigenen Stock zurückgreifen. Das führt zu eigenständigen und interessanten Abfüllungen, die über eine verschworene Internet-Community schnell vergriffen sind und – sicherlich auch aufgrund der eigenständigen, manchmal provokativen Label – stark gehypt werden. Oftmals gute Abfüllungen, auch wenn es nur begrenzte Transparenz bezüglich der genauen Reifung gibt!