Glen Scotia | 2010 - 2021 | The Glen Scotia Classic Series

1st fill Ruby Port Hogshead | 56,6%vol.

Glen Scotia, die weniger gehypte Distillery in Campeltown, was den Vorteil hat, dass der Whisky nicht sofort nach Erscheinen aus den Regalen verschwindet. Glen Scotia produziert rauchige und nicht rauchige Whiskys. Dieser ist rauchig, fassstark und im Ruby Port Hogshead gefinisht. Einen leicht roten Hauch hat der Ruby Port im goldenen Whisky hinterlassen.

Einen ähnlichen 10jährigen Whisky aus dem Ruby Port Fass hat Glen Scotia 2018 zum Campbeltown Malts Festival herausgebracht. Der war sehr lecker – kann dieser mithalten?

Nosing

In der Nase kommt sofort der typische Campbeltown-Rauch. Der Rauch ist nicht sauber aschig, er hat einen feuchten Phenole, maritime Noten. Zum maritimen Torfrauch kommt dann eine schöne fruchtige Note, die an Weingummi erinnert und eine Mischung aus roten Früchten und dunklem Wein. Dazu kommen Vanille und etwas Zimt, Karamell und Sahnebonbon. So wird die prägnante Raucharomatik durch eine süß-fruchtige Komponente abgemildert. Schon im Aroma ein eigenständiger, interessanter Whisky mit Kraft und Tiefe.

Taste

Ein schöner Vertreter der Campbeltown-Whiskys mit einer kräftigen Rauchnote, die deutlich maritime Aspekte hat. Dazu kommen rote Früchte und Aromen aus dem Portweinfass. Süße ist vorhanden, wird aber nicht zu dominant, sondern ist gut verbunden mit nussigen Aromen und etwas Holz, die zu einem eher trockenen Ausklang führen.

Finish

Im Nachklang bleibt der süße Rauch – der Whisky endet aber vor allem trocken und würzig.

Conclusion

Das Single Cask ist gefühlt etwas kantiger als die Festivalabfüllung, die sehr süffig war. Aber auch dieser Whisky hat eine sehr gelungene Mischun g aus Rauch, Süße und Frucht – ohne klebrig zu werden. Auch wenn der Whisky nicht sehr alt ist, hat er durch den Rauch die nötige Tiefe und Komplexität. Das ist ein typischer Campbeltown Whisky, der es mit den gehypten Nachbarn locker aufnehmen kann. Der Whisky ist lecker und hat trotzdem die notwendigen Ecken und Kanten, um nicht langweilig zu sein. Das ist ein würdiger Westküsten Whisky mit kräftigem Rauch.

88 Punkte

Kintyre | © Klaus Bölling, www.boelling.de

Glen Scotia Distillery

foundet: 1832 | Region:  Campbeltown
Owner: Loch Lomond Group (Hillhouse Capital)
Capacity: 800.000 litres

Quelle: Ingvar Ronde, Malt Whisky Yearbook 2021

Drei Distillerys sind von den 1825 etwa 30 Brennereien übriggeblieben. Auch wenn vor allem Springbank gehypt wird – Glen Scotia hat sich in den letzten Jahren zu einem echten Tipp entwickelt. Noch sind die Whiskys bezahlbar und verfügbar. Aber sie geraten leider immer mehr in den Fokus.

Aktuell gehört die Brennerei zur Loch Lomond Group, die wiederum der chinesischen (Hongkong) Kapitalgesellschaft Hillhouse Capital gehört.