Ledaig | aged 13 years | A Dream of Scotland

Ruby Port Finish | 52,8%vol. | Bottled 2021

un-chillfiltered

chillfiltered

natural colour

coloured

un-peated

peated

cask strength

Ein im Ruby Port Fass gefinishter Ledaig aus dem Brühler Whiskyhaus. Ruby Port reift relativ kurz im Fass und hat daher frische, fruchtig-beerige Noten. Mal sehen, wie die mit dem kräftigen Rauch eines Ledaig harmonieren. Die Farbe ist hell-golden mit einem leichten Rotstich.

Nosing

In der Nase dominieren natürlich zunächst die Rauchnoten mit trockenen Aspekten von Asche und Kohle. Dazu kommen maritime Aromen. Das Feuer am Strand ist aber schon gut durchgeglüht und qualmt nur wenig – bleibt maritim obwohl vom Kelp nur noch salzige Ascheflocken in der Luft schweben.

Taste

Auf der Zunge ist der Whisky ölig, dann kommt kurz die maritime Stallnote von Ledaig. Der Whisky legt sich zuckrig süß in den Mund, will seine Aromen verteilen – die Süße wird allerdings noch bevor sie sich entfalten kann von trocken-aschiger Holzkohle absorbiert, da sind Kohlestückchen über die etwas Kirschsirup geträufelt wird, da legt sich Asche an den Gaumen. Nach weiteren Schlucken löst sich die Asche und die fruchtigen Aromen erreichen den Gaumen, der Whisky wird süßer mit dunklen, süß-säuerlichen Beeren.

Finish

Die aschigen Kohlestückchen mit dem Sirup bleiben am Gaumen kleben. Es bleibt eine Ahnung von Sirup, dessen Süße durch die Asche aufgesaugt wird. Unter der Asche kommt dann noch der Rest von einem dunklen Weingummi mit Black-Currant-Aroma.

Conclusion

Das ist ein strenger, zugeknöpfter Whisky. Die maritimeStallnote scheint durch, der Landwirt hat Stiefel und Hose gewechselt, Socken und Unterwäsche waren aber mit im Stall. Der Ledaig hat eine Kraft, die er nicht ausleben kann, die er ins sich trägt und mit einer verbissen trockenen Mine weitgehend für sich behält. Der Whisky braucht einige Zeit, bevor er sich öffnet, bietet dann aber zunehmend dunkelfruchtige Aromen mit schwarzer Johanissbeere und süßer, reifer Brombeere.

Auch das ist ein Whisky, der zeigt, das gerade die fruchtig-rauchigen Whiskys Zeit brauchen – dann aber eine besondere Tiefe und Komplexität zeigen und ihre Opulenz unter einem strengen Äußeren verbergen.

87 Punkte

West Coast, Oban | © Klaus Bölling, www.boelling.de

Tobermory Distillery

foundet: 1798 | Region: Islands (Highlands)
Owner: Burn Stewart (Distell International Ltd.)
Capacity: 1.000.000 litres

Quelle: Ingvar Ronde, Malt Whisky Yearbook 2021

Tobermory Distillery in der gleichnamigen pittoresken Stadt auf der Isle of Mull gehört zu Burn Stewart und damit zur südafrikanischen Distell Group. Wie alle Burn Stewart Whiskys werden die Tobermory Standards mit 46,3%vol. abgefüllt.

Die Distillery produziert zwei Marken. Unter dem Brennereinamen Tobermory werden die nichtrauchigen, ungetorften Whiskys abgefüllt. Und unter der Marke Ledaig erscheinen stark rauchige eigenständige Abfüllungen, die bei den Fans sehr beliebt sind. Ledaig ist der Name unter dem John Sinclair die Brennerei 1798 gründete.

2019 wurde die Brennerei nach einer zweijährigen grundlegenden Überarbeitung wiedereröffnet.

Brühler Whiskyhaus

Das Brühler Whiskyhaus ist durchaus ein eigenständiger deutscher unabhängiger Abfüller. Marco Bonn hat eigene Fässer, die in Schottland lagern und die er individuell finisht und reift. Er ist also nicht nur auf Broker angewiesen, sondern kann auf eigenen Stock zurückgreifen. Das führt zu eigenständigen und interessanten Abfüllungen, die über eine verschworene Internet-Community schnell vergriffen sind und – sicherlich auch aufgrund der eigenständigen, manchmal provokativen Label – stark gehypt werden. Gute Abfüllungen!