Royal Brackla | 2003 - 2026 | The Caskhound

Single Malt Scotch Whisky

51,4%vol. | aged 22 years | Refill Ex-Bourbon #314508 | Tilo's Fair(y) Tales: Rumpelstills und der goldene Cut

un-chillfiltered

chillfiltered

natural colour

coloured

un-peated

peated

cask strength

Single Cask

Tilo Schnabel hat Whiskys abgefüllt, die er nur auf Messen anbietet. Die Reihe heißt Tilo’s Fair(y) Tales und leider folgt The Caskhound dabei auch den Weg anderer Abfüller und nutzt für die Illustration der Etiketten KI. Da sieht nicht gut aus und entspricht nicht dem Standard, den The Caskhound z. B. mit den Illustrationen von Lana Mathieson gesetzt hat. Aber ok, es geht um den Whisky. Und der ist interessant: Royal Brackla, 22 Jahre gereift im Refill ex-Bourbon Fass. Das verspricht ehrlichen, gut gereiften Whisky. Die Farbe ist hellgolden.

Ich habe die Flasche bei der Whisky Fair Limburg 2026 gekauft, der ersten Whiskymesse, die ich besucht habe, weil ich es mir nie so recht vorstellen konnte, am helllichten Tag durch überfüllte Hallen zu drängeln und völlig überfordert vom Angebot zu sein. Und genauso war es dann. Aber immerhin habe ich diese Flasche gefunden.

Nosing

Im Nosing kommen schöne Früchte, Mango, Aprikose, vielleicht auch Ananas. Die Früchte sind süß, haben aber auch reife, herbe Aspekte, die Tiefe verleihen. Vanille ist als Basis vorhanden, bleibt aber dezent. Ebenso dezent ist das Holz. Und der Alkohol bleibt im Nosing unauffällig.

Taste

Auch im Geschmack funktioniert der Whisky ohne Wasser, der Alkohol, ist gut eingebunden. Es ist eine schöne Mischung aus den reifen Früchten und einer dezenten Vanillecreme. Dazu kommt dann auch Karamell. Es sind auch hier die Aprikosen und die Mango, Pfirsich ist vorhanden, auch Ananas. Es kommen herbe Aromen von den Fruchtschalen, es kommt auch etwas Holz kombiniert mit Malz und Karamell, auch etwas cremige Schokolade.

Finish

Im Nachklang bleiben tatsächlich auch die fruchtigen Aromen am Gaumen, da sind Tropenfrüchte, auch etwas Weingummi. Die Aromen sind aber nicht zu süß, sondern gut integriert.

Conclusion

Das ist einer der Whiskys, die zeigen, dass nicht immer alles in Sherry etc. reifen muss. Gute Bourbon Fässer und angemessene Reifezeit können auch zu tollen Ergebnissen führten. Die Aromen dieser Abfüllung sind harmonisch verbunden, der Alkohol ist präsent als Aromenträger aber auch ohne Wasser super eingebunden. Das ist ein wunderbar fruchtiger Whisky für den Sommer – oder besser: Für den Sommerabend nach dem Sonnenuntergang, den der Mond heraufsteigt und man draußen im Hof sitzt und die Wärme aus den Hausmauern für eine schöne Nacht sorgt. Ein guter, reifer Whisky.

Whisky Fair Limburg 2026 | © Klaus Bölling, www.boelling.de

Dies ist der Teil der Bar, an dem ein besonderer Whisky für besondere Tage steht. Lange hatte ich hier einen Ledaig 15 vom Brühler Whiskyhaus, der auch noch nicht ganz leer ist.

Aber es wird Zeit für einen Wechsel. Nicht nur der Flasche, sondern auch des Stils. An die Stelle von Rauch und Sherry rückt nur ex-Bourbon. Klingt unspektakulär? Ist es gar nicht. The Caskhound Tilo Schnabel hat 2026 einen nur auf Messen erhältlichen 22 Jahre alten Royal Brackla veröffentlicht, der allte Ansprüche an einen besonderen Whisky erfüllt.  Slàinte!

Royal Brackla Distillery

founded: 1812 | Region: Highlands
Owner: John Dewar & Sons (Bacardi)
Capacity: 4.300.000 LPA

LPA: Litres of Pure Alcohol

Quelle: Ingvar Ronde, Malt Whisky Yearbook 2026

Brackla wurde 1812 als Distillery gegründet, seit 1835 darf sie sich Royal Brackla nennen und ist die erste Distillery, die das Royal Warrant verliehen bekam. Verliehen wurde es vom King William IV, erneuert von Queen Victoria. Während der Beiname Royal, den außerdem noch Royal Lochnagar und Glenury Royal (1985 stillgelegt und 1993 abgerissen) trugen, erhalten bleibt, muss das Royal Warrant von jeweiligen Monarchen erneuert werden. Royal Brackla hat kein Warrant mehr. Aktuell haben nur Laphroaig und Royal Lochnagar ein Warrant. Mal sehen, welche Distilleries Charles III auserwählt.

Royal Brackla war Teil der Distillers Company Limited (DCL), die 1986 nach der Übernahme durch Guinness mit deren bereits erworbenen Arthur Bell Distilleries zu United Distillers (UD) und schließlich 1997 nach der Fusion von Guinness und Grand Metropolitan zu Diageo wurde. Kartellrechtliche Anforderung im Zuge dieser Fusion führten zum Verkauf der John Dewar Distilleries und anderer Brennereien, u. a. Royal Brackla, an Bacardi.

The Caskhound

Tilo Schnabel  hat nach etlichen Fassteilungen und Abfüllungen im privaten Rahmen 2020 sein eigenes Label The Caskhound gegründet. Hierüber bietet er Fassanteile und eigene Abfüllungen an.

Neben den Caskhound-Abfüllung gibt es die Exquisite Casks und andere Abfüllungen z. B. in Zusammenarbeit mit Pat Hock (Hocksheads) oder Sebastian Büssing (Liquid Madness).