Glen Moray | The Private Cask Collection | Madeira Cask Finish

55,16%vol. | 2008 - 2021 | Madeira Cask Finish

un-chillfiltered

chillfiltered

natural colour

coloured

un-peated

peated

cask strength

Single Cask

In der Private Cask Collection hat Glen Moray einen 12jährigen, im Madeira Fass gefinishten Whisky abgefüllt. Die Abfüllung ist in Fassstärke und hat einen kräftig bräunlichen Goldton. Glen Moray ist immer etwas unter dem Radar, dieser Whisky ist 2021 erschienen und von den 234 Flaschen sind noch in etlichen Geschäften Exemplare erhältlich. Für Preis von über 100 – 120 € müsste der Whisky auch ordentlich etwas bieten.

Nosing

Das Aroma ist schön. Hier kommen alte, trockene Süßweinnoten, das ist sonniger Süden mit in der Sonne duftenden kräuterbuschigen Hängen. Trockene Aprikosen, eingedampfte Pflaumen und dazu Kräuter, Liebstöckel und Muskat. Die Aromatik hat Kraft, der Alkohol trägt sie gut an die Nase ohne zu stechen oder in der Nase zu brennen.

Taste

Im Mund wird der Whisky dann sehr kräftig und die Fassstärke muss etwas verdünnt werden. Der Whisky fließt süß und ölig auf die Zunge, die Süße ist als deutliches Gefühl vorhanden, wird aber von der Kraft des Whiskys überwältigt. Das ist nicht nur der Alkohol, es kommen auch kräftige Tannine, die vielleicht auch aus dem Wein kommen. Der Weinaspekt ist trocken und legt sich adstringierend in die Wangentaschen und auf den Gaumen. Trotzdem bleibt die Süße als Gefühl vorhanden und ist etwas zu klebrig sirupmäßig. Dabei kann sich leider keine Fruchtigkeit entfalten, auch Schokolade oder ähnliche Noten fehlen mir. Es ist eher die Aromatik eines kräftig süßen Weines, der zu lange in der offenen Flasche oxidiert ist.

Finish

Das ist ein ambivalentes Erlebnis, süßer Holz-Südwein-Sirup trocknet den Mund aus.

Conclusion

Bei diesem Whisky ist das Aroma im Nosing schöner als am Ende das Erlebnis im Mund. Er ist sehr kräftig, die Madeira-Aromen sind vorhanden – sie kommen aber überoxidiert und abgestanden auf die Zunge. Die verschiedenen Aspekte können sich nicht zu einem stimmigen Gesamterlebnis zusammenfinden. Süße ist da, Würze ist da, Holz und Tannine sind da. Was fehlt ist eine deutlichere Fruchtnote, mit einer gewissen Säure und Frische, die die Aromen vielleicht besser integriert hätte. Bei einem zwei Jahre älteren PX Sherry Finish aus der Private Cask Collection gelingt dies etwas besser.

Highlands | © Klaus Bölling, www.boelling.de

Glen Moray Distillery

foundet: 1897 | Region: Speyside
Owner: La Martiniquaise
Capacity: 5.700.000 litres

Quelle: Ingvar Ronde, Malt Whisky Yearbook 2022

Die Distillery ging 2004 mit der Glenmorangie plc an den Luxuskonzern LVMH, wurde von diesem aber 2008 an La Matiniquaise, den zweitgrößten französischen Sprituosenkonzern, bzw. dessen schottische Whiskysparte Glen Turner verkauft.

Wurde die Distillery bei Glenmorangie plc nicht wirklich wahrgenommen, so steigen die Umsätze mit Single Malt inzwischen an. Glen Turner produziert die Blends Label 5, Cutty Sark und Sir Edward’s.