Springbank | 2010 - 2023 | Local Barley

Single Malt Scotch Whisky

54,1%vol. | aged 13 years | 60% Bourbon, 40% Sherry

un-chillfiltered

chillfiltered

natural colour

coloured

un-peated

lightly peated

cask strength

Single Cask

Vierter Tag Campbeltown Malts Festival, Springbank Open Day. Was sollt da besser passen, als ein echter Campbeltown Whisky.

Der Hype um die normalen Springbankabfüllungen steigert sich nocheinmal expoteniell wenn es um die Local Barley Abfüllungen geht. Keine Ahnung, wie man jemals an eine solche Abfüllung kommt, wenn man nicht der beste Freund eines Local Dealers ist und die Flasche annähernd zum UVP erhält oder eben seine Niere verpfändet. Die 2023er Abfüllung besteht zu 60% aus ex-Bourbon und zu 40% aus ex-Sherry Casks. Verwendet wurde Belgravia Gerste von der Glencraigs Farm, die etwas nördlich von Campbeltown liegt. Sollte man wirklich über Terroir im Whisky diskutieren – mehr als in den Local Barley Abfüllungen geht nicht. Die Gerste wächst direkt in der Nähe der Distillery, wird dort gemälzt und zu Whisky verarbeitet, der auch vor Ort abgefüllt wird.

Nosing

In der Nase ist der Rauch durchaus präsent, nicht stark, aber deutlich mit einem trocken-maritimen Charakter. Mit ein paar Tropfen Wasser öffnet der Whisky und es kommt etwas Rhabarberkompott mit Vanillesoße, dazu angebranntes Malz und etwas Karamell. Der Rauch ist bei dieser Abfüllung deutlicher als bei anderen Springbanks.

Taste

Im Geschmack ist der Rauch ebenfalls vorhanden, dazu leicht angebrannte Röstaromen. Er ist funky, hat aber nicht den typischen Campbeltown Funk, ist weniger maritim, auch wenn der Rauch eine gewisse Rußnote hat. Dazu kommt ein süßes Mundgefühl mit etwas Blockmalz und gelben Früchten.

Finish

Kurz vor dem Nachklang kommt dann doch der Funk, dann bleibt eine rauchige Note mit Aschemomenten und etwas Mirabellenmarmelade am Gaumen.

Conclusion

Sicher gab es schon einige komplexere Local Barleys. Dieser ist aber schön ausgewogen mit leicht dreckigem Rauch und einer schönen Süße, was zu einem süffigen Whisky führt, der interessant ist und Spaß macht. Ich finde den Rauch präsenter als in anderen Springbanks, was den Whisky aber nicht weniger lecker macht. Ein schöner Whisky, schade, dass man ihn quasi nicht kaufen konnte.
Springbank Distillery, Campbeltown | © Klaus Bölling, www.boelling.de

The Online Scotch Whisky Awards:

Best Distillery 2021 | 2022 | 2023

Springbank Distillery

founded: 1828 | Region: Campbeltown
Owner: Springbank Distillers (J & A Mitchell)
Capacity: 750.000 litres

Quelle: Ingvar Ronde, Malt Whisky Yearbook 2024

Springbank liegt in Campbeltown auf der Halbinsel Kintyre. Hier gab es einst über 30 Distilleries – heute sind Springbank und Glengyle (die zur gleichen Besitzerfamilie gehören) und Glen Scotia geblieben. Aber weitere Brennereien werden in den nächsten Jahren an den Start gehen.

Springbank produziert drei Marken: Longrow ist stark getorft und zweifach destilliert, Springbank lightly peated und zweieinhalbmal destilliert, Hazelburn ungetorft und dreimal destilliert. Direkt auf dem Nachbargrundstück betreibt man die Glengyle Distillery, die ihre Whiskys unter der Marke Kilkerran produziert.

Springbank macht alles so, wie wir Nerds es lieben: Keine Färbung, keine Kühlfilterung, Handarbeit ohne Automatisierung, beschäftigt werden die Menschen aus der Region, das Malz wird auf eigenen Malzböden produziert, gelagert und abgefüllt wird vor Ort. So sind unsere romantischen Träume von Whisky, hier werden sie Realität.

Die Kehrseite: Natürlich werden diese Whiskys gehypt und gesammelt – das Angebot ist zu knapp, die Preise steigen, die ‚Investoren‘ wittern ihre Chance. Und alle, die diese Whiskys einfach genießen wollen, können oder wollen sie sich nicht mehr leisten. Schade um diesen guten Stoff.