Hazelburn | Barolo Cask matured | 2007 - 2016

Bourbon & Refill Barolo | 57,9%vol. | unpeated, triple distilled

un-chillfiltered

chillfiltered

natural colour

coloured

un-peated

peated

cask strength

Single Cask

Diese Woche gibt es Campbeltown – einfach mal so, weil es eine tolle Region ist, weil es dort wunderbare Whiskys gibt, weil ich irgendwann mal wieder dorthin muss …

Von der Spitze der Halbinsel Kintyre blickt man direkt hinüber nach Nordirland und ist nicht weit von Bushmills entfernt. Und wie der Ire ist der Hazelburn dreifach destilliert. Der nicht getorfte Whisky aus der Springbank Distillery kommt hier in einer Abfüllung, die bereits aus dem Jahr 2016 stammt und 9 Jahre gereift ist. Die Farbe ist hellgolden, direkter Rotweineinfluss ist nicht zu erkennen.

Nosing

An der Nase unterschiedliche Eindrücke: Da ist die Springbank typische Muffigkeit und Wachsigkeit, da sind aber auch zu junge Fruchtnoten mit einem bitter-herben Einschlag. Der Alkohol ist als frische Mentholnote deutlich vorhanden. Mit etwas Wasser werden die Aromen tiefer und runder, jetzt kommt auch eine satte Vanille mit süßer Honigmelone.

Taste

Kräftiger Alkohol, hier wird wohl Wasser gebraucht. Zum Alkohol kommen Süße und eine cremige Vanille. Weinaromen habe ich eher nicht, die Vanille wird durch Holznoten ergänzt. Auch mit Wasser bleibt der Alkohol deutlich. Die maritime Muffigkeit ist dezent vorhanden, hat einen leicht phenoligen Charakter, obwohl der Whisky gänzlich ohne Rauch ist. Es sind zu junge Birnenaromen vorhanden, aber auch süßer Holunderblütensirup und Charentais-Melone. Es kommen auch Holzaromen, die Wärme und Tiefe geben. Der Alkohol ist aber etwas zu scharf.

Finish

Der wachsige Springbank-Aspekt bleibt eine ganze Zeit im Mund erhalten, etwas Holz kommt hinzu.

Conclusion

Ich bin gespalten: Einerseits hat der Whisky viel von dem, was einen guten Whisky aus Campbeltown ausmacht, auf der anderen Seite ist da aber auch noch der junge, aggressive Aspekt. Aber insgesamt ist er gut und interessant. Der heute aufgerufene Preis von 150 € in einem Shop, der ihn im März 2022 noch hat, ist allerdings nicht akzeptabel.

Springbank Distillery, Campbeltown, Kintyre | © Klaus Bölling, www.boelling.de

Springbank Distillery

foundet: 1828 | Region: Campbeltown
Owner: Springbank Distillers (J & A Mitchell)
Capacity: 750.000 litres

Quelle: Ingvar Ronde, Malt Whisky Yearbook 2021

Springbank liegt in Campbeltown auf der Halbinsel Kintyre. Hier gab es einst über 30 Distillerys – heute sind Springbank und Glengyle (die zur gleichen Besitzerfamilie gehören) und Glen Scotia geblieben. Aktuell planen J & A Mitchell eine weitere Distillery.

Springbank produziert drei Marken: Longrow ist stark georft und zweifach destilliert, Springbank lightly peated und zweieinhalbmal destilliert, Hazelburn ungetorft und dreimal destilliert.Direkt auf dem Nachbargrundstück betreibt man die Glengyle Distillery, die ihre Whiskys unter der Marke Kilkerran produziert.

Springbank macht alles so, wie wir Nerds es lieben: Keine Färbung, keine Kühlfilterung, Handarbeit ohne Automatisierung, beschäftigt werden die Menschen aus der Region, das Malz wird auf eigenen Malzböden produziert, gelagert und abgefüllt wird vor Ort. So sind unsere romantischen Träume von Whisky, hier werden sie Realität.

Die Kehrseite: Natürlich werden diese Whiskys gehypt und gesammelt – das Angebot ist zu knapp, die Preise steigen, die ‚Investoren‘ wittern ihre Chance. Und alle, die diese Whiskys einfach genießen wollen, können oder wollen sie sich nicht mehr leisten. Schade um diesen guten Stoff.