Glenburgie | 2009 - 2025 | James Eadie
Single Malt Scotch Whisky
52,5%vol. | aged 16 years | Two First Fill Bourbon Barrels | Distilleries of Great Britain & Ireland Commemorative
un-chillfiltered
chillfiltered
natural colour
coloured
un-peated
peated
cask strength
Single Cask
James Eadie hat ein Buch mit Artikeln aus den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts zu den damaligen schottischen und irischen Whisky Distilleries veröffentlicht und bringt nun auch Whiskys dieser Distilleries auf den Markt, die historische Illustrationen aus dem Buch auf dem Etikett haben und sicherlich die Nerds ansprechen sollen. Dieser Glenburgie reifte vollständig in zwei 1st Fill Bourbon Barrels und ist 16 Jahre alt. Die Farbe ist sattes Gold. Es ist schön, mal einen älteren Whisky zu haben, der nicht aus dem Sherry Cask kommt. Klar, wir Nerds fordern immer mal wieder diese Whiskys – gekauft wird aber oftmals doch eher der dunkle Stoff aus dem Sherry Butt.
Nosing
Die Nase ist schön und reif. Da sind Mango und Pfirsich, dazu kommt aber auch eine würzige Note, es kommt etwas Holz, dazu Malz und Karamell , es kommt aber auch Stroh auf dem abgeernteten Feld in der Abendsonne. Da ist auch eine leichte Mineralität der Erde auf dem Feld.
Taste
Im Mund ist der Whisky fruchtig-süß, da ist reife Mango, da ist leicht säuerlich-süße Ananas. Der Alkohol ist gut eingebunden, Wasser ist nicht unbedingt notwendig, ein paar Tropfen sorgen aber für eine nachhaltigere Entwicklung, jetzt kommen auch die holzigeren Noten besser zum Vorschein. Da ist aber auch eine dunkle englische Orangenmarmelade mit Schalen und bitteren Aspekten.
Finish
Der Whisky entwickelt sich im Nachklang eher trocken, es kommen leicht holzige Aspekte, die gut passen, es kommt leichte Bitterkeit der Orangenschalen mit etwas Karamell, das auch noch am Gaumen haftet, wenn die angenehm bitteren Aromen wieder ausgeklungen sind.
Conclusion
Ein sehr schöner Whisky, der zeigt, dass wirklich guter Whisky kein Finish im Sherry Cask braucht, um lecker und komplex zu sein. Dieser Glenburgie ist gut gereift, hat ein alter, das in den reifen Aromen auch spürbar wird. Es gab den Whisky für knapp unter 90 €, was angesichts der Qualität sicherlich ok ist. Ein schöner Whisky mit eher hellfruchtigen Aromen zu denen dann würzige und leicht bitter-mineralische Aspekte kommen, was insgesamt zu einem interessanten Profil führt.
Glenburgie Distillery
founded: 1810 | Region: Speyside
Owner: Chivas Brothers (Pernod Ricard)
Capacity: 4.250.000 LPA
LPA: Litres of Pure Alcohol
Quelle: Ingvar Ronde, Malt Whisky Yearbook 2026
Glenburgie gehört zu den Brennereien des Konzerns Pernod Ricard und ist einer der Lead Malts des Ballantines Blended Scotch, des zweitmeist verkauften Blended Scotch Whiskys weltweit (was die Hälfte der Menge des Leaders Johnnie Walker ist …).
Von Seiten des Konzern gibt es wenig Interesse an einer eigenständigen Präsentation der Brennerei. Zwei Single Malts mit 15 und 18 Jahren erscheinen unter dem Hauptlabel Ballantines, eine eigene Website der Brennerei gibt es nicht.
James Eadie
Der unabhängige Abfüller wurde von Rupert Patrick, einem Ur-Ur-Enkel des namensgebenden James Eadie, gegründet. Rupert Patrick war zuvor bei etlichen großen Whiskyproduzenten tätig.
James Eadie (1827-1904) war ein in Schottland geborener Bierbrauer, der seine Brauerei allerdings in Burton-upon-Trent im Herzen Englands gründete. Zur Brauerei etablierte er ein System verbundener Pubs und kreierte nebenbei auch einen Blended Whisky, der in den Pubs ausgeschenkt wurde. Auf diese familiengeschichtliche Bande bezieht sich der unabhängige Abfüller, der mit einem eigenen Blend das ursprüngliche Rezept der Familie Eadie nachempfinden will, in dem nur Whiskys verwendet werden, die auch im ursprünglichen Blend enthalten waren.