Benriach | aged 16 years | A Dream of Scotland

Single Malt Whisky

53,2%vol. | bottled 2026 | Casknolia PX Sherry Finish | Brühler Whiskyhaus

un-chillfiltered

chillfiltered

natural colour

coloured

un-peated

peated

cask strength

Single Cask

Benriach – früher war das die Schwesterbrennerei von Glendronach und stand für gehypte Whiskys. Heute ist es eine Brennerei von Brown-Forman und arbeitet mit einem gemeinsamen Team mit Glenglassaugh – ist also nur noch teilweise geöffnet und hat weitgehend die Relevanz verloren. Längst sind es andere Distilleries in der Speyside, die interessant werden und die Nerds begeistern. Dieser Whisky ist 16 Jahre alt, er stammt also noch aus der Zeit von Billy Walker. Es sollte sich also um einen kompetenten Speyside Whisky handeln, gereift in einem PX Sherry Cask von Casknolia. Ist das besonders? Kleine Ahnung, es ist halt eine der Küfereien und Bodegas, die in Spanien Fässer für die Whiskyindustrie herstellen und mit Sherry vorbelegen. Da sollten wir nicht allzu viel Romantik zulassen. Und auch die Etiketten des Brühler Whiskyhauses haben weitgehend ihren Charme verloren, seit sie KI-generiert sind.

Nosing

Im Nosing ist es ein schöner, Sherry -betonter Whisky. Er hat amerikanische Eiche mit einer Vanillenote, es kommen die erwarteten Früchte mit gelben Pflaumen und weißem Pfirsich. Dazu kommt aber auch eine würzige note, die die 16 Jahre zur Geltung kommen lässt und dem Whisky eine Tiefe verleiht. Das ist nicht einfach ein süßer PX-Whisky, hier sind auch ein paar staubige Bücher und etwas Tabak im Spiel. Alkohol ist in der Nase übrigens nicht auffällig.

Taste

Auch im Mund ist der Whisky ohne Wasser gut zu genießen. Er hat süße Früchte mit gelben Pflaumen und dem Pfirsich, er hat aber auch einen herben Gegenpart mit trockenem Kakao, staubiger Vanille und etwas Holz. Im Hintergrund blitzt auch ein leichter Funk auf, der aber dezent und versteckt bleibt.

Finish

Im Finish bleibt eine leichte Holznote am Gaumen, der Whisky endet mit herben Aromen, die Süße ist aber als Basis erkennbar.

Conclusion

Das ist ein schöner Sherry Whisky. Er basiert auf amerikanischer Eiche und den entsprechenden Vanillenoten, die Früchte sind dann auch mit herben Kräuternoten verbunden. Es schöner, gut trinkbarer Whisky ohne besondere Highlights. Aber die braucht man ja auch nicht immer …

North West Highlands, Coigach | © Klaus Bölling, www.boelling.de

Benriach Distillery

founded: 1897 | Region: Speyside
Owner: Benriach Distillery Company (Brown-Forman)
Capacity: 2.800.000 LPA

LPA: Litres of Pure Alcohol

Quelle: Ingvar Ronde, Malt Whisky Yearbook 2026

Benriach ist die Keimzelle der kleinen Whiskygruppe, die kurze Zeit die Träume der Whiskygemeinde beflügelt hat. 2004 übernahmen Investoren zusammen mit dem ehemaligen Burn Stewart Director Billy Walker die 2002 stillgelegte Distillery und erweckten sie zu neuem Leben.

Es erschienen viele verschiedene Bottlings, auch rauchige Whiskys gehörten zur Core Range. Außerdem gab es Walker-typisch jede Menge Einzelabfüllungen und Nachreifungen.

2016 war der Traum dann vorbei, der amerikanische Konzern Brown-Forman (Jack Daniels) übernahm die Benriach Distillery Company für 285 Mio Pfund.

Brühler Whiskyhaus

Das Brühler Whiskyhaus ist durchaus ein eigenständiger deutscher unabhängiger Abfüller. Marco Bonn hat eigene Fässer, die zum Teil in Schottland, vor allem aber irgendwo in der Eifel lagern und die er individuell finisht und reift. Daher werden sie Abfüllungen grundsätzlich als Single Malt Whisky gekennzeichnet, das Wort Scotch taucht nicht auf. Er ist also nicht nur auf Broker angewiesen, sondern kann auf eigenen Stock zurückgreifen. Das führt zu eigenständigen und interessanten Abfüllungen, die über eine verschworene Internet-Community schnell vergriffen sind und – sicherlich auch aufgrund der eigenständigen, manchmal provokativen Label – stark gehypt werden. Oftmals gute Abfüllungen, auch wenn es nur begrenzte Transparenz bezüglich der genauen Reifung gibt!