Ben Nevis | aged 8 years | James Eadie
Ein Ben Nevis von James Eadie, acht Jahre alt und im Malaga Cask gefinisht. Der Whisky hat ein etwas rötliche Bernsteinfarbe.
Ein Ben Nevis von James Eadie, acht Jahre alt und im Malaga Cask gefinisht. Der Whisky hat ein etwas rötliche Bernsteinfarbe.
Dreimal Ben Nevis, unabhängig abgefüllt und mit einer Altersangabe. Oftmals bekommt man sehr jungen Ben Nevis - nicht das, was ich suche und mag. Diese Abfüllungen sind imwerhin 8 Jahre alt, was aber noch immer nicht das Alter ist, in dem ich Whisky wirklich genieße. Aber immerhin sind es schon mal mehr als 5 Jahre, denn älterer Ben Nevis wird oft recht teuer.
Ben Nevis, die etwas schwierige Distillery in Fort William, deren Whiskys in den Blends des japanischen Mutterkonzerns Nikka verschwinden. Die Distillery Bottlings sind nur schwer zu bekommen - bei den unabhängigen gibt es aber immer mal Ben Nevis. Oft sind die Abfüllungen nicht alt - so auch dieser 8jährige Ben Nevis von Signatory, gereift in zwei 2nd fill Oloroso Sherry Butts. Die Farbe ist recht hell, die Fässer hatten also schon viel Farbe und damit vielleicht auch Aromen abgegeben. Ist der Whisky jetzt schon reif für den Genuss?
Ein weiterer Whisky aus der 100 Proof Reihe von Signatory. Diesmal Tullibardine aus 1st fill Oloroso Butts. Die Farbe ist dunkel und kräftig. Mit 8 Jahren ist der Whisky noch nicht wirklich alt, aber preislich mit ca. 45 € durchaus attraktiv.
Ardmore gehört eigentlich nicht zu meinen Lieblingsdestillen - aber warum eigentlich? Denn die Mischung aus Speyside und leichtem Rauch ist eigentlich auch ein Beuteschema. Und dieser hier ist natürlich ein Preishammer im Jahr 2024: Knapp 45 € für einen 13 Jahre alten Whisky mit hoher Alkoholstärke. Zu verdanken ist das sicherlich der Mischkalkulation von Signatory Vintage. Mit der 100 Proof Reihe setzt Signatory schon ein deutliches Statement gegen einen Preistrend, der Whisky uninteressant machen könnte.
Gut, nach drei Weihnachtswhiskys, kommt als Zugabe ein South Islay, der an Nikolaus 2023 erschienen ist - und der mich mehr überzeugt hat, als die teuren Weihnachtsbottlings. Im Brühler Whiskyhaus erscheinen regelmäßig Abfüllungen unter dem Namen South Islay. Und meist sind das Abfüllungen, die entweder irgendwo die Jahreszahl 1816 tragen oder ansonsten mit der Distillery Lagavulin in Verbindung gebracht werden. Das ist auch bei dieser Abfüllung der Fall, zumindest wird das so vermittelt. Ich kann's aus dem Etikett nicht erkennen - aber Marco Bonn lässt das ja oft durchblicken (auch hier ist ein Hinweis vorhanden - aber gut versteckt). Und während Diageo den Lagavulin gerade überteuert, damit auch wirklich niemand mehr auf die Idee kommt, den Quatsch zu kaufen, bringt das Brühler Whiskyhaus interessante Abfüllungen der Brennerei auf den Markt.
Zu den legendären neueren Whiskys der Isle of Islay gehört sicherlich Octomore, die super heavily peated Whiskys der Bruichladdich Distillery. Das Brühler Whiskyhaus hat in seiner Weihnachtsserie 2023 einen unabhängigen Octomore mit 10 Jahren abgefüllt. Gefinisht wurde der Whisky im Port Cask. Und wie alle Octomores liegt er preislich in der Fantasieregion.
Ok, die erste Abfüllung der Serie war etwas süß und nett. Aber nun ziert das Etikett kein nettes Weihnachtsgirl, sondern ein originaler Christmas Viking mit wildem Bart und ebensolchem Blick. Da sollte also etwas mehr Kraft und Unbändigkeit kommen. Matured in a Refill Butt - heißt das, das Fass erinnert sich nicht mehr an seine Vorbelegung? Wir werden sehen. Zumindest ist der Whisky nach 21 Jahren heller als die vier Jahre jüngere Abfüllung aus dem PX Dulce Hogshead. Der grimmige Weihnachtskrieger hat zumindest eine Gürtelschnalle, die einen Hinweis auf die Distillery, die wir hinter vielen South Islay Abfüllungen vermuten, gibt.
Na gut, die Frage von the late Franz Beckenbauer passt Ostern vielleicht nicht so ganz. Auf der anderen Seite hatten wir hier im kleinen Whisky Blog Christmas on Islay gefeiert und da macht es absolut Sinn, auch Ostern auf der Queen of the Herbrides zu bleiben. Und was könnte man da besseres verkosten, als die drei Weihnachtsabfüllungen von A Dream of Scotland? Drei Islay Whiskys mit illustren Weihnachtsetiketten, zwei South Islay, die aus der Lagavulin Distillery stammen könnten und ein Octomore, der natürlich aus der Bruichladdich Distillery stammt. Und dann gibt es auch noch eine Zugabe.
Distilled at South Islay heißt beim Brühler Whiskyhaus meist Lagavulin. Darf nicht draufstehen, klar. Manchmal gibt es Hinweise auf dem Etikett. Es lohnt sich also, die Etiketten näher zu betrachten (hier steht wohl 1816 auf der Gürtelschnalle …) - vor allem lohnt es sich aber meist, die Whiskys näher zu betrachten. Diese Abfüllung ist 17 Jahre alt, stammt aus einem PX Dulce Hogshead, was auf einen PX Wein hinweist, der nicht aus der definierten Sherry-Region stammt. Die Farbe weist einen entsprechend dunklen Goldton auf.