Deanston | aged 10 years | Bordeaux Red Wine Cask Finish

46,3%vol. | Distillery Bottling

un-chillfiltered

chillfiltered

natural colour

coloured

un-peated

peated

cask strength

Single Cask

Whisky for Two – zwei Whiskys, getastet an zwei aufeinander folgenden Tagen und ein paar Gedanken über das Tasting hinaus.

Irgendwie möchte ich diese Distillery mögen – warum auch immer. Vielleicht weil sie zu Burn Stewart gehört, die mich mit Balblair begeistert haben – aber insgesamt doch nicht so richtig zünden können. Bisher hat mich ein 18jähriger überzeugen können, ein 20jähriger war eher ein Finish aus der Schwefelmine. Hier nun ein 10jähriger, der im Bordeaux Red Wine Cask gefinisht wurde. Leider gibt es zu oft ein Problem mit den Rotwein Fässern – und das heißt Schwefel.

Nosing

Die Nase ist schön. Hier kommen Fruchtaromen, Süße und Vanille – der klassische Fruchtkompott mit Pflaumen und saftigen Pfirsichen, mit etwas Schlagsahne, die mit Vanillezucker abgeschmeckt wurde. Säure ist da, Süße ist da und im Hintergrund ist eine holzige Note, die dem Ganzen die Basis gibt.

Taste

Und dann landet der Whisky im Mund, wo er wohl nie hingehört hätte. All die schönen Aromen aus dem Nosing verschwinden und es kommen abgelutschte Zündhölzer und aufgeweichte Zündblättchen. Das ist nicht lecker, das ist ätzend. Und tatsächlich bitzelt der Whisky auf der Zunge, was eher der Schwefel als der Alkohol ist.

Finish

Im Finish: schweflige Adstringenz. Braucht niemand.

Conclusion

Dieser Deanston wurde nicht im Bordeaux Red Wine Cask, sondern im Bordeaux Sulphur Cask gefinisht. Und das nervt. Nach meiner Auffassung ist das eine Fehlnote, zumindest für mich ist dieser Whisky nicht trinkbar.

Keine Wertung, schweflig

Vielleicht bin ich empfindlich gegen Schwefel, den andere scheinbar nicht als störend empfinden. Es gibt aber durchaus andere Genießer, die das ebenso sehen. Bei den von mir als ungenießbar bezeichneten Whiskys handelt es sich meiner Meinung nach auch nicht um Schwefelnoten, die aus dem Destillationsprozess kommen, also etwa durch Worm Tubs und geringen Kupferkontakt bedingt sind. Dies ist Schwefel, der aus der Konservierung der Fässer, insbesondere der Weinfässer, mit Schwefeldioxid/Schwefelkerzen resultiert. Und das ist eine Fehlnote, die dem Korkschmecker beim Wein (selten auch beim Whisky) gleichkommt und den Whisky für mich ungenießbar macht.

Glen Etive, Highlands | © Klaus Bölling, www.boelling.de

Deanston Distillery

founded: 1965 | Region: Highlands
Owner: Burn Stewart Distillers (Distell International Ltd.)
Capacity: 3.000.000 litres

Quelle: Ingvar Ronde, Malt Whisky Yearbook 2022

Deanston ist eine junge Brennerei. Sie wurde erst 1965 in den Gebäuden einer alten Weberei, die aufgrund der Umwälzungen auf dem Textilmarkt die Produktion aufgeben musste. Die Distillery produzierte zunächst vornehmlich für die Blend-Industrie.

1982 schloss die Destillerie in der Whiskykrise bis 1991.  1990 ging sie über an Burn Stewart und mit diesen erst an einen Finanzinvestor und 2013 an die südafrikanische Distell Group.

Neben vielfältigen Abfüllungen unabhängiger Bottler baut Burn Stewart eine interessante Core Range auf, die immer mehr Anerkennung findet.