Glen Moray | 2010 - 2025 | Crazy Coos Reloaded #10

Single Malt Scotch Whisky

56,3%vol. | aged 15 years | Red Wine Barrique fully matured #146 | The Caskhound

un-chillfiltered

chillfiltered

natural colour

coloured

un-peated

peated

cask strength

Single Cask

Dies ist die zehnte Ausgabe der Crazy Coos reloaded vom unabhängigen Abfüller Tilo Schnabel aka The Caskhound. Ich bedauere das, denn die zotteligen Kühe erinnern mich nicht nur immer an meinen ebenfalls zotteligen Maine Coon Kater – ich mag einfach die Illustration von Lana Mathieson, die so wunderbar zu schottischem Whisky passen. Sie sind humorvoll, mit gutem Strich gezeichnet und so viel besser als all der KI-Quatsch, der momentan so viele Labels verunstaltet. Aber ich bin sicher, dass Tilo Lana treu bleibt und es neue Serien mit neuen Animals of Scotland geben wird.

Ach so, der Whisky ist ja auch wichtig: Es ist ein Glen Moray, der 15 Jahre im Red Wine Barrique reifen durfte. Normalerweise macht mir das Angst, weil ich gleich den Schwefel ahne – beim Caskhound hatte ich das Problem bisher nicht, weil er auf die Qualität der Fässer achtet. Auch das macht mich zum Fan.

Nosing

Im Nosing ist das destilliertes Weingummi. Die Aromen sind süß, der Wein ist präsent mit deutlichen Himbeeren, dazu kommt der gelbe Pfirsich aus der Dose. Pfirsich Melba mit echtem Vanilleeis und schöner Schlagsahne. Damit es nicht zu süß ist, meldet sich auch der Whisky mit etwas Holz und karamellisierten Getreidenoten. Und da ist keinerlei Schärfe – weder von Fehlnoten vom Fass noch vom Alkohol.

Taste

Im Mund kommen ebenfalls eher süß-fruchtige Rotweinnoten mit roten Beeren, vor allem Himbeere. Da ist viel rotes Weingummi, da ist auch der Pfirsich und es kommt eine schön cremige Note mit guter Nougatschokolade. Der Alkohol ist vorhanden, er ist aber nicht zu auffällig. Trotzdem kann der Whisky ein paar Tropfen Wasser gut vertragen.

Finish

Der Nachklang hat leicht angebranntes Karamell mit Vanille und ein paar Kräutern.

Conclusion

Das ist ein wunderbarer, süffiger Whisky. Und es ist ein weiterer Whisky der zeigt, dass es Rotweinreifungen auch ohne eklige Schwefelnoten gibt, wenn man ordentliche Fässer nimmt, die nicht nach der Entleerung ausgeschwefelt werden. Ein schöner Abschluss der Crazy Coos Reloaded.

Wer sich für die Illustration von Lana Mathieson interessiert, findet sie bei Whiskyexperts

Crazy Coo | © Klaus Bölling, www.boelling.de

Glen Moray Distillery

founded: 1897 | Region: Speyside
Owner: La Martiniquaise
Capacity: 8.400.000 LPA

LPA: Litres of Pure Alcohol

Quelle: Ingvar Ronde, Malt Whisky Yearbook 2026

Die Distillery ging 2004 mit der Glenmorangie plc an den Luxuskonzern LVMH, wurde von diesem aber 2008 an La Matiniquaise, den zweitgrößten französischen Sprituosenkonzern, bzw. dessen schottische Whiskysparte Glen Turner verkauft.

Wurde die Distillery bei Glenmorangie plc nicht wirklich wahrgenommen, so steigen die Umsätze mit Single Malt inzwischen an. Glen Turner produziert die Blends Label 5, Cutty Sark und Sir Edward’s. Die Brennerei hat in den letzten Jahren massiv ausgebaut, sodass die Produktion auf 8.4 Mio LPA angestiegen ist. Beliebt ist Glen Moray vor allem in Frankreich.

The Caskhound

Tilo Schnabel  hat nach etlichen Fassteilungen und Abfüllungen im privaten Rahmen 2020 sein eigenes Label The Caskhound gegründet. Hierüber bietet er Fassanteile und eigene Abfüllungen an.

Neben den Caskhound-Abfüllung gibt es die Exquisite Casks und andere Abfüllungen z. B. in Zusammenarbeit mit Pat Hock (Hocksheads) oder Sebastian Büssing (Liquid Madness).