Clynelish | 2013 - 2026 | Legends at The Bar #2 - The Selkie

Single Malt Scotch Whisky

57,3%vol. | aged 12 years | New Wood Hogshead #324742 | The Caskhound

un-chillfiltered

chillfiltered

natural colour

coloured

un-peated

peated

cask strength

Single Cask

Clynelish gab es unabhängig abgefüllt jahrelang eher gar nicht – augenblicklich wird der Markt geflutet. Und irgendwie ist dabei auch gern mal New Wood im Spiel. In den Abfüllungen von Signatory in der 100 Proof Edition ist New Wood dabei und hier bietet der Caskhound einen 12jährigen Clynelish aus dem New Wood Hogshead. Jubel löst das bei mir nicht aus, ich mag die Virgin Oak Reifungen nicht unbedingt. Aber es ist halt Clynelish … Er erscheint in der ‚Legends at the Bar‘ Reihe und ist die zweite Ausgabe. Selkies sind Gestaltwandler zwischen Mensch und Robbe, was nicht unbedingt glücklich macht, wenn man den Gesichtsausdruck der rauchenden Selkie-Frau an der Bar sieht. Aber vielleicht hat sie auch einen Whisky aus dem New Wood Hogshead im Glas.

Nosing

In das Nase kommen kräftige Vanillenoten mit einer würzigen Komponente, deutlicher Süße und bitteren Aspekten im Hintergrund. Der Alkohol ist als frischer Hauch präsent. Die Süße entwickelt sich zu einer Note aus reifem Pfirsich mit Vanillecreme, vielleicht auch Mango, die Bitterkeit hat Assoziationen von Orangenschalen und Bitterorange. Dann kommt wieder Holz mit Sägespänen und etwas Harz.

Taste

Einen Spritzer Wasser kann der Whisky gut vertragen. Im Mund ist er kräftig und würzig, entfaltet dann aber auch süße Fruchtaromen, Mango und Pfirsich sind vorhanden, dazu kommt Vanille, Nelke ist vorhanden, vielleicht auch etwas Zimt. Die Wachsigkeit kommt mit einer leicht stumpfen Note, die auch zur Mango passt.

Finish

Im Nachklang ist dann wieder das Holz mit leicht harzig-frischer Note am Gaumen, dazu etwas Pfefferschärfe.

Conclusion

Es ist eine Vollreifung in frischem Holz – dafür ist er dann zum Glück nicht so holzig wie befürchtet und hat auch Frucht und Würze. Es ist ein leicht brachialer Whisky, die Aromen sind nicht unbedingt fein und verspielt – sie bieten aber auch ausreichend Komplexität. Keine Frage, das ist ein schöner Highland Whisky mit einer Roughness, die zu Clynelish passt. Wobei eine holzige Pfeffrigkeit am Ende präsenter ist als die sprichwörtliche Wachsnote von Clynelish.

Northern Highlands | © Klaus Bölling, www.boelling.de

Clynelish Distillery

founded: 1967 | Region: Highlands
Owner: Diageo
Capacity: 4.800.000 LPA

LPA: Litres of Pure Alcohol

Quelle: Ingvar Ronde, Malt Whisky Yearbook 2026

Die heutige Clynelish Distillery ist eng verbunden mit der Brora Distillery, die gleich nebenan liegt und 1983 geschlossen wurde. Diese Distillery wurde 1819 als Clynelish Distillery gegründet.

1967 wurde die Distillery durch die damaligen Besitzer DCL (Distillers Company Limited) – wie viele andere DCL Distillerys in dieser Zeit – durch einen Neubau erweitert. Der Neubau erhielt den Namen Clynelish A, die alte Distillery war Clynelish B und sollte eigentlich stillgelegt werden, wurde 1969 als Brora wiedereröffnet, bis 1983 betrieben, erneut stillgelegt und 2021 wiedereröffnet.

DCL gerieten in den 1970ern in die Krise und mussten sich mit ihrer Leadmarke Johnnie Walker Mitte der 1980er Jahre unter das Dach des Guinness-Konzerns retten, der bereits Arthur Bell übernommen hatte. Daraus entstand dann der große Getränkekonzern Diageo.

Neben vielen unabhängigen Abfüllungen gibt es von Clynelish ein reguläres Distillery Bottling mit 14 Jahren.

The Caskhound

Tilo Schnabel  hat nach etlichen Fassteilungen und Abfüllungen im privaten Rahmen 2020 sein eigenes Label The Caskhound gegründet. Hierüber bietet er Fassanteile und eigene Abfüllungen an.

Neben den Caskhound-Abfüllung gibt es die Exquisite Casks und andere Abfüllungen z. B. in Zusammenarbeit mit Pat Hock (Hocksheads) oder Sebastian Büssing (Liquid Madness).