Clynelish | 2015 - 2026 | Adelphi Selection

Single Malt Scotch Whisky

52,6%vol. | aged 10 years | First Fill Pedro Ximénez Sherry Hogshead #51247 | bottled for Germany

un-chillfiltered

chillfiltered

natural colour

coloured

un-peated

peated

cask strength

Single Cask

Clynelish aus der Adelphi Selection, 10 Jahre alt und mit einem kräftigen Kupferton nach der Reifung im 1st Fill PX Hogshead. Der Whisky hat ordentliche 52,6%vol., die aber eher nicht Cask Strength sind. Oder vielleicht doch? 277 Flaschen wurden abgefüllt, bei einem Hogshead würde das passen …

Nosing

In der Nase besticht sofort der Sherry mit dunklem Pflaumenmus mit Zimt und Kardamom. Da ist Zuckerrübensirup (Rübenkraut), reife Kirschen, Marzipan mit etwas Bittermandel. Der Alkohol ist als frische Note spürbar. Es sind auch Kräuter spürbar, vielleicht etwas Liebstöckel, vor allem aber Estragon mit einer eher süßen Saucengrundlage.

Taste

Im Mund fühlt sich der Whisky dickflüssig und süß an – zunächst dominiert aber der Alkohol, der durchaus kräftig startet. Die Aromen waren in der Nase stärker als im Mund, hier bleibt der Alkohol für mich stark, dann kommen würzige Sherryaromen, Malz ist vorhanden, trockener Kakao, würziges Holz. Der Whisky benötigt einen guten Spritzer Wasser, dann wird der Alkohol etwas milder. Es kommt der Schweizer Kräuterzucker, durchaus auch etwas Estragon-Sauce.

Finish

Der Whisky endet eher herb-würzig am Gaumen. Da ist ein wenig Holz, da ist die würzige Kräuternote, die Früchte bleiben eher im Hintergrund.

Conclusion

Auch nach mehreren Schlucken finde ich den Alkohol zu präsent. Es ist eine eher Sherry-Reifung, die präsent ist, aber nicht zu süß wird, es ist eine Sherrybombe. Auch das Holz ist vorhanden. Vielleicht würde ich ihn blind in den Highlands verorten – aber Clynelish? Keine Ahnung, ob mir das ohne vorheriges Wissen einfallen würde. Es ist ein Whisky, bei dem man nach meiner Meinung mit Wasser experimentieren muss, ich finde ihn unverdünnt zu wenig zugänglich und zu alkoholisch. Auch nach einer weiteren Verkostung ein paar Tage später: Das ist ein Sherry-Whisky ohne klare Clynelish-DNA, der am Ende auch etwas jung und alkoholisch ist.
Clynelish Distillery, Sutherland | © Klaus Bölling, www.boelling.de

Clynelish Distillery

founded: 1967 | Region: Highlands
Owner: Diageo
Capacity: 4.800.000 LPA

LPA: Litres of Pure Alcohol

Quelle: Ingvar Ronde, Malt Whisky Yearbook 2026

Die heutige Clynelish Distillery ist eng verbunden mit der Brora Distillery, die gleich nebenan liegt und 1983 geschlossen wurde. Diese Distillery wurde 1819 als Clynelish Distillery gegründet.

1967 wurde die Distillery durch die damaligen Besitzer DCL (Distillers Company Limited) – wie viele andere DCL Distillerys in dieser Zeit – durch einen Neubau erweitert. Der Neubau erhielt den Namen Clynelish A, die alte Distillery war Clynelish B und sollte eigentlich stillgelegt werden, wurde 1969 als Brora wiedereröffnet, bis 1983 betrieben, erneut stillgelegt und 2021 wiedereröffnet.

DCL gerieten in den 1970ern in die Krise und mussten sich mit ihrer Leadmarke Johnnie Walker Mitte der 1980er Jahre unter das Dach des Guinness-Konzerns retten, der bereits Arthur Bell übernommen hatte. Daraus entstand dann der große Getränkekonzern Diageo.

Neben vielen unabhängigen Abfüllungen gibt es von Clynelish ein reguläres Distillery Bottling mit 14 Jahren.

Adelphi

Ursprünglich war Adelphi tatsächlich eine 1826 in Glasgow gegründete Distillery, deren Produktion 1907 eingestellt wurde und deren Gebäude in den 1970er Jahren abgerissen wurden.

Der Name wurde von Nachfahren einer der ehemaligen Eigentümerfamilien 1993 zu neuem Leben erweckt – zunächst nicht als Distillery, sondern als Independent Bottler, zu dessen Team auch der legendäre Whiskykritiker und -autor Charles MacLean gehört.

Inzwischen wird aber auch wieder Whisky hergestellt, denn 2014 gründete Adelphi die Ardnamurchan Distillery auf der gleichnamigen, abgelegenen Halbinsel in den westlichen Highlands gegenüber der Isle of Mull.