10 Whiskys für die Bar, Whiskys, die ich nicht nur als Samples habe, Whiskys, die Spaß machen, weil sie gut trinkbar und trotzdem interessant sind. Whiskys, die immer mal wieder ausgetauscht werden.
Secret Orkney | 14 Jahre | Signatory Vintage | 100 Proof Edition #15
Highland Park ist eine Lieblingsbrennerei und muss in der Bar stehen. Die Core Range ist dabei schwierig, da die Whiskys nur mit geringer Trinkstärke abgefüllt werden. Zum Glück gibt es unabhängig abgefüllte, die Whitlaw oder Secret Orkney heißen
An dieser Stelle der Bar stand bisher ein 15jähriger von Signatory Vintage, der inzwischen leer ist. Dieser 14jährige stammt aus der Signatory 100 Proof Edition und ist im Sommer 2024 für um die 46 € erhältlich. Und ich finde ihn nicht nur wegen dem Preis toll.
The Hearach | bottled 2023 | First Release - Batch 6
Nach einem Staoisha von Best Dram, der diesen Platz an der Bar lange inne hatte, folgt nun ein junger Whisky aus einer jungen Distillery westlich von Islay.
Die Isle of Harris Distillery hat mit ihrem ersten Bottling gewartet, bis ausreichend Whisky in gutem Alter vorhanden war, um eine Abfüllung herauszubringen, die nicht sofort wieder vom Markt gekauft ist. Ein bisschen stellvertretend steht The Hearach hier auch für andere junge Brennereien, die nicht einfach drei Jahre alten Spirit herausbringen, sondern warten und dann ein gutes Produkt herausbringen, das man tatsächlich trinken möchte.
TB/BSW | aged 6 years | Blended Scotch Whisky
Hier stand mal der Clynelish 14 von Diageo. Der ist leer und wird auch nicht mehr ersetzt. Dafür nun ein Blended Scotch. Kann das wirklich der Ersatz sein? Nein, kann er nicht. Aber die Whiskyzeiten haben sich geändert, die Preise sind massiv gestiegen. Darum kann ein Blend dann doch eine Alternative sein.
Dieser ist absolut angesagt, Gewinner bei den OSWAs und tatsächlich gut trinkbar. Der Whisky wird in Batches abgefüllt. Dies ist Batch 011, irgendwann wird die Serie enden – aber dann findet sich etwas Neues … Slàinte!
Edradour | aged 10 years | The Distillery Edition
Ok, hier grade ich die Bar ein wenig down und tausche den Edradour 12 CS gegen dieses 2025er Bottling aus der Core Range.
Lange hatte Edradour einen 10jährigen mit 40%vol. als Einstiegswhisky in der Core Range. Aber auch Einsteigende sollte man nicht mit Schorle abspeisen, sondern ordentlich Whiskys anbieten. Das macht nun Edradour und setzt bewusst auf 46%vol, natürliche Farbe und verzichtet natürlich auf Kühlfilterung. So soll ein Whisky für die Whiskybar sein. Slàinte!
Deanston | 18 years old
Zugegeben, die Bar ist etwas sherrylastig. Also wird es Zeit für eine gute Abfüllung aus ex-Bourbon Fässern.
Der Deanston 18 reifte in 1st fill Bourbon Casks, ist nicht kühlgefiltert und nicht gefärbt. Und er bringt die Aromen, die man sich von einem älteren ex-Bourbon Whisky erhofft – freife Früchte mit einer Würze, die nicht zu holzlastig wird. Es ist ein wunderbarer Trinkwhisky, dessen Preise leider massiv gestiegen sind. Wir werden sehen, ob die Flasche ersetzt wird, wenn sie mal leer ist. Slàinte! [Momentan ist ein älteres Bottling verlinkt, da das Tasting vom aktuellen 18er noch nicht online ist]
Glen Scotia | aged 12 years | Classic Campbeltown Malt
An dieser Stelle der Bar stand immer das jährliche Release von Glen Scotia zum Campbeltown Malts Festival. Seit diese Abfüllungen immer jünger werden, habe ich den Spaß verloren und taste nur noch ein Sample.
Aber Glen Scotia soll trotzdem an der Bar bleiben und hat mit dem 12jährigen Classic Campbeltown Malt eine wunderbare Alternative zu bieten. Der Whisky wird hoffentlich in der Core Range verbleiben, denn er verkörpert den Campbeltown-Stil auch ohne Rauch. Slàinte!
Ardnamurchan | AD/Madeira Cask Release
Der Ardnamurchan rückt in der Bar an die Stelle eines Aberlour Casg Annamh, der nicht schlecht war. Aber irgendwie will ich an der Bar mehr integre Whiskys. Und ich will einen Ardnamurchan.
Ohnehin ist die Dichte der sherrygereiften Abfüllungen in dieser kleinen Sammlung oft recht hoch. Da wird es Zeit, mal mit Madeira gegenzuhalten. Und ich liebe halt auch die rauchigen Whiskys. Gut, einen weiteren an der Bar zu haben, der nicht von der Isle of Islay stammt und somit einen anderen rauchigen Aspekt der West Coast verkörpert.
Slainte!
Classic of Islay | Cask No. 503 | bottled 2022
Neben all den Malts, die den Namen einer der berühmten Distilleries der Queen of the Hebrides tragen, gibt es eine breite Auswahl von Islay Whiskys, deren Brennerei nicht benannt wird. Oft sind das die preiswerteren Alternativen zu den immer teurer werdenden Islay Whiskys, oft sind das gute Trinkwhiskys. Und genau so etwas gehört an die Bar eines Blogs mit dem Motto ‚Peat, Whisky and the Sea‘.
Classic of Islay – der Name ist Programm – ist solch ein Klassiker: Single Malt, Single Cask, Cask Strength, wechselnde Ausgaben, evtl. auch verschiedene Brennereien – aber immer großartig! Slàinte!
Bunnahabhain | Cask Strength | 12 Years old - 2021 Edition
Peat, Whisky and the Sea – das Motto dieser Website ist natürlich von der Isle of Islay inspiriert und viele meiner Lieblingswhiskys sind von Islay. Einer davon stand an dieser Stelle: Der Loch Gorm von Kilchoman. Und nun kommt etwas Neues – und zwar ohne Rauch.
Bunnahabhain hat einen sehr respektablen 12jährigen im Sortiment, der eigentlich auch in jede Bar gehört. Aber das kann man ja auch steigern. Seit 2021 gibt es den 12jährigen in Cask Strength. Das ist Whisky and the Sea ohne Peat, aber mit all der Kraft und Wildheit, die man von einer Hebriden-Insel erwartet. Dies ist die Abfüllung von 2021. Und sie ist großartig. Slàinte!
Ledaig | aged 15 years | A Dream of Scotland - Fairytale Series
Dies ist der Teil der Bar, an dem ein besonderer Whisky für besondere Tage steht. Bisher war das ein Blair Athol, von dem zum Glück noch etwas in der Flasche ist. Aber es wird Zeit für einen Wechsel.
Das Brühler Whiskyhaus veröffentlicht ausgefallene Whiskys. Dieser hat mich überzeugt: Ledaig, 15 Jahre, Oloroso Finish. Und da sind Raben auf dem Etikett. Und es ist der Whisky von meinem 500sten Tasting. Aber vor allem ist es ein toller Whisky, rauchig und maritim – also passend zum Motto der Website. Er ist teuer – aber das sind zur Zeit ja leider alle etwas älteren und besonderen Whiskys. Sei’s drum: Slàinte!
Der Whisky for the Year wird jeweils am 3. Januar um 18 Uhr nominiert und ist ein Whisky, der mich das Jahr über begleiten soll und immer wieder ins Glas kommt. Damit gehört er natürlich auch in die Whisky Bar.