Bowmore | 2016 – 2025 | Old Particular

Fünfter Tag und doch erst Halbzeit beim Fèis Ìle. Heute ist Open Day bei Ardnahoe und Bowmore. Eigentlich ist ja Ardnahoe die interessantere Brennerei. Die totgefärbten originalen Abfüllungen von Bowmore mit ihren Luxusmarken-Kooperationen interessieren mich schon lange nicht mehr. Aber Ardnahoe hatte ich im letzten Jahr und von Bowmore gibt es - oder gab es - eine unabhängige Abfüllung von Douglas Laing für DeinWhisky.de. Es ist ein 9 Jahre alter Bowmore, der von Douglas Laing in der Old Particular Serie für DeinWhisky abgefüllt wurde. Er reifte im Refill Barrel, hat dafür aber noch eine schön hellgelbe Farbe.

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Williamson | 2014 – 2025 | Whic – Malts & Magic

Es geht wieder an die Südküste zu einer der ikonischsten Islay Distileries. Laphroaig - das steht für Rauch. Da kann Octomore noch so sehr mit ppm-Zahlen prahlen - Islay Rauch kommt von der Südküste und von Laphroaig. Dieser kommt vom deutschen Online-Shop Whic und heißt Williamson, so wie die legendäre Bessie Williamson, die Laphroaig von 1954 - 1972 teilweise besaß und leitete. Das ist halt auch wieder so eine Flasche mit einem Etikett voll düsterem Kampfgedönse mit Hornhelm, Doppelaxt-Kämpferin und blondem Spitzohrelfen, wo du den Verantwortlichen lebenslang die KI sperren möchtest. Was soll der Quatsch auf einem ordentlichen 11jährigen Laphroaig aus dem 1st Fill PX Sherry Hogshead? Da ist es gut, nur ein Sample zu haben. Unabhängiger Laphroaig taucht recht häufig auf, in letzter Zeit sogar unter Brennereinamen. Diese Abfüllung läuft unter dem Pseudonym Williamson, ist aber ein echter Single Malt und nicht teaspooned. Die Farbe ist ein schönes, nicht zu dunkles Gold. Das alles ist jedenfalls wesentlich vielversprechender als das dämliche Etikett. Der Whisky hatte 99,99 € gekostet und ist vergriffen.

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Caol Ila | 2014 – 2025 | James Eadie

Am dritten Tag des Fèis Ìle geht es zum Open Day von Caol Ila. Das ist und bleibt die größte Distillery auf der Insel mit einem gewaltigen Output von 6,8 Mio. LPA - wenn sie auf vollen Touren läuft. Aber ob sie das wirklich tut? Ein Caol Ila von James Eadie, der in der Base irgendwie unter dem Radar läuft. Obwohl es über 300 Flaschen gibt, taucht er in keiner Sammlung auf und hat nur drei Bewertungen. Es gibt ihn auch nur in wenigen deutschen Shops - und das zu einem unattraktiven Preis von über 90 € im Frühjahr 2026. Das ist alles seltsam - aber da ich ihn aus einer James Eadie Teilung habe, kann ich mir ja selbst ein Bild von der Abfüllung machen. Denn sie hört sich nicht uninteressant an. Der Whisky ist 11 Jahre alt und wurde 11 Monate in einem Refill Amontillado Sherry Hogshead aus europäischer Eiche gefinisht. Die Farbe ist golden und nicht zu kräftig.

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Bruichladdich | The Classic Laddie | aged 10 years

Am zweiten Tag des Fèis Ìle geht es von der South Coast rund um Loch Indaal nach Bruichladdich. Auch der zweite Whiky meiner Fèis ÌIe Tastings ist ein klassischer Whisky - diesmal aber nicht allgemein klassisch Islay, sondern konkret Classic Laddie. Krisenzeiten sind manchmal auch gute Zeiten für die Nerds. Die Distilleries haben wohl ihre Warehouses voll und können daher auch älteren Stoff abfüllen. Und während man uns vor noch gar nicht so langer Zeit erzählen wollte, dass das Alter völlig nebensächlich sei, gibt es nun zum Glück wieder Whiskys wie diesen. Der Classic Laddie war genau einer dieser NAS Whiskys, der in gewisser Weise den Laddie Ten ersetzte. Und nun gibt es ihn mit einem Alter von 10 Jahren. Der Classic Laddie hat mir schon gut gefallen - mit Altersangabe wird es ein Whisky, der wirklich interessant ist.

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Classic of Islay | Cask No. 301719 | bottled 2024

Das Fèis Ìle beginnt traditionell mit dem Open Day der Brennerei Lagavulin - und damit ist das Problem benannt: Ich habe keinen Whisky von Lagavulin. Irgendwo habe ich noch einen verschlossenen 8jährigen, weiß aber nicht, warum ich den öffnen sollte. Die ADOS-Abfüllung, die ich hier eigentlich nehmen sollte, habe ich schon veröffentlicht. Also bleibt der offene Classic of Islay - egal ob Lagavulin oder was auch immer. Classic of Islay - ist das nun wirklich Lagavulin, ist das manchmal Lagavulin oder ist es doch eher Caol Ila, weil das eben die größte Destille auf Islay ist? Genau weiß man es nicht. Aber irgendwie ist es ja schwierig, unabhängigen Lagavulin zu bekommen. Das Brühler Whiskyhaus bringt immer mal wieder gute Abfüllungen, die recht klar Lagavulin sind. Warum gibt es eigentlich keine integren Abfüllungen von Lagavulin selbst? Laphroaig hat gerade einen 12jährigen mit guter Trinkstärke, nicht kühlgefiltert, ungefärbt. Bruichladdich bringt den Classic Laddie mit 10 Jahren, Ardbeg einen Ten in Cask Strength. Und Lagavulin? Teuren Kram, gefärbten Kram, Special Releases zu Preisen, dass man mit dieser Brennerei gar nichts mehr zu tun haben möchte. Die Erklärung für diesen Crap hat sechs Buchstaben: Diageo. Also hoffe ich mal, dass dieser Classic of Islay vielleicht tatsächlich Lagavulin ist. Und wenn nicht, ist er auf jeden Fall integrer als jeder originale Lagavulin. Dies ist eine Abfüllung aus dem April 2024, kräftig im Alkohol mit 57,5%vol. und mit einer Farbe, die auf Sherry hindeutet. Er sollte ungefärbt und nicht kühlgefiltert sein - auf dem Label steht das nicht. Aber er ist eindeutig fur den deutschen Markt - da sollte die Farbe angegeben sein.

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Glen Scotia | 2011 – 2025 | Campbeltown Saga Release No. 1

Fünfter Tag Campbeltown Malts Festival 2026, morgen geht es hinüber zur Isle of Islay. Also endet das Festival mit einem weiteren medium peated Glen Scotia. Glen Scotia brennt nur sechs Wochen im Jahr peated Spirit, dabei passt der Rauch doch sehr gut zum Glen Scotia Charakter. Die Campbeltown Saga ist eine neue Serie von Glen Scotia, die sich irgendwie auf die Geschichte der alten Whiskymetropole bezieht, auf der Packung aber auch Motive zeigt, die eher Steampunk sind. Es ist aber eine interessante Abfüllung, ca. 14 Jahre alt, medium peated aus 1st Fill Bourbon Barrels, die eine schöne goldene Farbe hinterlassen haben. Im Frühjahr 2026 ist der Whisky für etwa 70 - 75 € erhältlich, was ein ganz interessanter Preis ist.

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Glen Scotia | aged 7 years | Campbeltown Malts Festival 2026

Vierter Tag Campbeltown Malts Festival 2026, es geht hinüber auf die andere Seite der Stadt zur Glen Scotia Distillery, die in jedem Jahr eine gut verfügbare Festivalabfüllung auf den Markt bringt. In diesem Jahr ist das ein 7jähriger medium peated Whisky mit sechsmonatigem Ruby Port Finish. Das ist die bisher jüngste Ausgabe der jährlichen Festival-Abfüllungen. Immerhin, der Preis liegt unter 70 €. Andererseits: 2020 gab es für den gleichen Preis einen doppelt so alten Glen Scotia mit Tawny Port Finish. In den letzten Jahren hatte ich die Abfüllungen blind gekauft und das eigentlich auch nicht bereut. In diesem Jahr muss zunächst ein Sample reichen. Die Farbe hat einen schönen rötlichen Einschlag.

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Springbank | 2015 – 2025 | Local Barley – 2025 Edition

Dritter Tag Campbeltown Malts Festival 2026, dritter Springbank, der schwer oder nicht erhältlich ist. Noch wesentlich schwieriger als den 12er CS bekommt man eine Abfüllung des Springbank Local Barley, der aus Gerste produziert wird, die rund um Campbeltown auf der Kintyre Pensinsula reift. Für das 2015 destillierte 2025er Batch wurde eine spezielle Gerste verwendet: Bere Barley. Diese alte, schwierige und wenig ertragreiche Sorte war fast verschwunden und wurde dann in Orkney wiederentdeckt und zuerst kultiviert. Es gibt nur wenig Whisky aus Bere Barley. Bruichladdich hat eine regelmäßige Abfüllung. Nach einigen Versuchen, diese Gerste auf Islay anzubauen, verwendet man dort wieder Bere Barley aus Orkney. Arran hatte zwei Abfüllungen. Und nun auch Springbank mit Bere Barley von der Clochkiel Farm auf der Kintyre Peninsula, gereift in 60% Bourbon und 40% Sherry Casks.

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Springbank | aged 12 years | Cask Strength – Batch 28

Zweiter Tag Campbeltown Malts Festival 2026, zweiter Springbank, der schwer oder nicht erhältlich ist. Springbank 12 Cask Strength - ein Whisky, der auch jetzt, wo viele behaupten, der Whisky Hype sei vorbei, nicht zu bekommen ist. Zumindest nicht zu einem anständigen Preis. Vielleicht gelingt es, wenn man einen anständigen Local Dealer hat. Online ist er, wenn ich endlich mitbekommen habe, es könnte ihn gerade geben, jedenfalls nicht mehr zu bekommen. Also muss auch diesmal ein Sample reichen. Batch 28 ist im Herbst 2025 erschienen und eine reine ex-Bourbon Reifung mit hellgoldener Farbe.

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Springbank | aged 15 years | 2024 Edition

Es ist Campbeltown Malts Festival und ich habe in diesem Jahr keine ausgewogene Mischung von Abfüllungen. Also beginne ich einfach mit einem Whisky, den ich sehr mag und leider nur schwer bekommen kann. Der 15jährige Springbank ist einer meiner Lieblingswhiskys und ich bedauere es immer sehr, dass er praktisch niemals zum annähernden UVP erhältlich ist, wenn man nicht Beziehungen zu einem Händler hat. Dies ist ein 2024er Bottling mit Bottling Code vom 15.08.2024. Die Abfüllung reifte wohl vollständig in Sherryfässern und hat eine entsprechend dunkelrotgoldene Farbe. Ein blended Malt aus Whiskys der zwei ältesten aktiven Distilleries in Campbeltown - also Springbank und Glen Scotia. Es ist das 100ste Fass, das der in Campbeltown ansässige unabhängige Abfüller Watt Whisky bottled. Der Whisky ist 7 Jahre - aber auf der Website des Abfüllers erhält man die Information, dass er mit etwas 28 Jahre altem Springbank aufgepimpt wurde (more than teaspooned, less than vatted!). Ok, schmeckt man das raus? Es macht den Whisky auf alle Fälle interessant. Ein guter Einstieg ins Festival.

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