Port Charlotte | 10 aged years in oak casks | heavily peated

Ex-Bourbon Casks | 50,0%vol. | Core Range

Der klassische 10jährige, ein ikonischer Islay-Whisky aus einer legendären Brennerei, die immer wieder teure Sonderavbfüllungen auf den Markt bringt. Dieser hier kommt ohne Schnickschnack, kein fancy Finish, sondern wahrscheinlich einfach Bourbon, mit ordentlicher Altersangabe, ohne Färbung, ohne Kühlfilterung und mit schönem strohgoldenen Farbton. Was taugt die Standardabfüllung?

Nosing

An der Nase ist das unverkennbar Islay. Ein schön kräftiger, maritimer Rauch. Mit dem zweiten Schnüffeln ist dann auch die Brennerei Bruichladdich erkennbar, der typische „Kuhstall“, der auch als martime Note mit Algenaromengedeutet werden kann. Dazu kommt Süße, Hustensaft, etwas Menthol und Minze. Und darüber legt sich dann eine satte Vanillenote. Dazu kommen reife Früchte, Apfel, birne, die aber im Hintergrund bleiben.

Taste

50%vol. sorgen für einen satten Antritt. Aber der Alkohol brennt nicht, er wird getragen von einer öligen Süße. Der Whisky ist dickflüssig wie Sirup, der Rauch ist präsent und typisch, Islay-Torf und warmer Kuhstall – das ist Bruichladdich. Das ist alles nicht überkomplex, sondern einfach kräftig rauchig mit feiner Süße und trockenem Ende. Der Whisky ist eher mineralisch als fruchtig und wird auch im Geschmack von einer deutlichen Vanillenote getragen.

Finish

Der Whisky startet süß auf der Zunge und endet mit trockenen Fassaromen und leichter bitterkeit. In den Wangentaschen und am Gaumen bleibt der Torfrauch mit Kelp.

Conclusion

Nicht zu komplex, nicht fancy: Das ist ein ehrlicher, kräftig rauchiger Islay-Whisky und einer der besten Standard-Whiskys von der Insel. Er ist ziemlich unverwechselbar, kommt klassisch aus dem Bourbonfass und ist ein würdiger Vertreter der rauchigen Islay-Malts.

86 Punkte

WhiskyJason MEGA ISLAY Scotch Single Malt Blind Tasting

Der Port Charlotte 10 gehörte zum Tasting Flight der Islay Whiskys am 18. September 2021

WhiskyRankingMein Ranking
Port Charlotte | 10 | 50%vol.12
Kilchoman Sanaig | 46,0%vol.21
Lagavulin 16 | 43,0%vol.33
Ardbeg 10 | 46 %vol.44
Bunnahabhain | Toiteach a Dhà | 46,355
Bowmore | 15 golden & elegant | 43,0%vol.66

WhiskyJason MEGA FINALE Scotch Single Malt Blind Tasting

Port Charlotte 10 konnte im Finale am 15.01.2022 nicht vollständig überzeugen. Der gleichalte Ledaig zeigt die bessere Performance, ist konstanter, hat das bessere Finish. Gegen ihn wirkt der Port Charlotte leider etwas dünn und nicht gleichwertig nachhaltig. Natürlich ist er gut – aber interessant ist es schon, dass bei diesem Tasting Islay die Rauch-Kategory nicht für sich entscheiden konnte. Ist das erstaunlich? Eigentlich nicht, Ledaig macht vieles richtig und ist bei den Rauchern schon länger in der Premium-Kategorie. Hier ist vor allem erstaunlich, das die ungetorften Tobermorys da so überhaupt nicht mithalten können.

Lismore Lighthouse gegenüber der Isle of Mull | © Klaus Bölling, www.boelling.de

Bruichladdich Distillery

foundet: 1881 | Region: Islay
Owner: Rémy Cointreau
Capacity: 1.500.000 litres

Quelle: Ingvar Ronde, Malt Whisky Yearbook 2021

Eine Distillery mit allen Geschichten über Glanz und Elend der Whiskyindustrie. Nach etlichen Besitzerwechseln wird die Brennerei 1995, damals im Besitz von Whyte & Mackay, geschlossen. Und es beginnt eine der großen Geschichten des Whiskys.

2000 kauft Murray McDavid, der unabhängige Abfüller mit Mark Reynier als einem der Investoren, die Distillery. Reynier wird der Mastermind, der die Distillery mit Jim McEwan and the late Duncan McGillivray zu neuem Leben und Glanz erweckt und mit Wine Cask Finishes und Fassexperimenten die Whiskyszene aufmischt.

Bruichladdich wird zu einem Kreativpool und entwickelt mit dem rauchigen Port Charlotte und dem noch rauchigeren Octomore neue Spezifikationen. Aber Reynier ist nicht allein, es sind weitere Investoren an Bord. Und die lecken Blut als Rémy Cointreau die Distillery 2012 kaufen möchte und die damals unglaubliche Summe von 58 Mio. Pfund auf den Tisch legt.

Die Distillery geht an den Konzern, die Geeks trauern, Reynier ist nur sehr bedingt einverstanden. Zwei Jahre später investiert er sein Geld in eine stillgelegte Guinness-Brauerei in Waterford und setzt fortan viele der auf Islay entwickelten Ideen in Irland um.