Tullibardine | 2015 - 2024 | Animals of Scotland #4

Single Malt Scotch Whisky

59,0%vol. | aged 9 years | 1st Fill PX #900147 | The Caskhound

un-chillfiltered

chillfiltered

natural colour

coloured

un-peated

peated

cask strength

Single Cask

Ein Tullibardine aus der Animals of Scotland Serie von The Caskhound. Natürlich gibt es auch hier wieder eine nette Illustration von Lana Mathieson. Diesmal ist es ein Eichhörnchen im Sturzflug mit Tartanschal. Ich mag diese Illustrationen. Tullibardine fällt mir im Moment eher nicht mit neuen Abfüllungen auf, also freue ich mich auf diese unabhängige Abfüllung.

Nosing

Tullibardine ist recht fruchtig, das zeigt sich auch an dieser Abfüllung, die mit frischen Fruchtnoten von gelben Pflaumen mit etwas Blutorange aufwartet. Der Alkohol ist in der Nase gut eingebunden, es kommen leicht orientalische Gewürze mit etwas Zimt und Kardamom. Der Whisky zeigt aber auch schon gute Holznoten im Hintergrund.

Taste

Im Mund ist der Whisky kräftig und braucht einen guten Spritzer Wasser. Im Geschmack kommen die Früchte mit einer schönen Kräuternote, da ist der Schweizer Kräuterzucker, da sind aber auch Kirschen, vielleicht Kirschkonfitüre. Das Holz hegt die Süße der Früchte etwas ein, wird aber nicht zu dominant, sondern bleibt als trockene Kakaonote erhalten.

Finish

Im Nachklang wird der Whisky eher trocken, jetzt ist Holz am Gaumen, dazu ein paar ungesüßte Kekse mit Kakao.

Conclusion

Ein schöner Tullibardine, hell, fruchtig mit leichter süße und gutem Holz. Erinnert mich an die The Murray Abfüllungen, die es immer mal gab und die ich oft ebenfalls gut fand. Das Px Fass ist da, es ist aber weder zu süß noch dominiert es den Whisky vollständig. Für mich ist diese Abfüllung wieder ein Beleg dafür, dass The Caskhound gute Abfüllungen herausbringt, die nicht überladen sind und aus sauberen Fässern ohne Schwefelproblematik stammen. Da ich mit dem Tasting spät dran bin, ist der Whisky auf dem Erstmarkt nicht mehr verfügbar.

Wer sich für die Illustration von Lana Mathieson interessiert, findet sie auf der Produktseite von The Caskhound

Cromarty, Cromarty Firth | © Klaus Bölling, www.boelling.de

Tullibardine Distillery

founded: 1949 | Region: Highlands
Owner: Terroir Distillers (Picard Vins & Spiritueux)
Capacity: 3.000.000 LPA

LPA: Litres of Pure Alcohol

Quelle: Ingvar Ronde, Malt Whisky Yearbook 2026

Tullibardine ist eine 1949 gegründete Distillery, auch wenn man gerne mit der Jahreszahl 1488 operiert. Zu dieser Zeit gab es dort eine Bierbrauerei, bei der King James – derjenige, der 1495 den Mönch John Cor im Kloster Lindores Abbey 1495 mit der Herstellung von aqua vitae beauftragte – nach seiner Krönung in Scone Bier einkaufte. Nun gut, Bier und Whisky, ist ja der gleiche Ausgangsstoff …

Und die 1927 stillgelegte Brauerei, die auf die ursprüngliche Brauerei von 1488 zurückgeht, wurde 1949 aufgekauft und zur Brennerei umgebaut – der damals ersten neueröffneten Brennerei in Schottland seit dem Jahr 1900.

Nach einigem Hin und Her wurde die Destillerie 1994 geschlossen, 2003 von neuen Eigentümern gekauft und mit dem Erlös vom Verkauf eines Teils des Brennereigeländes als Einkaufszentrum wieder in Betrieb genommen. Viele der alten Fassbestände mussten umgefüllt werden, da sie in schlechten Fässern lagen. Inzwischen gehört die Distillery einer französischen Weinhandelsgesellschaft, was zumindest den Nachschub hochwertiger Weinfässer sichert.

Die Marquess Collection, in der besonders gereifte Abfüllungen veröffentlicht werden, ist nach dem Marquess Sir William Murray of Tullibardine, der 1745 zu den Gefolgsleuten gehörte, die Bonny Prince Charlie von Frankreich nach Schottland begleiteten, um mit dem Aufstand der Jacobiten den Thron für die Stewarts zurückzuerobern. Murray wurde gefangen genommen und starb 1746 im Londoner Tower.

The Caskhound

Tilo Schnabel  hat nach etlichen Fassteilungen und Abfüllungen im privaten Rahmen 2020 sein eigenes Label The Caskhound gegründet. Hierüber bietet er Fassanteile und eigene Abfüllungen an.

Neben den Caskhound-Abfüllung gibt es die Exquisite Casks und andere Abfüllungen z. B. in Zusammenarbeit mit Pat Hock (Hocksheads) oder Sebastian Büssing (Liquid Madness).