Ardbeg | Ten | Cask Strength

Single Malt Scotch Whisky

61,7%vol. | bottled 2025 | Bourbon Casks

un-chillfiltered

chillfiltered

natural colour

coloured

un-peated

peated

cask strength

Single Cask

Vorletzter Tag, Ardbeg ist an der Reihe. Und der Ardbeg Day wird nicht nur auf der Insel gefeiert, sondern auch in den Ardbeg Embassies. In diesem Jahr gibt es zur Feier des Tages einen Ardbeg Dolce, der teilweise in Madeira Dolce Fässern reifte. Der hat wie immer keine Alter, wird meist heiß diskutiert und hat meist einen Preis, berei dem sich keine weiteren Fragen stellen außer: Warum? Aber keine Angst, hier gibt es den nicht.

Denn auch Ardbeg macht nun das, was Nerds immer fordern: Endlich gibt es den Ten auch in Fassstärke. Laphroaig hat es vorgemacht. Allerdings gibt es die Abfüllung nur für die Mitglieder des Ardbeg Committees. Der Preis liegt wohl bei 85 €. Den regulären Ardbeg 10 bekommt man für weniger als die Hälfte und der ist mit 46%vol. ja auch nicht schlecht aufgestellt. Die Cask Strength Abfüllung hat 61,7%vol. – das ist eine Menge, der Whisky ist also mit voller Stärke ins Fass gegangen. Farblich ist er hellgelb, eher wie Weißwein. Aber es ist ja auch eine Bourbon Reifung, dazu passt die Farbe.

Nosing

In der Nase kommt qualmiger Rauch, etwas Zitrone mit feuchtem Muschelkalk und Spülsaumnoten. Insgesamt ist der Whisky zunächst aber eher verschlossen. Mit der Zeit entfalte sich der Rauch besser, der Alkohol ist stark, brennt aber nicht in der Nase. Mit etwas Wasser wird es ein stark rauchiger Whisky mit einer süßen Grundlage aus Vanille und saftigen hellen Früchten. Da ist Birne, da ist Apfel – da ist vor allem Rauch. Dazu kommt dann etwas Holz, vielleicht ein Hauch Ovomaltine.

Taste

Im Mund ist der Whisky auch ohne Wasser nicht zu heftig – aber trotzdem braucht er natürlich Wasser. Ohne Wasser ist er sehr süß und rauchig. Er wird dann auch schön cremig im Mund, hat Vanille und da ist Kakao mit Milch und Malz. Der Whisky hat eine schöne Malznote, im Vordergrund steht aber eindeutig der Rauch mit den typischen Teeraspekten der Ichtolan Zugsalbe. Nicht dass ich die gegessen hätte – aber irgendwie assoziiere ich sie mit diesem Whisky.

Finish

Im Nachklang bleibt natürlich der Rauch lange im Mund, was ich als Islay-Fan gerne mag.

Conclusion

Ich mag Ardbeg und dies ist ein klassischer Ardbeg. Oder noch mehr verallgemeinert: Es ist eine klassischer, stark rauchiger Islay-Whisky aus dem Bourbon Barrel. Finde ich toll – aber nicht für über 80 €. Und am Ende bieten dann die fassstarken Laphroaigs 10 etwas mehr, auch wenn sie leider gefärbt sind. Vielleichtz sollte Ardbeg mal anfangen, wieder ernsthaft Whisky zu machen. Zum Beispiel einen Uigeadail mit 12 Jahren Alter in Fassstärke, bezahlbar. Aber trotzdem: Der Ten Cask Strength ist ein guter Whisky!
Kilnaughton Bay, Isle of Islay | © Klaus Bölling, www.boelling.de

Ardbeg Distillery

founded: 1815 | Region: Islay
Owner: The Glenmorangie Co (Moët Hennessy)
Capacity: 2.400.000 LPA

LPA: Litres of Pure Alcohol

Quelle: Ingvar Ronde, Malt Whisky Yearbook 2026

Ardbeg ist eine der klassischen Islay Brennereien, an deren Standort bereits vor der Etablierung der jetzigen Brennerei 1815 gebrannt wurde.

1981 wurde die Brennerei geschlossen, 1989 wurde die Produktion wieder aufgenommen, um 1996 erneut zu schließen. Ein Jahr später übernimmt Glenmorangie Co die Distillery und führt sie zu neuem Ruhm.

Heute gehört sie zu den Distilleries, die mit Sonderabfüllungen einen massiven Hype auslösen und für diese Whiskys Phantasiepreise erlösen können. 2021 wurde die Produktionskapazität verdoppelt. Trotz Hype und verachtenswerten Sonderabfüllungen verfügt die Brennerei über eine ordentliche, bodenständige Core Range, was den Ärger über die Eskapaden etwas besänftigt. Allerdings ist die Schraube irgendwann überdreht …