Ardbeg | Drum - Commitee Release 2019 | Rum Cask Finish

52,0%vol. | Ex-Bourbon Cask / Ex-Rum Cask Finish

un-chillfiltered

chillfiltered

natural colour

coloured

un-peated

peated

cask strength

Single Cask

Whisky for Two – zwei Whiskys, getastet an zwei aufeinander folgenden Tagen und ein paar Gedanken über das Tasting hinaus.

Das ist eines der Bottlings, an das die Normalsterblichen nur schwer herankommen, das in Sammlungen verschwindet und auf Auktionen auftaucht – und manchmal trinkt es auch jemand und manchmal gibt so jemand auch ein Sample ab. Ich freue mich. Ardbeg Drum war die Commitee-Abfüllung 2019, ein Ende 2018 abgefüllter im Rum-Fass gefinishter Ardbeg ohne Altersangabe. Der aktuelle Auktionspreis bei Krüger liegt über 200 €. What? Machen wir uns nix vor – der Whisky ist hell wie lichter Weißwein. Da waren die Fässer nicht so prall, oder?

Nosing

Grapefruit-Sprudel (Pepita aus der Schweiz, eine mehr als 40 Jahre zurückliegende Erinnerung …) und geräucherte Banane. Das ist nicht schlecht. Das ist nicht alt … Es sind frische Aromen, die an die Nase kommen, der Alkohol kommt dann auch etwas hervor, vielleicht auch ein wenig Holz. Natürlich erscheint auch der Rauch, ein paar verbrannte Wacholderzweige, die mit Algen an den Strand vor der Brennerei geschwemmt und dann entzündet wurden. Aber der Wind hat den Rauch schnell wieder vertrieben.

Taste

Lassen wir mal das ganze Gedönse und den Hype beiseite, vergessen wir mal den Auktionspreis: Das ist ein junger Islay-Whisky mit schönem Rauch, jugendlicher Bitterkeit und etwas Metal und dann wieder Rauch. Jetzt bin ich kein Rum-Trinker – verbinde den aber mit würzigen Fruchtaromen, südlichem Flair, vielleicht auch Süße. Das hier ist ein trockener Rum und von der Grapefruit aus dem Nosing sind nur die bitteren, weißen Schalenanteile verblieben. Die wurden geräuchert, um einen veganen Schinken zu entwickeln. Ist aber nicht gelungen … Es lungern ein paar helle Früchte im Hintergrund, sie können sich aber nicht zu einem wirklichen Aroma zusammenfinden.

Finish

Was soll man zu einem Finish bei einem rauchigen Islay-Whisky sagen? Wenn da nicht Rauch am Gaumen kleben würden, hätte der doch völlig verloren. Aber es ist halt auch diese metallische Bitternote da, die auf unzureichendes Alter schließen lässt.

Conclusion

Wie schön wäre jetzt stattdessen ein Uigedal. Die anderen Sätze spare ich mir, schließlich hat sich dieser Whisky auch Alter und Reife gespart. Aber für die Pepita Assoziation im Nosing feiere ich ihn doch ein wenig!

Kildalton Cross, Islay South Coast | © Klaus Bölling, www.boelling.de

Ardbeg Distillery

foundet: 1815 | Region: Islay
Owner: The Glenmorangie Co (Moët Hennessy)
Capacity: 2.100.000 litres

Quelle: Ingvar Ronde, Malt Whisky Yearbook 2022

Ardbeg ist eine der klassischen Islay Brennereien, an deren Standort bereits vor der Etablierung der jetzigen Brennerei 1815 gebrannt wurde.

1981 wurde die Brennerei geschlossen, 1989 wurde die Produktion wieder aufgenommen, um 1996 erneut zu schließen. Ein Jahr später übernimmt Glenmorangie Co die Distillery und führt sie zu neuem Ruhm.

Heute gehört sie zu den Distilleries, die mit Sonderabfüllungen einen massiven Hype auslösen und für diese Whiskys Phantasiepreise erlösen können. 2021 wurde die Produktionskapazität verdoppelt. Trotz Hype und verachtenswerten Sonderabfüllungen verfügt die Brennerei über eine ordentliche, bodenständige Core Range, was den Ärger über die Eskapaden etwas besänftigt. Allerdings ist die Schraube irgendwann überdreht …