Dragonjuice | aged 10 years | Highlands Batch #2

Single Malt Scotch Whisky

50,2%vol. | bottled 2026 | Ruby Port, PX Sherry, Oloroso, Red Wine | undisclosed Ledaig | Whisky Druid

un-chillfiltered

chillfiltered

natural colour

coloured

un-peated

peated

cask strength

Single Cask

Dragonjuice ist eine Abfüllungsreihe vom Whisky Druid Michel Reick, bei der der Whisky jeweils aus einer undisclosed Distillery stammt, die im Fall der Highland-Abfüllungen der Reihe als peated Tobermory – also Ledaig – enttarnt wurde. Da es die Islands nicht offiziell als Whiskyregion gibt, was ich schade finde, passt die Bezeichnung. Aber für mich ist Ledaig kein typischer Highland-Whisky. Nun gut …
Für Batch #2 wurden ein 1st Fill Ruby Port Barrique, ein 1st Fill PX Hogshead, ein 1st Fill Oloroso Hogshead und ein 1st Fill Red Wine Barrique für einige Monate im Stahltank miteinander vermählt. Das jüngste Fass war 10 Jahre alt, das älteste 13 Jahre, wie Michel im Video mit Marco Bonn verraten hat.

Nosing

Im Nosing gibt sich der Whisky mit einer dreckigen Rauchnote als Ledaig zu erkennen, die Rauchnote ist aber nicht zu aufdringlich. Dazu kommen süße Aromen und durchaus auch Aspekte vom Rotwein. Es ist eine schöne Mischung aus süßen Aromen mit etwas Kirsche und Pfirsich, dazu auch rote Beeren.

Taste

Im Mund ist der Whisky rauchig und süß. Die Süße scheint eher aus dem PX und Ruby Port zu stammen, denn sie ist eher sirupartig, da ist Himbeer-Konfitüre mit Rauch. Der Rauch hat den leichten ‚Kuhstall-Charakter‘, da ist vielleicht auch etwas zu süße Nuss-Nougat-Creme.

Finish

Im Nachklang ist dere Rauch vorhanden, dann kommt am Gaumen auch etwas Rauch. Die Süße klingt aus und es bleiben die eher rauchigen und holzigen Aromen.

Conclusion

Mir ist der Whisky insgesamt etwas zu süß. Das wird durch den Rauch kaschiert, aber nicht wirklich eingebunden. Vielleicht wäre es interessanter für die Komplexität gewesen, statt Ruby Port Tawny Port zu nehmen. Die süße macht den Whisky allerdings süffig, er hat auch keine Fehlnoten aus den Weinfässern. Im Spätsommer 2026 ist der Whisky in den Shops für knapp unter 70 € erhältlich was mir für diese Art Whisky zu teuer wäre.

Disclaimer: Das Sample wurde mir von Kirsch Import ohne weitere Verpflichtungen oder Erwartungen kostenfrei zur Verfügung gestellt, worüber ich mich sehr gefreut habe. Herzlichen Dank dafür!

Tobermory, Isle of Mull | © Klaus Bölling, www.boelling.de

Tobermory Distillery

founded: 1798 | Region: Islands (Highlands)
Owner: CVH Spirits
Capacity: 1.250.000 LPA

LPA: Litres of Pure Alcohol

Quelle: Ingvar Ronde, Malt Whisky Yearbook 2026

Tobermory Distillery in der gleichnamigen pittoresken Stadt auf der Isle of Mull gehörte zu Burn Stewart Distillers bevor diese zunächst von einem karibischen Finanzinvestor übernommen wurden und 2013 an die südafrikanische Distell Group verkauft wurden. Wie alle ehemaligen Burn Stewart Whiskys werden die Tobermory Standards mit 46,3%vol. abgefüllt.

Burn Stewart war nicht Bestandteil der Übernahme der Distell Group durch Heiniken und ging daher im April 2023 in CVH Spirits (Capevin Holding) auf.

Die Distillery produziert zwei Marken. Unter dem Brennereinamen Tobermory werden die nichtrauchigen, ungetorften Whiskys abgefüllt. Und unter der Marke Ledaig erscheinen stark rauchige eigenständige Abfüllungen, die bei den Fans sehr beliebt sind. Ledaig ist der Name unter dem John Sinclair die Brennerei 1798 gründete.

2019 wurde die Brennerei nach einer zweijährigen grundlegenden Überarbeitung wiedereröffnet.

Whisky Druid

Whisky Druid ist eine der Marken des unabhängigen Abfüllers Michel Reick, der inzwischen mit seinem Marken zum deutschen Importeur Kirsch Import gewechselt ist und deren Portfolio um eine eigenständige, unabhänige Komponente verstärkt.

Michel Reick gehört zu den illustren Gestalten der deutschen Whisky-Szene, der auch in den Blogs and Vlogs aktiv ist und zusammen mit Marco Bonn die genialen Whisky-Elfen bildet. Ein sehr präsenter Typ mit sehr präsenten Whiskys.