Seven Seals | Sherry Wood Finish | Fast Forward Finishing

NAS | 46,0%vol.

un-chillfiltered

chillfiltered

natural colour

coloured

un-peated

peated

cask strength

Seven Seals reift irischen Whiskey im sogenannten Fast Forward Finishing in der Schweiz oder inzwischen auch anderswo. Das Verfahren ist geheimnisvoll – oder sagen wir es direkt: Dies ist ein intransparenter Whisky ohne Alterangabe. Mehr zu Seven Seals steht in einem Artikel in meinem Whisky Journal. Zu diesem Whisky finden sich im Internet Quellen, die als Herkunft die Great Northern Distillery von John Teeling angeben. Der Whisky reifte für drei Jahre traditionell im Bourbon Fass, um dann geheimnisvoll mit Sherry Wood gefinisht zu werden. Angaben zur Färbung oder Filterung sind auf der Flasche und der Produktseite im Internet nicht zu finden. Angeboten wird das Ganze für über 60 € – ambitioniert für NAS. Es gibt noch ein Port Wood Finish, das ähnlich ist und daher nicht extra betrachtet wird.

Nosing

Es ist Whisky. Oder ist es Whiskey? Egal. Riecht nach Sherry-Reifung, steht ja auch drauf. Es sind Fruchtaromen vorhanden, das Ganze ist frisch und süß, lädt zum Trinken ein. Es ist aber kein besonderes Aroma, es ist kein altes oder gereiftes Aroma, riecht aber nicht schlecht. Und irgendwie ist das Aroma auch irisch – oder kommt das nur, weil ich weiß, dass er aus Teelings großem nördlichen Stock kommt? Insgesamt sind die Aromen zu flach und zu sehr verdünnt.

Taste

Nee, der ist nicht alt, der ist auch nicht gut gereift – der ist süß, generisch und ganz lecker. Da kann man sich aber auch das ganze hochtrabende Formel-Getue sparen, guten Whisky in einem sogenannten aktiven Fass parken und dann abfüllen. That’s it! Macht Signatory täglich …

Finish

Der Whisky endet, wie ein generischer Sherry-Whisky oder Port-Wood-Whisky endet. Da ist etwas Holz, da ist etwas Frucht und ein wenig Süße. Whisky halt! Was fehlt sind Eigenständigkeit und Charakter.

Conclusion

Das ist ein ärgerlicher Whisky. Hier bekommt man mäßig gereifte Intransparenz für über 60 €. Er schmeckt, richtig – aber das tut der Johnnie Walker Green Label für die Hälfte vom Preis auch. Warum soll man dann diesen undurchschaubaren irischen Whisky kaufen?

Sorry, aber Seven Seals ist für mich eine undurchsichtige Marke, die mit – sicherlich professionell gemachtem – Marketing durchschnittlichen Whisky verkauft. St. Kilian haut das Great Northern Zeug wenigstens mit den respektablen Portaits von Bud Spencer und Terence Hill raus. In Wirklichkeit haben die mit dem Whisky auch nix zu tun – es wird aber auch kein großes Geheimnis drumherum gemacht und der Preis ist ok. Seven Seals ist überteuerter Durchschnittswhisky mit geschicktem Marketing!

Age matters! Edradour/Signatory Warehouse | © Klaus Bölling, www.boelling.de

Great Northern Distillery

foundet: 2015 | Region: Ireland, Co. Louth
Owner: Irish Whiskey Company (John Teeling)
Capacity: 3.600.000 litres

Quelle: Ingvar Ronde, Malt Whisky Yearbook 2022

John Teeling gehört zu den großen Persönlichkeiten im irischen Whiskey. Nachdem die Familie 2011 die Cooley Distillery nach vielen Jahren an Beam – später Beam Suntory – verkauft hatten, gründeten die Söhne in Dublin die Teeling Distillery und John Teeling übernahm 2013 die Great Northern Brewery in Dundalk und wandelte sie in die nach Midleton größte Distillery Irelands, die seit 2015 Whiskey produziert. Neben 3,6 Mio. Litern Potstill-Whisky können hier 8 Mio Liter Whiskey auf einer Columnstill produziert werden.

Der größte Teil der Produktion wird an andere Marken verkauft.