St. Kilian | Small Batch | ungarische Eiche | peated

Single Malt Whisky

62,3%vol. | 2018 - 2024 | aged 5 years | ungarische Eiche (Virgin Oak)

un-chillfiltered

chillfiltered

natural colour

coloured

un-peated

peated

cask strength

Single Cask

Bei diesem Whisky setzt St. Kilian auf Holz und Rauch. Der rauchige Whisky wurde in frische Fässer aus ungarischer Eiche mit einem Volumen von 95 l eingefüllt. Die Fässer waren medium getoastet und erhielten dann Ausfräsungen, um die Oberfläche weiter zu erhöhen. Nach fünf Jahren wurde der Whisky abgefüllt. Verwendet wird rauchiges Malz der schottischen Glenesk Maltings mit einem kräftigen Phenolgehalt von 80 ppm. Im Glas ist der Whisky weißwein-hell.

Nosing

In der Nase ist der Whisky zunächst sehr harsch und rauchbetont. Oder rauch- und holzbetont. Frucht oder Süße sind im ersten Antritt in der Nase nicht vorhanden. Das sind starke Aromen – ich weiß aber nicht, ob es schöne Aromen sind. Das hat was vom Aufguss eines qualmenden Holzscheits.

Taste

Im Geschmack ist mehr Süße da, allerdings mehr in der Textur als im Aroma. Der Alkohol ist kräftig und verlangt natürlich Wasser. Dann kommen die aufgeladenen Aromen. Das ist eine brachiale Mischung aus Rauch und Holz, der andere Aromen nichts entgegensetzen.

Finish

Für die aufgeladene Aromenfracht ist das Finish am Ende gar nicht so nachhaltig. Aber der Rauch ist im Nachklang am Gaumen aromatischer und leckerer als unmittelbar im Geschmack.

Conclusion

Das ist mir zu brachial und aufgeladen. Maximales Holz, viel Rauch – aber wenig Reife und Harmonie. Es ist halt die maximale Ausbeute aus Virgin Oak, kleinen Fässern, oberflächenopitmiertem Fassdesign, zusätzlich eingefrästen Rillen. Traut St. Kilian dem eigenen Whisky so wenig zu? Meins ist das nicht, ich mag diesen Holzsud nicht.

Umgerechnet auf 0,7 l kostet der Whisky fast 98 €. Aber junge Virgin Oak Whiskeys können die Amerikaner günstiger anbieten. Vielleicht muss St. Kilian noch herausfinden, was für einen Stil die Brennerei zu ihrem Markenzeichen machen will. So erscheint mir alles noch etwas schwer identifizierbar und wenig konsistent.

Disclaimer: Die Whiskys für dieses Tasting habe ich von St. Kilian zur Verfügung gestellt bekommen. Sie sind Teil eines Tastingsets, das ich über die Pressestelle der St. Kilian Distillers kostenfrei ohne weitere Verpflichtung oder Vorteile anfordern konnte, worüber ich mich sehr gefreut habe. Herzlichen Dank dafür!

Nicht Franken, sondern Frühling in Nordhessen ... | © Klaus Bölling, www.boelling.de

St. Kilian Distillery

founded: 2015 | Region:  Deutschland
Owner: St. Kilian Distillers GmbH (Andreas Thümmler)
Capacity: 600.000 litres

Quelle: Ingvar Ronde, Malt Whisky Yearbook 2024

Die Legende besagt, dass der Investmentbanker Andreas Thümmler und die irische Whiskylegende David F. Hynes, der mit John Teeling Cooley aufgebaut hat und nun gemeinsam mit ihm Great Northern macht, aus einer Schnapslaune heraus 2012 eine Whiskydistillery in einer alten Textilfabrik in Thümmlers fränkischem Heimatdorf Rüdenau planten.

Zumindest wurde daraus mehr als eine Schnapsidee, denn vier Jahre später war die Planung Realität und in Rüdenau wird auf zwei Pot Stills von Forsyths Whisky gebrannt. Es ist die größte Malzwhiskydestillerie in Deutschland und sie arbeitet nach schottischen Vorbild. Für die rauchigen Whiskys wird schottisches Malz von Glenesk Maltings importiert.