Edradour | 2012 - 2026 | Cask Strength
Single Malt Scotch Whisky
58,6%vol. | aged 14 years | Bourbon Casks #198, 202–208, 212, 213
un-chillfiltered
chillfiltered
natural colour
coloured
un-peated
peated
cask strength
Single Cask
Edradour ist ja eher der Whisky der dunklen Sherry Fässer. Aber es gibt immer mal wieder auch die reinen Bourbon Reifungen. Hier hat Edradour mal wieder eine Abfüllung im Ibisco Decanter herausgebracht (der in seiner Form an eine Hibiskusblüte erinnern soll). Der Abfüllung ist ein Batch aus verschiedenen Bourbon Casks, die Farbe ist ein schöner Goldton. Im Herbst 2026 ist der Whisky ab knapp 80 € erhältlich.
Nosing
Im Nosing kommen Früchte auf einer schönen Vanille Creme, da ist wieder der sahnige Vanillequark mit Mango. Mit der Zeit wird die Vanille etwas staubiger, die Früchte herber. Jetzt sind auch Kumquats vorhanden, Physalis mit dem trockenen Blütenblatt. Der Alkohol ist kräftig, die Aromen binden ihn aber gut ein.
Taste
Zum Trinken füge ich schon ein paar Tropfen Wasser hinzu. Die Basis der Aromen ist herbe Vanille, dazu kommen auch im Geschmack die Schalen von Kumquats, auch die herben, leichte bitteren Früchte der Physalis sind vorhanden. Dazu kommt dann noch eine Holznote mit einem leichten Kakao-Akzent.
Finish
Im Nachklang bleibt eine schöne Vanillenote am Gaumen, die herbe Aspekte hat und leicht trocken wird.
Conclusion
Bei dieser Abfüllung geht mir die Physalis nicht aus dem Sinn, da sie eine Fruchtnote mit deutlich herben und leicht bitteren Aspekten bietet. Das ist eine wunderbarer Bourbon-Whisky. Aber die These, der Brennerei Charakter entfalte sich bei Bourbon-Reifungen klarer als bei Sherry-Reifungen, erfüllt sich hier nicht. Während ich die sherrygereifte Abfüllung für die SCAA klar als Edradour identifizieren würde, würde mir das bei dieser Abfüllung nicht gelingen. Sie ist aber trotzdem sehr lecker.
Edradour Distillery
founded: 1825 | Region: Highlands
Owner: Signatory Vintage
Capacity: 340.000 LPA
LPA: Litres of Pure Alcohol
Quelle: Ingvar Ronde, Malt Whisky Yearbook 2026
Vor dem Boom neuer Distillerys und kleiner Craft Distillerys firmierte Edradour gern als Scotland’s smallest Distillerys. Heute ist sie einfach Scotland’s Little Gem, was angesichts der pittoresken Farmgebäude mit den roten Türen absolut wahr ist.
2002 kauft Andrew Symington vom unabhängigen Abfüller Signatory Vintage die kleine, oberhalb von Pitlochry gelegene Brennerei. Er entwickelt das Portfolio weiter, mit dem Ballechin kommt eine rauchige Variante dazu. Die Marke entwickelt sich vom Geheimtipp zu einem gefragten Produkt.
2018 eröffnet Symington Edradour 2 auf der anderen Seite des Baches, der durch das Gelände der Brennerei fließt. Die neue Distillery ist eine exakte Kopie der ursprünglichen Brennerei. So wird die Whiskymenge verdoppelt und der Charakter bleibt erhalten.
Leider führt der Boom zu knappen Vorräten und übertriebenen Preisen für die besonderen Abfüllungen. Ebenfalls bedauerlich ist, dass das Besucherzentrum nach der Pandemie nicht mehr eröffnet wurde und es keine Führungen gibt.