Port Charlotte | aged 18 years | Edition 2025

Single Malt Scotch Whiskey

51,5%vol. | 53 % First-Fill-Bourbonfässer, 31 % Second-Fill-Sherryfässer, 16 % First-Fill-Sherryfässer, fünfjähriges Finish in französischen Virgin-Oak-Fässern, Vollendung in Second-Fill-Bourbonfässern | Bruichladdich Distillery

un-chillfiltered

chillfiltered

natural colour

coloured

un-peated

peated

cask strength

Single Cask

Ein 18jähriger Port Charlotte aus dem XMAS Blindtasting 2025 von Peter Mosers wunderbarem Blog Friend of Single Malt. Natürlich habe ich den Whisky nicht erkannt – aber ich fand ihn immerhin gut. Peinlich genug habe ich das Alter auf um die 10 Jahre geschätzt – nun ja … Zum Glück ist noch ein Rest im Sample und ich kann den Whisky nochmal in Ruhe tasten.

Port Charlotte veröffentlicht die 18er als Batches, deren Zusammensetzung und ABV variieren kann. Die 2025er Edition reifte in der wilden Mischung aus 53 % First-Fill-Bourbonfässern, 31 % Second-Fill-Sherryfässern, 16 % First-Fill-Sherryfässern und erhielt nach elf Jahren ein fünfjähriges Finish in französischen Virgin-Oak-Fässern. Danach kam der Whisky zur Vermählung für den Rest der Zeit in 2nd Fill Bourbonfässer.

Nosing

Da sind reife Früchte, vielleicht etwas überreif, dazu kommen trockene Kräuter, warmes Stroh, Getreide und Rauch, der zunächst gar nicht so stark ist, sondern hinter den anderen Aromen verborgen bleibt. Da ist warme Schokolade mit Konfitüre aus dunklen Früchten, da sind reife Brombeeren. Zur Bruichladdich-Note mit etwas roughen Getreidearomen kommt Holz. Rote Weingummis sind auch vorhanden.

Taste

Im Geschmack ist der Rauch verbunden mit angebrannten Röstaromen, da sind geröstete, dunkle Erdnüsse, angebranntes Karamell, Kräuterbonbons. Der Rauch entwickelt dann aber auch die leichten Spülsaumaromen, die hier aufgrund des Alters aber eher mit den fruchtigen und karamelligen Aromen verbunden sind. Der Alkohol ist kräftig aber nicht zu stark. Es ist deutliches Holz vorhanden.

Finish

Im Nachklang wird der Whisky trocken, der Rauch wird funkiger, hat einen leichten Hauch vom Spülsaum. Auch holz bleibt am Gaumen.

Conclusion

Es ist ein sehr schöner Islay-Whisky, bei dem die Rauchnoten aufgrund des Alters und der Vielzahl der Fässer gut eingebunden und leicht abgebaut sind. Die Mischung aus der dunkelfruchtigen Süße und dem Rauch gelingt gut – am Ende wird aber das Holz vielleicht doch zu deutlich. Vielleicht hätte hier der Verzicht auf frische französische Eiche zugunsten von Sherry- oder Weinfässern gut getan und der Whisky hätte mehr Tiefe und Komplexität entwickelt.
Es ist ein sehr schöner Whisky – aber es ist kein Whisky, den ich mir für 170 – 200 € – das sind die Preise Anfang 2026 – kaufen würde. Dafür ist er dann nicht komplex und begeisternd genug.

Glenelg-Skye Ferry | © Klaus Bölling, www.boelling.de

Bruichladdich Distillery

founded: 1881 | Region: Islay
Owner: Rémy Cointreau
Capacity: 2.000.000 LPA

LPA: Litres of Pure Alcohol

Quelle: Ingvar Ronde, Malt Whisky Yearbook 2026

Eine Distillery mit allen Geschichten über Glanz und Elend der Whiskyindustrie. Nach etlichen Besitzerwechseln wird die Brennerei 1995, damals im Besitz von Whyte & Mackay, geschlossen. Und es beginnt eine der großen Geschichten des Whiskys.

2000 kauft Murray McDavid, der unabhängige Abfüller mit Mark Reynier als einem der Investoren, die Distillery. Reynier wird der Mastermind, der die Distillery mit Jim McEwan and the late Duncan McGillivray zu neuem Leben und Glanz erweckt und mit Wine Cask Finishes und Fassexperimenten die Whiskyszene aufmischt.

Bruichladdich wird zu einem Kreativpool und entwickelt mit dem rauchigen Port Charlotte und dem noch rauchigeren Octomore neue Spezifikationen. Aber Reynier ist nicht allein, es sind weitere Investoren an Bord. Und die lecken Blut als Rémy Cointreau die Distillery 2012 kaufen möchte und die damals unglaubliche Summe von 58 Mio. Pfund auf den Tisch legt.

Die Distillery geht an den Konzern, die Geeks trauern, Reynier ist nur sehr bedingt einverstanden. Zwei Jahre später investiert er sein Geld in eine stillgelegte Guinness-Brauerei in Waterford und setzt fortan viele der auf Islay entwickelten Ideen in Irland um. Leider scheitert diese Distillery Ende 2024 zunächst mit einer Insolvenz, während Bruichladdich eine der angesagtesten Brennereien auf der Isle of Islay bleibt.